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Straight Silver, Gaunt`s Ghosts Volume VII
Von Gregor Mascher

Rezension erschienen: 18.07.2007, Serie: Belletristik, Autor(en): Dan Abnett, Verlag: Games Workshop Deutschland GmbH, Seiten: 320, Erschienen: 2002, Preis: 10,50


Der Sabbat Crusade geht weiter! Dan Abnetts Helden der Imperial Guard, Colonel-Commissar Ibram Gaunt und sein Regiment, das First-and-Only Tanith, werden in "Straight Silver" erneut an vorderster Front des Sabbat Crusade eingesetzt

Auf Aexe Cardinal dauert der Krieg bereits Jahrzehnte. Auf der einen Seite stehen die imperiumstreuen Einheiten, auf der anderen Verbände, die zumindest grundsätzlich dem Erzfeind, den Mächten des Chaos, zuzuordnen sind.
Beide Seiten setzen auf Mittel der Kriegsführung, wie sie im Ersten Weltkrieg in Europa üblich waren: ausgedehnte Grabensysteme, Stacheldrahtverhaue, tagelanges Trommelfeuer der Artillerie und selbstmörderische Angriffe von Infanterie- und Kavallerieverbänden quer durch das Niemandsland zwischen den Kontrahenten.
Das Oberkommando auf dem Planeten ist offenbar auch nicht bereit, neuen Wegen eine Chance zu geben, sondern beharrt auf hergebrachten Methoden und veralteten Waffen, wogegen der Feind mittlerweile Unterstützung durch Einheiten des Blood Pact erhält.
Die Regimenter der Imperial Guard, die zur Unterstützung der lokalen Truppen landen, sollen nach dem Willen des planetaren Oberkommandos wie reguläre Infanterie in den Schützengräben eingesetzt werden, ohne dass die Fähigkeiten der verschiedenen Truppen zur Kenntnis genommen oder gar angewandt werden.
Das ist natürlich alles andere als im Sinne von Colonel-Commissar Gaunt und seinem Regiment von Stealth-Experten. Und so muss das Tanith einmal mehr nicht nur den massiven Feindbeschuss überleben, sondern auch die erneuten politischen Grabenkämpfe und Intrigen übergeordneter Offiziere. Aber es hat schon seinen Sinn, auf Aexe Cardinal zu sein, denn in diesem Feldzug geschieht nichts ohne Grund…

Eine gewisse Kontinuität im Umfang seiner Romane kann man Dan Abnett kaum absprechen, ist "Straight Silver" doch bereits der vierte Ghosts-Roman mit 320 Seiten Länge. Die Titelbildillustration orientiert sich stark an den Covern der ersten Romane dieser Buchreihe und zeigt erneut Gaunt und einige seiner Männer im Kampf.

Bei "Straight Silver" drängen sich dem Leser unwillkürlich Szenen aus alten Filmen über den Ersten Weltkrieg auf. Genau das scheint Dan Abnett auch zu beabsichtigen, denn die Situation auf Aexe Cardinal ähnelt zu sehr den Beschreibungen des Stellungskriegs vor Verdun, um Zufall zu sein.
Erneut zeigt der Autor, dass er ein Händchen für militärbasierte Geschichten hat, die er noch dazu mit einer Menge kleiner, aber dennoch wichtiger Nebenhandlungen würzt. Ohne all diese Nebenhandlungen, die sich um die verschiedensten Haupt- und Nebenfiguren drehen, wären die Ghosts-Romane nur halb so spannend. Mittlerweile hat praktisch jede Figur ihre eigene, ausgeformte Persönlichkeit mit Ecken, Kanten und Eigenheiten.
Als Leser bangt man stellenweise sehr um seine Lieblingsfiguren, hat Abnett doch bewiesen, dass er nicht davor zurückschreckt, auch altgediente und liebgewonnene Charaktere sterben zu lassen.
Dem Buch ist deutlich anzumerken, dass es neben der eigentlichen Handlung gleichzeitig die Vorbereitung auf den nächsten Band der Reihe darstellt, in dem dann der aktuelle Handlungsbogen abgeschlossen werden soll.
Über die Dialoge und Szenenbeschreibungen gibt es, wie auch in den vorhergegangenen Bänden, nichts zu klagen. Die Dialoge sind auf die einzelnen Personen zugeschnitten, die Handlungsorte bildhaft be- und die Szenen flüssig geschrieben, so dass man auch den actionlastigen Abschnitten problemlos folgen kann.

"Straight Silver" ist zwar nicht unbedingt der beste aller Romane um die Gaunt`s Ghosts, aber lesenswert ist er in jedem Fall.




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