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Classic Battletech: Royal Flush
Von Michael Mingers

Rezension erschienen: 22.05.2008, Serie: Belletristik, Autor(en): Carolina Möbis, Verlag: Fantasy Productions GmbH, Seiten: 319, Erschienen: 2008, Preis: 9,00 Euro


"Royal Flush" ist nach "Duo Infernale" der zweite Roman von Carolina Möbis für die Classic Battletech-Reihe. Diesmal geht es aber nicht mit dem Clan der Nebelpinguine weiter, sondern es wird eine komplett neue Geschichte erzählt. Die Story spielt 2602 und behandelt den Konflikt zwischen Davion, der freiheitsliebenden Robinson-Allianz und dem Draconis-Kombinat auf dem Planeten McGehee.

Der Ablauf ist für einen Battletech-Roman ziemlich gewöhnlich: Heroische und sympathische Davion-Einheit landet auf Hinterwäldlerplaneten, böse Soldaten des Draconis-Kombinats greifen an und zwingen die Davions zu Rebellenkampf. Die internen Konflikte werden vergessen, die Zivilbevölkerung hilft, die Rebellen sind erfolgreich und Kurita hat das Nachsehen. Jetzt könnte man die Standardhandlung mit besonderen Charakteren, dem interessanten Konflikt zwischen den Davions und den theoretisch unabhängigen lokalen Streitkräften der Robinson-Allianz herausreißen, doch geschieht das entweder nicht, oder nur oberflächlich. Der Leser hat keine wirkliche Bezugsperson, allenfalls den Leftanent Jack de Troisville, der zwar eine interessante Entwicklung während des Romans durchmacht, aber leider wie auch die restlichen Charaktere viel zu selten vorkommt. Ein weiteres Problem ist die schiere Masse der Charaktere, die auf knapp 300 Seiten auf den Leser losgelassen wird. Dieser Umfang täuscht über die Menge des Inhalts hinweg, denn die Schriftgröße und der Satz sind wieder so großzügig, dass man flott durch das Buch durch ist. Das Problem des Konflikts zwischen den unabhängigen Milizkräften und den Davionkräften wird quasi ignoriert, da sich die Milizeinheiten gerne unterordnen, wodurch enormes Konfliktpotential verschwendet wird. Die tatsächlichen Auseinandersetzungen zwischen Mechs, Jägern und Panzern wirken konfus und sind nicht sonderlich spannend. Die Irritationen für den Leser setzen sich durch die sehr häufigen und teilweise wirklich extremen Sprünge in der Erzählperspektive und -zeit fort. Das Ende des Romans kommt sehr plötzlich und ist zumindest bedingt offen, jedoch insgesamt unbefriedigend.

Insgesamt bleibt bei Royal Flush damit ein zwiespältiger Eindruck. Obwohl der grundlegende Konflikt und die Charaktere interessant sind, wird dieses Potential nicht genutzt und durch schwache Actionszenen und irritierende Sprünge im narrativen Stil verwässert. Somit ist Royal Flush eher nicht zu empfehlen. Dies ist besonders schade, da es sich vermutlich um den letzten Roman aus der Classic Battletech-Reihe handelt.




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