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Das schwarze Auge. Der Kristall von Al'Zul 4: Am Finsterquell
Von Michael Mingers

Rezension erschienen: 15.12.2008, Serie: Belletristik, Autor(en): Gernot Vallendar, Verlag: Fantasy Productions GmbH, Seiten: 61, Erschienen: 2008, Preis: 5,00 Euro


Bevor man zu der Geschichte an sich kommt, sollte man etwas über die Reihe erfahren. Bei Am Finsterquell von Gernot Vallendar handelt es sich um den vierten Band der Kristall von Al’Zul-Reihe und meines Wissens nach auch um das erste Werk des Autoren. Die Reihe verlässt die gewohnte Veröffentlichungspolitik der DSA-Geschichten in Romanen, bzw. Anthologien. Jeder Band der fünfteiligen Serie wird von einem anderen Autor verfasst, der die bisherige Geschichte und die Charaktere fortführt. Das Ganze als Novellen zu bezeichnen, wie es die Bände selber tun, ist aber nicht korrekt, da Novellen in sich abgeschlossene, kurze Erzählungen sind, die Reihe aber eher ein Fortsetzungsroman verschiedener Autoren ist. Das Format der Bücher ist etwas größer als ein normaler Roman und jeder der Bände hat 64 Seiten.

Die Serie dreht sich um einen magischen Kristall, der von einer Magierin und einer von ihr angeworbenen Söldnertruppe gesucht wird. Konnte die Diebin zunächst gefangen genommen werden, führt die Gruppe seitdem entweder die Suche nach dem Kristall fort oder ist mit der Flucht vor weiteren Interessenten am Kristall beschäftigt.

Nachdem in den ersten Bänden die Magierin Chandra, der zwergischen Söldner Gorbosch und die Diebin Aryna als Ich-Erzähler auftraten, wird die Geschichte nun aus Sicht des halbelfischen Spurenlesers Elon weitererzählt. Nachdem die Gruppe nach einigen Wirrungen und einem Todesfall in der Gruppe wieder im Besitz des Kristalls ist, tritt der finstere Magier Yargon mit seinen Schergen nun hervor, um den magischen Stein zu fordern.

Da der Fokus des Heftes natürlich auf dem Ich-Erzähler Elon liegt, wird der Charakter des Halbelfen weiter ausgebaut. Elon ist zwar sympathisch und seine etwas naive Weltsicht wirkt ebenso überzeugend wie seine Zerrissenheit als Halbelf, der weder in der Gesellschaft der Elfen, noch der der Menschen wirklich akzeptiert wird. Seine knospende Beziehung zu Aryna wird auch weiter ausgebaut, jedoch nicht mehr so blumig umschrieben, wie noch im Vorgängerband. Die Schreibe des Autors lässt sich gut lesen, doch verderben ein paar Punkte dennoch das Lesevergnügen. Zum einen wäre da die plötzlich eingefügte Motivation des Elfen die Gruppe zu begleiten, die konstruiert und unglaubwürdig erscheint. Damit hängt ein neuer Charakter zusammen, der zwar in diesem Band eingeführt wird und eine Rolle spielt, jedoch fast nichts tut. Generell ist es ein Problem des Bandes, das fast nichts passiert, da die Gruppe nur vom Magier gestellt und dann sehr viel geredet wird, ohne das sich die Charaktere weiter entwickeln oder besonders Relevantes geschieht.

Zudem gilt es auch wieder die Veröffentlichungs- und Preispolitik zu kritisieren. Auch wenn fünf Euro pro Band nicht viel erscheinen mögen, so hätte man doch alle fünf Bände ohne weiteres in Form eines Romans in normaler Länge publizieren können. So bezahlt man für die ganze Geschichte satte 25 Euro anstatt zehn.

Insgesamt bleibt der Roman enttäuschend. Er lässt sich zwar gut lesen, doch fragt man sich im Nachhinein, inwieweit das Heft überhaupt Relevanz für die Reihe besitzt. Zusammen mit der fragwürdigen Preispolitik sollten nur diejenigen zugreifen, welche die Reihe komplett haben möchten.




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