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Beowulf: Das Spiel zum Film
Von Gregor Mascher

Rezension erschienen: 23.12.2007, Serie: Gesellschaftsspiele, Autor(en): Reiner Knizia, Verlag: Fantasy Flight Publishing, Seiten: , Erschienen: 2007, Preis: 29,90 Euro

"Beowulf" ist an sich eine klassische Sage um Helden, Monster und schöne, gefährliche Frauen. Nun ist vor kurzem eine Hollywood-Verfilmung der Sage in die Kinos gekommen. Und wie es mittlerweile nicht unüblich ist, gibt es aus dem Hause Fantasy Flight Games eine Brettspiel-Umsetzung; in deutscher Auflage beim Heidelberger Spieleverlag.

Ziel des Spiels ist es, als Skalde - eine Art nordischer Geschichtenerzähler - die eindrucksvollste Geschichte von Beowulfs Abenteuern zu erzählen. Dafür gilt es, möglichst viele Sagenpunkte anzusammeln. Das funktioniert, indem man die maximale Zahl an Segnungen erspielt, während man dem Gegner mit Gefahren und Flüchen das Leben schwer macht und Punkte abzieht.
Das Spiel teilt sich in drei Kapitel, die auch über unterschiedliche Spielpläne abgedeckt werden. Auf diesen Spielfeldern werden jeweils die eingesetzten Spielplättchen und die zehn Spielfiguren jedes Spielers gesetzt.
Die Spielplättchen verfügen über mehrere Einträge, die auf das jeweilige Bild aufgesetzt wurden. Dabei ist vermerkt, zu welchem Kapitel das Plättchen gehört, welchen positiven (als Segnung) oder negativen (als Gefahr) Punktwert das Plättchen hat und welche besondere Eigenschaft auftritt. Zusätzlich enthält das Spiel noch Punktemarker für die erlangten Sagenpunkte.
Der Spielablauf stellt sich wie folgt dar:
Während seines Spielzuges kann jeder entweder eine seiner Figuren setzen oder eines seiner Plättchen verdeckt auf seine Hand ziehen und dann setzen, in dem er es auf ein freies Feld auf dem Spielplan platziert. Das wird solange reihum gemacht, bis der Kapitelspielplan voll ist, woraufhin die Punkte zusammengerechnet werden und das nächste Kapitel begonnen wird.
Einige Plättchen haben besondere Eigenschaften, die durch Symbole gekennzeichnet werden. Eigenschaften wie Tapferkeit, Versuchung, Met und Vollrausch beeinflussen sich gegenseitig, währen Schätze, das Königliche Drachenhorn, der Gute Rat, die Goldene Statue und der Verrat die Position von Spielplättchen und Figuren beeinflussen oder Punktwerte verändern.

Das Spiel ist recht aufwändig gestaltet. Der vollfarbige Spielplan und die mit den verschiedensten Motiven bedruckten Plättchen sind durchaus ein Blickfang und auch die Spielfiguren sind vernünftig gestaltet.

Wie viel das Spiel nun mit der Beowulf-Sage oder gar der Verfilmung zu tun hat, bleibt mir bis dato leider schleierhaft. Das Spielprinzip und die konzeptionelle Umsetzung funktionieren völlig unabhängig von der Geschichte und auch die Spielmaterialien weisen, abgesehen von der Form der Spielfiguren, die generisch für Fantasy-Spiele passen, keinen spezifischen Beowulf-Bezug auf, sieht man von der Bezeichnung einiger Figuren ab.

Funktionieren tut das Spiel recht zügig, auch wenn man sich am Anfang erstmal in die Einbeziehung der Spezialeigenschaften einarbeiten muss, können sie doch massiv die Punkteergebnisse beeinflussen.
Wenn man sich einmal an das Spielprinzip und die Mechanismen gewöhnt hat, kann man problemlos auch mehrere Partien spielen. Dass allerdings eine wirkliche Langzeitmotivation eintritt, wage ich zu bezweifeln.




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