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Tristopolis
Von Gregor Mascher

Rezension erschienen: 15.11.2007, Serie: Belletristik, Autor(en): John Meaney, Verlag: Heyne Verlag, Seiten: 508, Erschienen: 2007, Preis: 8,95 Euro


John Meaney ist bis dato als Autor ein unbeschriebenes Blatt. Mit "Tristopolis", Originaltitel "Bone Song", ist sein Erstlingswerk nun auch in Deutschland erschienen.

Lieutenant Donal arbeitet bei der Polizei von Tristopolis. Eigentlich ist er ein normaler Beamter, allerdings hat er gerade einen Sonderauftrag erhalten; nämlich eine berühmte Operndiva zu beschützen.
In letzter Zeit wurden mehrere berühmte Künstler ermordet und ihre Gebeine wurden gestohlen. Das ist insofern relevant, da die Gebeine der Toten den Treibstoff für die Nekrofusionsmeiler liefern, die Tristopolis mit Energie versorgen. Allerdings speichern die Knochen auch einen Teil der Begabung und Erfahrung des Verstorbenen und so gibt es durchaus auch einige verdrehte Sammler, die sich am Lied und den Träumen der Knochen ergötzen.
Das ist solange kein Problem, wie die Künstler eines natürlichen Todes sterben, auch wenn die Erfahrung solcher Visionen durchaus süchtig machen kann. Ein Problem wird es allerdings dann, wenn Künstler gezielt wegen ihrer Knochen ermordet werden, und so soll Lieutenant Donal der Operndiva Maria daLivnova Schutz vor einem eben solchen Schicksal bieten.
Bei seinen Bemühungen und Ermittlungen wird Donal von mysteriösen Gestalten beobachtet und gerät immer tiefer in die verborgenen Ränke und Geheimnisse von Tristopolis...

509 Seiten umfasst die Geschichte, die beim Heyne-verlag erschienen ist. Das Cover-Bild zeigt den großen Verkehrsknotenpunkt-Schädel im Zentrum von Tristopolis und vermittelt damit einen passenden Eindruck von der Atmosphäre des Buches.

Meaney hat einen wirklich ungewöhnlichen Roman geschrieben. Die von ihm entwickelte Parallelwelt ist voller Geister, Parawesen und vermeintlicher Ungeheuer. Vor allem die vielen Bezüge zum allgegenwärtigen Tod und die Knochen, die allerorts als Dekoration oder Werkstoff dienen, verleihen der Handlung und der Hintergrundwelt eine Düsternis und Morbidität, die trotz allem nicht bedrückend wirkt.
Die Handlung entwickelt sich Stück für Stück und offenbart dem Leser dabei immer wieder neue Bereiche der Welt von Tristopolis. Dabei sind die Figuren glaubwürdig und überzeugend dargestellt, die Dialoge treiben die Handlung voran und das Buch verliert eigentlich nie an Spannung.

"Tristopolis" ist eine wirklich spannende Mischung aus Science Fiction, Fantasy und Mystery, gewürzt mit einer Portion Horror. Meinerseits eine klare Kaufempfehlung!




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