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Shadowrun: Cash Flow
Von Michael Mingers

Rezension erschienen: 16.12.2006, Serie: Belletristik, Autor(en): Christian Riesslegger, Verlag: Fantasy Productions GmbH, Seiten: 317, Erschienen: 2006, Preis: 9 Euro


Ich hatte in meiner Rezension zu dem Shadowrun-Roman GmbH ja angekündigt, dass man den Roman ohne seine Fortsetzung Cash Flow nicht entgültig beurteilen könne. Nun ist die Fortsetzung erschienen und ich kann zu einer endgültigen Beurteilung schreiten.

Cash Flow setzt nach dem abrupten Ende von GmbH mitten in der Handlung ein. Die Runnergruppe, die im ersten Roman zusammengefunden hat, kann nun endlich ihre eigentliche Aufgabe angehen, nämlich den anstehenden Shadowrun durchzuführen, die Extraktion einiger Daten. Diese befinden sich in der Hand einer ultra-rechten Fraktion und könnten dem amtierenden Vizekanzler Hacklhuber die kurz bevorstehende Wahl kosten. Dafür, dass der Autor Christian Riesslegger in GmbH noch einen sehr gemächlichen Erzählstil gewählt hatte, geht es hier recht schnell und sehr actionreich zur Sache, der komplexe Plot tritt etwas in den Hintergrund. Es gibt jede Menge Schießereien, Zaubersprüche, Kampfdrohnen und Hochsicherheitsbereiche in der Matrix, quasi von allem das größte. Gerade im Finale dreht Riesslegger ordentlich an der maximalen Leistungsfähigkeit der Charaktere. Die Wahrheit hinter den Führern der rechten Partei mag zwar durchaus ironisch sein, doch wirkt die Auflösung doch etwas an den Haaren herbeigezogen. Und die Belohnung der Shadowrunner ist möglicherweise auch etwas hoch gegriffen... Jedenfalls kann sich Karo Ass, die Anführerin der Runnergruppe, am Ende über einen Betrag freuen, der dem Jahresumsatz eines kleinen, europaweit agierenden Konzerns entsprechen dürfte. Am Ende gelingt es dem Autor auch, all die Handlungsfäden des Romans zusammenzuführen, wenn auch manche Verknüpfung relativ schwach bleibt und im Kontext des Nutzens für den Roman sehr viel Platz eingenommen hat, wie etwa der Handlungsrahmen um den kranken Möchtegernrunner Gonzo oder die beiden Geheimagenten in der Zeitlinie von 2033, 30 Jahre vor der restlichen Handlung. In diesen Kapiteln findet man auch die bereits aus GmbH gewohnte, österreichische Sprechweise und Kritik an diesem Land, dessen Lebensweise und Politik, wobei beides nicht mehr so oft auftritt, wie noch im ersten Roman. Es wäre angebracht gewesen, einen Roman über das Shadowrunnerteam und einen über die beiden Geheimagenten zu schreiben, anstatt zwei halbe Romane mit jeweils beiden zu veröffentlichen. Die Geheimagenten und deren Verteidigung Österreichs vor dem islamischen Dschihad sowie ihre Recherchen über die magisch-toxischen Massenvernichtungswaffen hätten einen wirklich guten Roman über die europäischen Geschehnisse des Jahres 2033 in der Welt von Shadowrun gegegeben.

Der Roman ist insgesamt sehr gut geschrieben, aber nur sofern man sich mit der österreichischen Schreibweise anzufreunden weiß. Da es im Gegensatz zu GmbH auch jede Menge Action gibt, hat der Roman einen sehr viel besseren Spannungsbogen und es fällt schwer, das Buch nach der ersten Hälfte aus der Hand zu legen. Wenn GmbH und Cash Flow zusammen als ein Roman erschienen wären und ebenso die Handlung um die Geheimagenten, dann hätte das sehr gute Material viel mehr hergemacht.




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