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Mephisto 43 - Januar/Februar 2009
Von Markolf Hoffmann

Rezension erschienen: 12.07.2009, Serie: Zeitschriften, Autor(en): Martin Ellermeier, Boris Koch, Björn Lippol, Klaus Scherwinski, Verlag: Verlag Martin Ellermeier, Seiten: 66, Erschienen: 2009, Preis: 7,95 Euro


Mit zahlreichen Extras im Schlepptau landet die Mephisto Nummero 43 im heimischen Briefkasten, so man sie nicht in der nächsten Bahnhofsbuchhandlung erworben hat. Gleich drei Extrahefte liegen der Ausgabe bei; der schon immer recht üppige Tabletop-Anteil wurde in das so genannte "Tabletop Insinder" ausgelagert, Das Schwarze Auge ist mit dem Abenteuer "Späte Post" vertreten, und das Warhammer-40.000-Rollenspiel steuert ein Abenteuer mit Einsteigerregeln bei. Ein beeindruckendes Gesamtpaket also; die Mephisto versteht es, für ihren stolzen Preis wirklich etwas zu bieten.

Im Hauptheft findet sich wieder einmal eine bunte Mischung zu den Themen Rollenspiel, Brettspiel, Comics, Computerspiel, Film und Literatur rund um die phantastischen Genres. Das berüchtigte Wortgemetzel von Boris Koch sowie jede Menge News und Previews läuten das Heft ein, ein Interview mit dem Übersetzer und Schriftsteller Frank Borsch (Atlan, Alien Earth) schließt sich an.
Dann beginnt der Abenteuerreigen: Diesmal werden die Rollenspiele Degenesis ("Frost"), Shadowrun ("Schwarzmärkte in der ADL"), Elyrion ("Heilendes Blut") und Heredium ("Die Bücher Gottes") versorgt, wobei vor allem der Shadowrun-Artikel einen guten Eindruck hinterlässt. Ein weiteres systemunabhängiges SF-Abenteuer steuert Björn Lippold bei ("Kurs ins Ungewisse"), das eine klassische SF-Situation bietet: Ein verlorenes Schiff im Weltraum mit einer gefährliche KI an Bord. 2001 lässt grüssen! Das erfolgreiche Cthulhu-Brettspiel Arkham Horror kann sich hingegen über zwei - wenn auch sehr rudimentär angelegte - Szenarios freuen ("Woge aus Schlangen" und "Der Maskenball"). So ganz überzeugen können sie allerdings nicht, hier fehlt eine zündende Grundidee, um Spielern diese Varianten schmackhaft zu machen.
Das letzte Drittel des Haupthefts gehört wieder den Tests und Kritiken aus den Bereichen Film, Spiel, Comic und Buch. Es fällt auf, dass die Rezensionen diesmal insgesamt etwas ausführlicher geraten sind, was ihnen sehr gut tut. Das insgesamt hohe Niveau der Rezensionen, die sich auch vor harten Urteilen nicht scheuen, macht diesen Teil der Mephisto wieder einmal sehr lesenswert.
Auch das Tabletop-Extraheft bietet reichlich Stoff, diesmal für Miniaturenfreunde. Nach ein paar Kurzberichten zu neuen Serien für Warhammer, Hordes, Warmachine und anderen Miniaturenspielen finden sich hier ein Taktikführer für Hordes, der sich diesmal der Legion of Everblight widmet, ein kurzes Hordes-Szenario (leider mit uninspirierter Karte), ein weiteres für Infinity, sowie Praxisartikel zum Bemalen (wer wollte nicht schon immer Blümchenmuster auf seinem Battletank haben?) und zum Bau eines Miniaturenzelts. Dann folgt ein längerer Essay von Ingo Meuter und Martin Ellermeier, die sich mit allen Facetten des phantastischen Spiels auseinandersetzen - eine Art Fazit für das Jahr 2009, das sich zugleich wie eine "Agenda" für die Mephisto liest. Nach einem kurzen Rezensionsteil schließt das Extraheft dann mit einem Veranstaltungshinweis auf ein Tabeltop-Großturnier im Februar 2009.
Das ausgelagerte DSA-Abenteuer "Stille Post" wiederum stammt aus der Feder von Tim Nicals Scheffler und Daniel Simon Richter und bietet eine recht simple, aber gut ausgestaltete Erkundungsreise ins Koschgebirge. Ein obskures Wirtshaus, ein kleiner hübscher Dungeon sowie ein witziges Miniaturstrategiespiel machen "Stille Post" zu einem gelungenen One-Shot, der sich gut an einem Abend durchspielen lässt. Noch mehr überzeugt das DIN-A5-Heft "Zerbrochene Hoffnung", das sich als Einstieg und Teaser in die Welt des Warhammer-40.000-Rollenspiels versteht. Kurzregeln sowie ein sehr gut ausgestaltetes und actionbetontes Abenteuer in einer Gorgonidenmiene machen Lust, die (etwas trashige) Bombast-SF-Welt näher kennen zu lernen. Die vielen Spielwerte, Tabellen und Taktikhinweise ermöglichen es, sofort loszuspielen, hier hat der Autor Rob Schwalb gute Arbeit geleistet.

Fazit:
Alles in allem liegt uns eine exzellente Ausgabe vor. Vor allem die Auslagerung des Tabletop-Teils hat der Mephisto gut getan, sie wirkt dadurch organisierter und dichter. Die vielen Extras sind bemerkenswert. Ihren Ruf als professionellstes Magazin in diesem Bereich wird die Mephisto wieder einmal gerecht, auch wenn Literatur, Film und Comic diesmal etwas zu kurz kommen.




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