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Eberron: Die träumende Finsternis Buch 2: Das zerstörte Land
Von Michael Mingers

Rezension erschienen: 15.11.2006, Serie: Belletristik, Autor(en): Keith Baker, Verlag: Feder und Schwert, Seiten: 528, Erschienen: 2006, Preis: 12,95 Euro


Keith Baker fängt mit Das zerstörte Land, dem zweiten Band seiner Reihe um Die träumende Finsternis auf seiner Spielwelt Eberron, etwa da an, wo er mit dem ersten Teil aufgehört hat. Die Helden der Geschichte erledigen in Sharn typische Aufgaben für Fantasyhelden, um sich ihren Lebensunterhalt zu sichern. Dabei suchen den ehemaligen Soldaten Daine allerdings immer wieder Visionen heim, welche die ganze Gruppe in Gefahr bringen. Um von den unerwünschten und spontan auftretenden Träumen geheilt zu werden, schlägt eine geheimnisvolle Frau ihnen vor, nach Xen'drik zu reisen. Auf diesem Kontinent erstrahlte vor Jahrtausenden eine große Zivilisation von Giganten, die jedoch im Krieg gegen Alptraum-Wesen unterging. In den Ruinen erhofft sich die Gruppe eine Heilung für die unerwünschten Visionen zu finden, doch stoßen sie dort auf viel mehr Probleme, als sie befürchtet hatten.

Wie auch schon im ersten Roman der Reihe ist es ein wichtiges Ziel des Autors nicht nur eine Geschichte zu erzählen, sondern auch die Spielwelt zu präsentieren und zu erklären. Nachdem im ersten Roman Sharn, die Stadt der Türme, als Schauplatz für die Abenteuer der Gruppe diente, siedeln sie nun nach Xen'drik über, einem geheimnisvollen Kontinent voller uralter, magischer Schätze und tödlichen Bedrohungen. Eine sehr passende Grundlage für spannende Abenteuer, und Baker nutzt diese auch, um seine Charaktere fast ohne Atempause von einer gefährlichen Situation in die nächste zu leiten. Dabei vergisst der Autor jedoch nicht seine Figuren und deckt nach und nach immer mehr Details ihrer Vergangenheit, ihrer Persönlichkeit und ihren Beziehungen zueinander auf. Vor allem der Kriegsgeschmiedete Stoß muss auf der Suche nach seiner Identität und Aufgabe im Leben viele wichtige Entscheidungen treffen. Dass die Charaktere dabei auch Fehler machen, macht sie nur sympatischer und der Leser kann sich eher mit ihnen identifizieren.
Obwohl die Charaktere mehr in den Mittelpunkt des Romans treten als noch im ersten Band der Trilogie, werden nur wenige offene Handlungsstränge zu Ende gebracht, es kommen eher noch einige weitere hinzu. Dazu kommt noch, dass die Gruppe immer wieder auf Wesen und Charaktere trifft, die geheimnisvolle Andeutungen machen oder die von Prophezeiungen und Schicksal der Heldengruppe reden, natürlich ohne näher auf irgendetwas einzugehen. Zum Ende des Romans tauchen dann auch wieder einige Charaktere auf, die eigentlich hätten tot sein sollen. Der Roman endet in einem wirklich gemeinen Cliffhanger, mitten in der Action und einer sehr gefährlichen Situation. Zusammen mit den vielen losen Enden fühlt man sich als Leser etwas im Regen stehen gelassen, da man frühstens im April 2007 mit einem Abschluss der Geschichte rechnen kann, wenn der letzte Teil der Trilogie auf Deutsch erscheinen soll.

Das zerstörte Land ist ein flott und angenehm zu lesender Roman mit vielen überraschenden Momenten. Man merkt, dass sich Keith Baker nicht nur gut in seiner eigenen Welt auskennt, sondern auch mit Freude bei der Sache war. Natürlich sind die vielen exotischen Namen, Orte und Kreaturen nicht jedermanns Sache, doch ein hilfreiches Glossar am Ende des Buches hilft bei den meisten Begriffen und Namen weiter, mit denen man auf Anhieb nichts anfangen kann. Ein Wermutstropfen neben den vielen offenen Enden und dem Cliffhanger ist erneut der Preis von fast 13 Euro, der trotz der guten Verarbeitung des Buches recht hoch ist.




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