Willkommen Gast - LORP.de v2.45.00
LORP.de  
Seite drucken Seite empfehlen Leserbrief schreiben Translate into English with Google
 

Startseite » Rezensionen » Belletristik » Fantasy » Zeit der Gräber

Zeit der Gräber
Von Anke Biernat

Rezension erschienen: 01.05.2000, Serie: Belletristik, Autor(en): Bjørn Jagnow, Verlag: Wilhelm Heyne Verlag, Seiten: 249, Erschienen: 1995, Preis: 12,90 DM

Dieser Roman ist in der Welt des Fantasy-Rollenspiel Das Schwarze Auge angesiedelt und übernimmt somit die Eigenheiten des Kontinents Aventurien. Fantasy-Fans jenseits der Rollenspielszene können aber unbesorgt zugreifen: alle Zusammenhänge werden im Laufe der Geschichte erklärt und sind ohne Vorkenntnisse verständlich.

Als Narena einen Tag vor Jahresende ihren Freund Wulfen begleitet, um eine mysteriöse Grabräuberin in der Stadt der Toten unschädlich zu machen, ahnt sie nicht, um wie viel größer die Gefahr ist, der Macht des Purpurnen ausgeliefert zu sein. Wider Willen sind die Beiden gezwungen die Namenlosen Tage in den Boronssümpfen zu verbringen.

Verfolgt und bedroht von Sumpfaffen, Seelensammlern und Schlimmeren muss Narena zu ihrem Entsetzen feststellen, dass sich in ihrem Kameraden eine erschreckende Wandlung vollzieht, die sie nicht begreift.

Mehr und mehr nehmen Misstrauen und Angst vor Wulfen überhand, während sie weiterhin auf seinen Beistand angewiesen ist, um das Namenlose Grauen zu überleben.

Und wer ist nun die seltsame Frau, die es wagt in einem Boronsanger Melodien wie diese zu singen: "Zeit des Bösen, Zeit der Sünden - Werden Sphären sich entzünden - Wenn die Kämpfe sich verkünden. Namenloses Rufen, Singen - Durch der Erde Gräber dringen - Alle hin zum Throne zwingen."

"Die Zeit der Gräber" sind 249 Seiten reines Lesevergnügen, wenn man es mag, eisige Gruselschauer über den Rücken laufen zu fühlen. Spannung pur nicht nur für Fans des Rollenspiels, wobei hier endlich einmal die dunkle Seite Aventuriens genauer betrachtet wird. Der Gott ohne Namen, der Dreizehnte des Götterhimmels soll in die Welt zurückgebracht werden, obgleich der Leser bis zum Schluss im Unklaren bleibt, wie dies geschieht.

Dunkle, stimmungsvolle Szenarien des Horrors und klassische Fantasyelemente reichen sich in diesem Roman der "Schwarzen Auge" Reihe geschickt die Hände. Gefesselt von Anfang bis Ende durch die klare, mitreissende Sprache des Autors, die den Leser in seinen Bann zu ziehen versteht und nicht loslässt bis alle Fragen geklärt zu sein scheinen. Aber selbst dann bleibt noch der Wunsch mehr zu erfahren und zu lesen, wie es weitergehen könnte. Es ist also zu hoffen, dass eines Tages eine Fortsetzung dieser überaus gelungenen Geschichte von Bjørn Jagnow erscheint, die mir ein weiteres Mal die Gänsehaut auf die Arme treibt.




LORP.de Copyright © 1999 - 2020 Stefan Sauerbier, Alle Rechte vorbehalten.