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Shadowrun: Schattenläufer
Von Jan-Hendrik Kalusche

Rezension erschienen: 25.03.2007, Serie: Belletristik, Autor(en): Markus Heitz, Verlag: Heyne Verlag, Seiten: 1040, Erschienen: 2006, Preis: 9,95 Euro

Mit Schattenläufer ist jetzt endlich der zweite Sammelband von Markus Heitz' Shadowrun-Romanen erhältlich. Der gebürtige Homburger machte in letzter Zeit vor allem durch seine beiden Werwolf-Romane Ritus und Sanctum auf sich aufmerksam. Doch auch seine Shadowrun-Romane sind durchaus lesenswert

Auch Schattenläufer besteht wieder aus drei Romanen: Sturmvogel, 5:58 und Jede Wette

In Sturmvogel treffen wir wieder auf einen alten Bekannten: Severin T. Gospini, besser bekannt als Poolitzer. Wollte er eben noch einen Insiderbericht über das Herzogtum Pomorya machen, befindet er sich nun in einem Fall von ungeheuren Ausmaßen: Die rechtsradikale DNP versucht an die Spitze der Regierung des Norddeutschen Bundes zu kommen. Dabei setzt sie auf eine erhöhte Spannung der ADL mit dem Herzogtum. Dass da etwas nicht mit rechten Dingen zugeht, bemerkt nicht nur Poolitzer. Schon bald hat er die Unterstützung einer Piratenbande, die die in ihren Gewässern operierende DNP gerne loswerden will.

5:58 bringt Poolitzer zu einer Story, die an Brisanz kaum zu überbieten ist: Einem Hypnothiseur ist eine Versuchsperson abhanden gekommen. Dumm nur, das ihr Unterbewusstsein vorher mit Namen und Daten verschiedener Serienmörder gefüttert wurde. Die Jagd durch Frankfurt beginnt. Unterstützung bekommt Poolitzer dabei von Cauldron, Xavier und Ultra, die eigentlich nur einen kleinen Urlaub in der ADL machen wollten. Während sie sich an die Fersen des Gesuchten heften, wird Xavier von seiner Vergangenheit als Anti-Magier eingeholt. So werden aus den Jägern nur allzuschnell Gejagte.

Jede Wette bringt dem Leser eine neue Sportart der Sechsten Welt näher: das All-Area-Combat-Golfen. Der beste deutsche Spieler auf diesem Gebiet, Holdo Kraif, befindet sich in echten Schwierigkeiten. Er hat Schulden bei einem Oyabun der Yakuza, der das Geld so schnell wie möglich haben will. In seiner Not geht er auf eine wahnwitzige Wette ein. Wenn er es schafft, eine Woche gegen die besten Killer der ADL zu überleben, hat er bis an sein Lebensende keine Sorgen mehr. Zu spät geht im auf, was für einen Fehler er da begangen hat. Selbst Poolitzer, der seine Hilfe angeboten hat, gerät in Lebensgefahr. So flieht Kraif, die Verfolger an den Fersen, in die Vereingten Arabischen Emirate.

Mit Schattenläufer hat Heitz seinen zweite Coup gelandet. Wieder sind es drei Geschichten, die den Leser fesseln und ihm einen Einblick in die Sechste Welt gewähren. Dabei steht auch dieses Mal Poolitzer wieder zu großen Teilen im Mittelpunkt. Er ist immer noch so, wie man ihn in Erinnerung hat: Die arrogante Nervensäge mit dem eigentlich doch goldenen Herzen. Wen wundert es da, dass er dem Leser schnell ans Herz wächst. Aber auch Cauldron und Xavier haben ihren Platz und spielen wichtige Rollen. So viel sei schon mal verraten: Die Jagd nach dem Djinn aus Aeternitas ist noch lange nicht zu Ende.
Einzig die scheinbare Unbesiegbarkeit der Charaktere mag dem einen oder anderen Leser sauer aufstoßen. Und Jeremiah Jennings, einer der Toprunner Seattles, ist sogar in meinen Augen übertrieben. Wer es alleine mit einem LKW voller Raketenwerfer mit einer ganzen Armee aufnimmt, ist schon ein wirklich unrealistischer Charakter.
Ansonsten kann ich eine 100%-ige Leseempfehlung aussprechen. Schattenjäger ist eines der Bücher, die man nicht so schnell aus der Hand legt, weil einem die Charaktere sehr ans Herz wachsen.




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