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Eberron: Die träumende Finsternis Buch 3: Die Tore der Nacht
Von Michael Mingers

Rezension erschienen: 03.04.2007, Serie: Belletristik, Autor(en): Keith Baker, Verlag: Feder und Schwert, Seiten: 416, Erschienen: 2007, Preis: 12,95 Euro


Die Tore der Nacht ist der dritte Band der Trilogie um die Träumende Finsternis, einer Reihe von Keith Baker, die auf der von ihm erdachten Welt Eberron spielt.
Die Kenntnis der ersten beiden "Eberron"-Romane ist unbedingt erforderlich, um die Personen, ihre Motivationen, Probleme und Beziehungen untereinander verstehen zu können. Der letzte Teil der Reihe ist gleichzeitig auch der dünnste, wobei die mehr als 400 Seiten aufgrund des Layouts durchaus viel Text enthalten. Am Ende findet sich ein Anhang, welcher die Begriffe und Namen der Reihe noch einmal zusammenfasst und erklärt.

Da der zweite Band der Trilogie mit einem Cliffhanger endete, beginnt der dritte Teil mitten im Geschehen. Um der gefährlichen Situation zu entgehen, müssen sich die Magieschmiedin Lei, der ehemalige Soldat Daine und der Kriegsgeschmiedete Stoß mit einer Drow verbünden und durch ein uraltes Artefakt auf eine andere Existenzebene fliehen. Auf der Ebene der Märchen, Mythen und Legenden müssen sie sich zahlreichen Gefahren stellen und auch innere Konflikte überwinden. Nach und nach erfahren sie von einer großen Bedrohung für die ganze Welt, welche sie unwissentlich ausgelöst haben und nun aufhalten müssen. Doch dazu müssen sie nach Dal Quor reisen, die Ebene der Alpträume, wo sie nicht nur mit grauenhafte Wesen konfrontiert werden, sondern auch mit ihren eigenen Geheimnissen und Ängsten.

Die große Stärke des Romans ist die Darstellung der verschiedenen Charaktere. Baker gelingt es, seine Charaktere von einer spannenden Situation in die nächste zu dirigieren, ohne dass dies aufgesetzt wirkt. Dabei entwickeln sich die Persönlichkeiten seiner Figuren immer weiter. Die zentrale Rolle in diesem Roman nimmt dabei Lei ein, die viele erschreckende Fakten über ihre Herkunft herausfindet und lernen muss, damit zu leben. Aber auch die anderen Charaktere entwickeln sich beständig, was Baker durch ständig wechselnde Erzählperspektiven verdeutlicht. In jedem Kapitel wird das Geschehene von einem anderen Charakter wiedergegeben. Bisweilen überschneidet sich das Geschehene mit dem bereits erzählten, jedoch bleibt es durch die unterschiedliche Sichtweise der Charakter stets interessant. Gerade die Drow, welche die Heldengruppe auf ihrer Reise begleitet, unterscheidet sich in ihren Denkmustern und Gewohnheiten sehr von ihren Gefährten, was ihre Perspektive um so interessanter macht. Ein anderer großer Pluspunkt ist die Vermittlung der Spielwelt Eberron. Wie bereits in den Vorgängerbänden, verknüpft Baker geschickt Informationen zur Welt mit seiner Erzählung, ohne dass dies aufgesetzt wirkt.
Leider liest sich der Roman doch bisweilen etwas gehetzt, als wenn der Autor seinen Roman schneller fertigstellen musste, als er sich dies gewünscht hätte. Gerade das letzte Drittel wirkt bemüht, wenn die Gruppe viele neue magische Gegenstände und Fähigkeiten erhält, die ihre Macht beträchtlich erhöhen. Es scheint, als hätte der Autor seine Figuren gezielt auf das Ende vorbereiten müssen, da sie ansonsten keine Chance gehabt hätten, es auch nur zu versuchen. Am negativsten fällt die beschleunigte Erzählweise auf den letzten paar Seiten auf. Hier werden zwar die wichtigsten Handlungsbögen zu Ende geführt, doch auch neue Fragen aufgeworfen. Einige Ansätze bleiben unbeantwortet, als ob der Autor sich noch eine Möglichkeit offen halten wollte, weitere Geschichten um seine Charaktere zu spinnen. Dies wäre zwar zu begrüßen, doch so ist der Abschluss der Trilogie nicht völlig befriedigend für den Leser.

Die Tore der Nacht liest sich angenehm und schnell. Der Roman bietet nicht nur wie seine Vorgänger viel Action, interessante Charaktere, deren Entwicklung und einen fesselnden Plot, sondern steigert sich in all diesen Bereichen auch noch. Für Eberron-Fans ist die Reihe Pflicht, auch wenn Die Tore der Nacht zu abrupt endet. Dazu kommt leider auch wieder der mit fast 13 Euro ziemlich hohe Preis.




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