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Deadlands - Die Great Maze
Von Philipp Schmidt

Rezension erschienen: 18.11.2008, Serie: Rollenspiel, Autor(en): , Verlag: Spielzeit! Verlag, Seiten: 180, Erschienen: 2008, Preis: 29,00 Euro


"Die Great Maze" ist das dritte Supplement zum allseits beliebten Rollenspiel Deadlands - The Weird West, welches ins Deutsche übersetzt wird, und zugleich das zweite aus dem Spielzeit Verlag. Das Regelwerk ist, wie für Deadlands üblich, in drei Abschnitte eingeteilt, Aufgebot, Niemandsland und Handbuch des Marshals.
Im Aufgebot erfährt der Spieler alles Wissenswerte über das Leben in Kalifornien und dessen Geschichtsverlauf in der Welt von Deadlands. Es sei kurz erwähnt, dass die "Great Maze" die Westküste Kaliforniens bezeichnet, die durch das große Erdbeben im Jahre 1868 zu einem Labyrinth aus Wasserstraßen geworden ist und in dem jeder gute Goldgräber viel Gold und Geistersteine finden kann. Natürlich sind durch das Beben auch Städte wie San Francisco und Los Angeles dem Erdboden gleich gemacht worden, und neue Städte sind an ihrer Stelle entstanden. Über diese erfährt der Spieler vor allem, dass es nicht ratsam ist, seinen Lebensabend in ihnen zu verbringen. Sei es nun die "City of Lost Angels", die von Reverend Grimme gegründet wurde und in einem verdrehten göttlichen Sinn geführt wird. Dies soll nicht heißen, dass es in dieser Stadt nicht die gleichen Verbrechen gibt wie in jeder anderen Boomtown der Deadlands-Welt. Es gibt in der "City of Lost Angels" aber neben dem Marshall noch den Lynchmob der Guardian Angels, der für Recht und Ordnung sorgt.
"Shan Fan" ist eine von einer Chinesischen Triadenfamilie gegründete Stadt und somit in gewisser Weise das genaue Gegenteil von der "City of Lost Angels". Die Besucher dieser Stadt haben mehr Freiheiten, aber man sollte sich nicht mit den Triaden anlegen.
Es gibt natürlich im Abschnitt Aufgebot auch ein Kapitel über die Stämme der Nativ Americans, deren größte politische Gruppierung die "Necessity Alliance" ist. Natürlich besteht deren Politik darin, den weißen Mann ruhig gewähren zu lassen, bis dieser dann den ersten Schritt in Richtung Krieg geht. Eine Abspaltung dieser Gruppierung ist der "Warrior’s Trail". Diese Hitzköpfe sind der Meinung, man solle nicht so lange warten, sondern den Kampf zum weißen Mann tragen.
Wie in Deadlands üblich, gehören auch in Kalifornien zu den üblichen Verdächtigen die Mexikaner, die sich genauso wie die anderen Geistersteine sichern und das Land dem eignen Gebiet einverleiben wollen, was aber noch keiner Partei gelungen ist. Und so hat jede von ihnen ihre Stützpunkte, von denen sie aus operieren. Hin und wieder behauptet mal der eine, mal der andere, Kalifornien eingenommen zu haben.
Weil es in den "Great Maze" viele Wasserstraßen gibt, enthält das Regelwerk auch einen kurzen überblick über Schiffe und wie man sie regeltechnisch einsetzt. In diesem Teil des Abschnittes Aufgebot wird auch auf ein hoffentlich bald kommendes Supplementregelwerk hingewiesen.
Das Niemandsland ist der kürzeste Abschnitt, aber dennoch sollte er für die meisten Spieler der interessanteste sein. Hier sind sie nun, die Regeln mit denen man Kämpfer erschaffen kann, wie man sie aus Hongkong-Filmen kennt. Dazu werden unter anderem die neuen Vorteile ]Kampftraining und Erleuchtet eingeführt, sowie die dazu passenden Nachteile. Der Vorteil Kampftraining gibt einem Spieler die Möglichkeiten, die Kung-Fu-artigen Kampfstile zu benutzen und sich Manöver auszusuchen, mit denen man seinem Gegner im Nahkampf überlegen ist. Mit dem Vorteil Erleuchtet ist der Charakter in der Lage sein Ch'i einzusetzen. Das Ch'i wiederum gibt es als neues Talent, um übermenschliche Leistungen zu vollbringen. Genauso wie bei allen anderen übernatürlichen Begabungen in Deadlands hat aber auch diese seine Grenzen.
Der Huckster und der verrückte Wissenschaftler opfern über einen längeren Zeitraum die geistige Gesundheit, der Schamane führt sich Schaden zu und fängt irgendwann an, seine Gliedmaßen abzuschneiden, der Gläubige muss dem strengen Kodex seines Glaubens folgen und der Anwender des Ch'i muss Entzug leiden. Die Entzugspunkte, die je nach Kraft variieren, dürfen wiederum den Konstitution-Würfeltyp des Charakters nicht überschreiten, weil der Charakter dann nicht mehr in der Lage ist, sein Ch'i zu kontrollieren. Unter den Ch'i-Kräften gibt solche wie "Der Affe geht auf den Berg", mit der sich ein Spieler sehr schnell und vor allem sehr weit bewegen kann, was laut Beschreibung ein klein wenig wie Fliegen aussieht.
Im Abschnitt Handbuch des Marshals findet der Marshall alles, um seinem Aufgebot das Leben so interessant und abwechslungsreich wie möglich zu machen. Hier sind die genauen Hintergründe und auch spieltechnischen Werte, um die schon im Abschnitt Aufgebot beschriebenen Gegebenheiten und Personen für abwechslungsreiche Spielabende zu nutzen. Des Weiteren gibt es zusätzliches Wissen, demsich das Aufgebot erst durch mühseliges Erforschen würdig erweisen muss.
Im Kapitel Ausgeburten hat der Marshal noch ein paar nette Wesen, über dessen Begegnung und die dadurch entstehende Abwechslung sich sein Aufgebot garantiert freuen wird. Zu guter Letzt enthält das Supplement noch ein Abenteuer, mit dem der Mashall seinem Aufgebot und sich selbst den Einstieg in die "Grat Maze" erleichtern kann.

Fazit: "Die Grat Maze" bietet viele neue Möglichkeiten in der Welt von Deadlands - The Weird West spannende und aufregende Abenteuer zu erleben. Die Übersetzung ist solide, und der Text lässt sich wie bei den meisten Deadlands-Regelwerken gut und mit einem leichten Grinsen im Gesicht lesen. Das Sofcover des Supplementregelwerks ist bei genauer Betrachtung gut gebunden und wird bestimmt viele Spielabende überstehen, ohne aus dem Leim zu gehen. Die enthaltenen Stadtpläne und Karten sind genauso wie die Zeichnungen gut und einheitlich gestaltet.
Das einzige, was einem am Kauf des Buchen hindern könnte, ist der stolze Preis von 29 Euro, aber das sollte einem ambitionierten Spieler dieses gelungene Buch schon wert sein.




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