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Krallen & Fallen
Von Marcus Pohlmann

Rezension erschienen: 06.02.2008, Serie: Gesellschaftsspiele, Autor(en): C. Aaron Kreader, Verlag: Pegasus Spiele GmbH, Seiten: , Erschienen: 2007, Preis: 12,95 Euro


Aus dem Hause Pegasus kommt mit Krallen & Fallen ein weiteres schnelles und unkompliziertes Kartenspiel für zwei bis sechs Spieler. Diese müssen in einem fantastisch angehauchten Königreich drei Schätze erbeuten und versuchen, ihre Konkurrenten bei eben diesem Vorhaben zu behindern. Um dies zu bewerkstelligen, stehen verschiedene Kartentypen bereit, die man geschickt nutzen sollte.

Die Regeln sind schnell gelesen und auch die Spielvorbereitungen erfordern nur einige Minuten, danach kann die Jagd nach den Schätzen direkt starten. Nach der Ermittlung des Startspielers erhält jeder Spieler fünf der insgesamt hundert Karten, die er verdeckt auf die Hand nimmt. Diese Karten teilen sich in verschiedene Arten auf, von denen jede dazu genutzt werden kann, die eigenen Siegchancen zu verbessern oder die Pläne der Mitspieler zu durchkreuzen. Verschiedene Kartentypen sind z.B. Gegenstände, die die unterschiedlichsten Effekte haben, Orte, mit denen man das eigene Reich ausbauen und sich so Vorteile sichern kann, Monster, die Gegenstände aus dem Besitz der anderen Spieler stehlen können, Gefährten, die einem Spieler verschiedene Boni gewähren, oder Ereignisse, die den gesamten Spielverlauf beeinflussen können. Während er nun an der Reihe ist, kann ein Spieler zwei Handlungen ausführen. Hier ergibt sich die Möglichkeit, durch einen Auftrittswurf eine eigene Karte aus der Hand ins Spiel zu bringen. Hierfür muss mit einem sechsseitigen Würfel ein auf der Karte vermerkter Wert erwürfelt oder übertroffen werden. Wenn dies allerdings fehlschlägt, muss die Karte abgelegt werden. Ebenfalls eine Handlung ist der Abgangswurf, bei dem man nach dem gleichen Prinzip versucht, gegnerische Karten zu entfernen. Des Weiteren hat man noch die Möglichkeit Karten auszutauschen, sollte man mit seinen Handkarten nun gar nichts anfangen können.
Auf diese Weise baut man nach und nach sein Reich aus, versucht es gegen Angriffe der Mitspieler zu schützen und die benötigten Auftritts- und Abgangswürfe in seinem Sinne zu modifizieren.
Schließlich ist man soweit, dass man es riskieren kann, Schatzgegenstände auszuspielen und damit das Spiel zu gewinnen. Spätestens ab dem zweiten Schatz hat man die ungeteilte Aufmerksamkeit der Mitspieler, die einem den Erfolg nicht gönnen wollen. Gewonnen hat schließlich der Spieler, dem es gelingt als erster einen bronzenen, einen silbernen und einen goldenen Schatz sein eigen zu nennen.
Zusätzlich zum normalen Spiel werden noch zwei Varianten vorgestellt, die das Spiel in Teams ermöglichen oder die Würfel schon im Voraus modifizieren. Gerade die Team-Variante bringt neuen Schwung den Ablauf und verkürzt die Spielzeit beträchtlich.


Die Illustrationen der Karten bei Krallen & Fallen sind nett anzusehen und fangen die nicht ganz ernst gemeinte Stimmung des Spiels sehr gut ein. Die vierseitige Anleitung ist klar geschrieben und ermöglicht schon nach kurzem Überfliegen die erste Spielrunde, während die Kartentexte kaum Fragen offen lassen. Wie von Pegasus nicht anders gewohnt, sind auch hier wieder die Aufmachung und die Qualität der Spielmaterialien von guter Qualität.
Wer hier ein strategisch anspruchsvolles, ernstes Spiel erwartet, wird höchstwahrscheinlich enttäuscht werden, weil die zufällige Verteilung der Karten und vor allem eine größere Spielerzahl ein langfristige Planung nahezu unmöglich machen. Andererseits macht es aber auch einen Heidenspaß, die sorgfältig vorbereitete und über mehrere Runden ausgetüftelte Strategie eines Mitspielers mit einer einzigen Karte zunichte zu machen. Hier ist ein kreativer Umgang mit den zur Verfügung stehenden Karten gefragt.
Das Spiel funktioniert mit allen Spielerzahlen recht gut, wobei es sich am Besten mit vier Leuten spielen lässt. Die Spieldauer variiert nach Spieleranzahl und gewählter Variante meist zwischen 20 und 45 Minuten, in denen alle Spieler ständig auf das Spielgeschehen achten müssen um mögliche Ausreißer zu verhindern.
Ein schönes Spiel für einen entspannten Abend mit Freunden, die auch mal einige kleine Gemeinheiten beim Spielen vertragen können.




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