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Red Sonja - Die Teufelin mit dem Schwert 3: Die Rückkehr des Hexers
Von Michael Mingers

Rezension erschienen: 06.06.2010, Serie: Comics, Autor(en): Michael Avon Oeming, Mel Rubi und Stephen Sadowski, Verlag: Panini Verlags GmbH, Seiten: 148, Erschienen: 2009, Preis: 16,95 Euro


Red Sonja war zunächst nur ein Nebencharakter in der Conan-Geschichte The Shadow of the Vulture von Robert E. Howard, wo sie als Rote Sonya von Rogatino auftat. Dank ihrer offensichtlichen Schauwerte bekam sich Anfang der 70er ihre eigenen Spin-offs aus den Savage-Sword-of-Conan-Comics, wo sie nach verschiedenen Rüstungen ihren legendären Kettenhemd-Bikini bekam. Diese "Rüstung", ihr hervorragendes Aussehen und ihre Kampfkraft haben das gesamte Fantasygenre bis heute stark geprägt. Seit 2005 gibt es eine neue Comicreihe, die sich alleine der rothaarigen Kämpferin aus der hyperboreanischen Welt widmet und die seit 2008 auch als schicke Sammelbände bei Panini Comics erscheinen.

Nachdem die Bühne für die große Rahmenhandlung in den ersten beiden Sammelbänden gelegt wurde, führt der gottgleiche Hexer Kulan Gath aus der Verbannung jenseits der Zeit nun offen seine Pläne aus. Der finstere Gott Borat-Na Fori wurde durch ihn in die Welt wiedergeboren und führt seine Armeen umgehend auf einen Feldzug gegen das nächste Reich des schneebedeckten Nordens, bis sich die Flüsse sprichwörtlich rot vom Blut der Gefallenen färben. Zu den wenigen, die ihm entgegentreten zählen Red Sonja mit ihren Gefährten, dem Barbaren Osin und dem Hexer-Prinzen Suumaro, dem Borat-Na Fori das Reich gestohlen hat. Um ihre Situation zu verbessern, reisen die drei zu den alten Göttern des Nordens und wecken einen von ihnen, damit er den Helden im Kampf mit seinen Truppen zur Seite steht. Die Krieger und Götter treffen dann im epischen Finale aufeinander, bei dem mehr als einer der beteiligten Charaktere sein Leben aushauchen wird. Und wie das Finale aussieht, kann man sich durch den Titel des Sammelbandes sicher bereits denken.

Nach dem eher ruhigeren zweiten Teil geht der dritte Band direkt in die Vollen. Götter werden erschlagen, Dämonengeneräle gezeugt und das Blut ganzer Völker gesoffen. Auch wenn wieder einige Rückblicke auf Sonjas Vergangenheit enthalten sind, so dienen diese nur dazu Bestehendes zu vertiefen, statt neue Einblicke zu gewähren. Durch das Aufeinandertreffen des rebellischen Suumaro und seines Vaters, der den Verlockungen Borat-Na Foris erlag, hätte man eine Menge Stoff für interessante Dialoge und Aktionen bekommen können... doch wurde dies leider nur sehr oberflächlich genutzt. Auch der Auftritt und das Wirken des Gottes Kaleval auf Seiten der Heroen bleibt nicht lange im Gedächtnis, trotz seiner Signifikanz für Sonja und die Schlacht. Insgesamt rücken die Charaktere der bisherigen Geschichten in den Hintergrund und sie lassen die neu auftretenden Figuren die Handlung bestimmen. Das ist schade, vor allem da alles in ein vorhersehbares Finale mündet.
Die Handlung ist zwar nun episch, wird aber weitestgehend nicht durch die Helden, sondern durch übermächtige Dritte bestimmt, denen Sonja und ihre Gefährten unterlegen sind. Ferner stolpern sie von Konfrontation zu Konfrontation, ohne dass die interessanten Charakterelemente aus dem zweiten Band weiter fortgeführt würden. Was bleibt sind eine Menge Kämpfe und abgetrennte Gliedmaßen.

Der dritte Sammelband ist viel heller und bunter gestaltet als die beiden vorherigen, wobei die Rückblenden wie gewohnt mit gedeckteren Farben versehen wurden. Am Ende findet sich wieder die Covergalerie, diesmal allerdings leider kein redaktioneller Teil, der mehr zu den Figuren oder der Reihe allgemein erzählen könnte.

Fazit: Insgesamt enttäuscht der dritte Band. Wem eine Menge Action und Blut reichen, der wird mit diesem Band zufrieden sein. Wer sich für eine spannende Handlung oder interessante Charaktere interessiert, sollte sich aber anderweitig orientieren.




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