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Lockruf des Südmeers
Von Markolf Hoffmann

Rezension erschienen: 20.03.2002, Serie: Rollenspiel, Autor(en): Werner Fuchs, Dietrich Limper, Robert Simon, Ralf Stehle, Verlag: Fantasy Productions GmbH, Seiten: 136, Erschienen: 2001, Preis: 36 DM

Vier DSA-Klassiker der legendären Südmeer-Tetralogie findet sich in diesem Band, liebevoll überarbeitet und ergänzt von Gregor Rot. Spielwerte und aventurische Zusammenhänge wurden auf den neusten Stand gebracht, der Zeitrahmen ist allerdings der alte geblieben (ca. 15 Hal).
Handlungsort ist das Südmeer vor Brabak. Im ersten Abenteuer("Das Grauen von Ranak") werden die Helden stilgerecht in einer Hafenkneipe angeworben, das Verschwinden einiger Fischer nahe des Örtchens Ranak zu klären. Sie stoßen bald auf die Spuren der Risso, einem Volk von Fischmenschen, die das Kloster einer Efferd-Sekte besetzt haben. Es stellt sich heraus, daß die Risso nur aus Verzweiflung über die Gefangennahme ihres Gottkönigs so gehandelt haben. In zwei Folgeabenteuern ("Die Fahrt der Korisande", "Die Insel der Risso") wird das Geheimnis der Fischmenschen gelüftet, und die Helden können die Risso von ihren Unterdrückern (einer im Auftrag des al'anfanischen Patriarchen Tar Honak handelnden Piratenbande) befreien. Im abschließenden Abenteuer ("Der Bund der schwarzen Schlange") geht es dann der Piraten an den Kragen.
Natürlich merkt man den vier Abenteuern ihr hehres Alter an; ihr Schwerpunkt liegt auf der liebevollen, aber viel zu detaillierten Beschreibung der Dungeons. Hier stehen tatsächlich noch Schatztruhen mit magischen Artefakten in der Gegend herum, hier finden sich Fallen und Scheintüren, und immer wieder kommt es zu "Zufallsbegegnungen" mit diversen Monstern. Das ist für ein "modernes" Rollenspiel natürlich vollkommen unzeitgemäß, kann aber eine nette Abwechslung vom vertrackten Intrigenspiel der Stadtabenteuer oder vom Bombast der Dämonenkampagnen bedeuten. Gewiß hätte man sich an mancher Stelle auch eine inhaltliche Überholung der Tetralogie gewünscht, doch die Abenteuer strömen einen nostalgischen Charme aus, dem man sich nicht entziehen kann.
Spielhilfen und Meisterinformationen sind übersichtlich gestaltet, so daß ein rasches Losspielen möglich ist - gerade die Spielleiter werden es zu schätzen wissen. Tja, und auch der Preis (36 DM) ist wirklich fair. Die Idee von Fanpro, ihre Abenteuerklassiker für das heutige System zu "liften", verdient alles in allem großen Beifall.




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