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Weltengänger
Von Gregor Mascher

Rezension erschienen: 02.11.2007, Serie: Belletristik, Autor(en): Sergej Lukianenko, Verlag: Heyne Verlag, Seiten: 589, Erschienen: 2007, Preis: 15,00 Euro


Sergej Lukianenko hat mit seinem "Wächter"-Zyklus bewiesen, dass aus Russland ganz hervorragende Fantasy-Literatur kommen kann. Nach dem Abschlussband "Wächter der Ewigkeit" ist nun mit "Weltengänger" ein neuer Roman des Erfolgsautors erschienen.

Kirill ist eigentlich ein ganz normaler Moskauer. Er arbeitet bei einer Computerfirma im Vertrieb, hat sich vor einer Woche von seiner Freundin getrennt und besitzt eine kleine Einraumwohnung in einem Wohnblock. Nur wohnt da plötzlich eine fremde Frau in seiner Wohnung, sein Hund erkennt ihn nicht mehr und seine Einrichtung ist auch verschwunden. Die Nachbarn bestätigen zwar seine Geschichte gegenüber der Miliz, aber er steht trotzdem vorerst ohne Wohnung da.
Langsam muss er feststellen, dass auch seine Freunde vergessen, dass es ihn gibt, und selbst seine Familie kann sich nicht mehr an ihn erinnern. Zu allem Überfluss verschwinden auch noch sämtliche schriftlichen Hinweise auf seine Existenz. Auch der Rat eines Science-Fiction-Autors bringt ihn nicht weiter.
Offenbar steckt aber ein Plan hinter all diesen mysteriösen Ereignissen, denn ein merkwürdiger Anruf lotst Kirill zu einem alten Wasserturm, wo er angeblich eine Antwort auf seine Fragen erhalten soll. Wie es scheint, soll Kirill als so genannter Funktional arbeiten, als Überwacher paralleler Welten…

Der 800 Seiten dicke Wälzer aus dem Heyne-Verlag ähnelt hinsichtlich des Einbandes den "Wächter"-Romanen von Lukianenko. Der schwarze Einband wird auf der Vorderseite von einem Schwarm Krähen und einem von innen leuchtenden Wasserturm geziert, was einen direkten Bezug zum Romaninhalt hat.

Lukianenko schreibt sehr spannende, düstere Jetztzeit-Fantasy. Das hat er bereits mit dem "Wächter"-Zyklus eindrucksvoll unter Beweis gestellt. "Weltengänger" kann durchaus an diesen Einstiegserfolg anknüpfen. Die Handlung ist spannend, die Charaktere sind nachvollziehbar und lebendig aufgebaut, nur an der Beschreibung der verschiedenen Handlungsorte hapert es etwas.
Der Autor baut eine unterschwellige Düsternis in seine Geschichte ein, die man nur schwer wirklich greifen kann und die immer wieder aufgelockert wird durch einzelne Dialoge oder die Überlegungen des Ich-Erzählers.
Ein Bonus ist übrigens, dass Lukianenko einige, hierzulande bisher unbekannte Science-Fiction- und Fantasy-Autoren erwähnt und gleich noch Hinweise zu deren inhaltlichem Stil einbaut.

Wer also von "Wächter der Nacht" und den Folgebänden begeistert war, der dürfte auch bei "Weltengänger" voll auf seine Kosten kommen!




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