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Glashaus
Von Gregor Mascher

Rezension erschienen: 12.02.2008, Serie: Belletristik, Autor(en): Charles Stross, Verlag: Heyne Verlag, Seiten: 494, Erschienen: 2007, Preis: 8,95 Euro


Charles Stross ist als Autor hierzulande noch relativ unbekannt. Er hat zwar bereits zwei Romane veröffentlicht, aber wirklichen Leserruhm hat er bislang nicht erlangt. Mit "Glashaus" liegt nun sein drittes Werk in deutscher Übersetzung vor.

Robin kommt gerade aus der Gedächtnislöschung. Das heißt allerdings nicht, dass er ein Straftäter ist, sondern dass er sich anscheinend freiwillig einer Löschung unterzogen hat. Im 27. Jahrhundert ist das im Grunde auch nichts ungewöhnliches, schließlich sind die Menschen dank Persönlichkeits-Backup, allgegenwärtiger Nanotechnologie und Teleporter-Technologie so gut wie unsterblich. Mit der Unsterblichkeit geht aber auch ein Wust an Erinnerungen einher, die den menschlichen Geist abstumpfen lässt. Und genau deswegen hat Robin sich einer entsprechenden Löschung unterzogen. Nimmt er zumindest an, denn schließlich weiß er es nicht mehr.
Während der Reha-Zeit muss er allerdings feststellen, dass ihm offensichtlich jemand endgültig ans Leben will, und Robin ist sich nicht im Klaren darüber, warum das der Fall ist. Als einzige Option, sich vorerst in Sicherheit zu bringen, sieht er die Teilnahme an einem Experiment, in dem ein Ausschnitt der Gesellschaft des späten 20. Jahrhunderts rekonstruiert werden soll. Doch bereits nah kurzer Zeit stellt Robin fest, dass dieses Experiment mehr ist, als es zu sein scheint…

Knapp 500 Seiten umfasst der Roman aus dem Heyne Verlag, dessen Titelillustration ein Science-Fiction-Bild zeigt, dass eigentlich keinen wirklichen Bezug zum Inhalt des Romans herstellt. Die Kapitel des Buches weisen eine sachliche, aber wenig spannende Gliederung auf.

Das Konzept des speicherbaren Menschen ist nicht neu, ebenso wenig wie das Experiment einer im Experiment rekonstruierten Gesellschaft. Beides sind aber Elemente, die Stross in seinem Roman verwendet und miteinander verknüpft. Dummerweise sind aber zwei bekannte Elemente - in einem Buch vereint - kein Garant dafür, auch ein spannendes Buch zu ergeben. "Glashaus" liest sich eher lasch. Die Handlung plätschert ohne wirkliche Höhepunkte vor sich hin, die Dialoge bringen die Handlung nur wenig voran. Die Handlungsentwicklung findet hauptsächlich in den Gedankengängen der Hauptfigur statt, was die Geschichte insgesamt eher fade erscheinen lässt. Natürlich hat der Autor gar nicht die Absicht, einen Action-SF-Roman zu schreiben, aber auch für etwas ruhigere Science Fiction fehlt "Glashaus" einfach der entscheidende Funke Spannung.




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