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White Dwarf 130 - Oktober 2006
Von Michael Mingers

Rezension erschienen: 11.10.2006, Serie: Zeitschriften, Autor(en): , Verlag: Games Workshop Deutschland GmbH, Seiten: 133, Erschienen: 2006, Preis: 5,95 Euro


Ein wilder Orkboss stürmt dem Betrachter auf dem Cover des 130ten White Dwarfs entgegen und gibt das Thema dieser Ausgabe vor: das Erscheinen des Armeebuchs für die Orks und Goblins der neuen Warhammer-Edition. Entsprechend grün gestaltet sich die ganze Ausgabe. Bei der Vorstellung des neuen Armeebuchs wird erfreulicherweise auf die Änderungen der Magie, der Truppen und der magischen Gegenstände eingegangen, so dass Veteranen der grünen Horde einen guten Eindruck von ihren Truppen in der neuen Edition erhalten. Um die neuen Regeln zu verdeutlichen wird danach ein, mit 4000 Punkten auf jeder Seite ziemlich epischer, Schlachtbericht präsentiert, in dem die Orks und Goblins gegen Echsenmenschen antreten und diese, wie zu erwarten, recht eindeutig besiegen. Der Standartenträger-Artikel hätte gut werden können, indem er einen Einblick in die Entwicklung eines Codex wirft. Stattdessen wird aber ohne Konzept über die neuen Eldar geplappert, die nächsten Monat erscheinen werden. Wieder hat der Artikel vor allem die nicht ganz subtile Intention, Miniaturen zu verkaufen, statt zu informieren. Weiterhin werden dem Leser auf 14 Seiten alle 14 Armeen der Warhammer-Welt vorgestellt. Dabei nimmt jeweils ein Foto der entsprechenden Armee die zwei oberen Drittel der Seite ein. Der Rest enthält dann eine knappe Zusammenfassung der Armee sowie die Kurzvorstellung von drei der auf dem Foto zu sehenden Truppentypen. Solch eine Übersicht wäre in der Warhammer-Grundbox sicherlich sehr ansprechend und nützlich, doch im White Dwarf wirkt sie deplatziert. Die Übersicht dient mehr dazu, neuen Spielern den Mund wässrig zu machen und ihnen bei der Entscheidung zu helfen, welche Armee sie nun spielen und sammeln wollen. Der White Dwarf sollte in seiner Funktion als Hobbymagazin aber dieses Thema vertiefen und nicht derart oberflächlich darüber berichten. So wirkt das ganze mehr wie Werbung, denn wie ein hilfreicher Artikel.

Herr der Ringe erhält wieder einmal einige Szenarios für Moria. Allerdings muss man diesmal nicht Frodo hindurch schleusen, sondern mit Balin und seinen Zwergen versuchen, die Minen von den Orks zurückzuerobern. Durch die Kampagnenregeln, welche das Überleben der Helden bestimmen, werden die Szenarios interessant, auch wenn Moria als Setting inzwischen ziemlich verbraucht ist.

Für die Fans von Warhammer 40.000 gibt es nicht sonderlich viel Material. Ein Artikel über die Läufer der verschiedenen Armeen stimmt bereits auf die Kampfläufer der Eldar ein, die im nächsten Monat erscheinen werden. Leider sind die Ratschläge für den Einsatz der Läufer aber nur sehr oberflächlich gehalten.

Abgerundet wird der internationale Teil durch drei Bemalanleitungen beziehungsweise Figurenschaukästen für Necrons, Herr der Ringe-Figuren und die neuen Orks. Im deutschen Teil findet sich dann eine Chronik der deutschen Redaktion, die mit dieser Ausgabe zehn Jahre alt wird. Auf zehn Seiten wird ein Überblick über die bisherigen Erfolge, Veröffentlichungen und Ladeneröffnungen von Games Workshop Deutschland gegeben. Dazu kommen einige Seiten mit Fotos von den Gewinnern des deutschen Golden Demon 2006. Der Meisterklasse-Malworkshop des Team Deutschland wird erfreulicherweise fortgesetzt. Diesmal geht es vor allem um den theoretischen Teil der Figurenbemalung, also um die Wirkung von bestimmten Farbtönen und deren Kombination. Dazwischen sind auch noch die Richtlinien für das kommende Grand Tournament zu finden sowie ein kurzer Artikel zum Grundieren von Figuren, der aber vor allem dazu dienen soll, das Grundierspray zu verkaufen.

Auch wenn der White Dwarf in dieser Ausgabe aufgrund des Jubiläums etwas dicker daherkommt als gewöhnlich, so hat man leider nicht den Eindruck, auch wirklich mehr zu bekommen. Schuld daran sind die vielen Seiten mit Werbung von und für Games Workshop. Neben den ganz offensichtlichen Angeboten, wie bei den Tau Kampfanzügen auf Seite 91 oder den Space Marine Panzern auf Seite 47, finden sich viele Seiten mit Ankündigungen für die offiziellen Läden, Angebote auf den Troll-Seiten, bei denen man fast nichts spart, usw. Leider erweckt auch dieser White Dwarf trotz einiger kleiner Verbesserungen, wie den Diagrammen im Schlachtbericht und dem Bemalartikel des Team Deutschland, viel mehr den Eindruck, ein Werbeheft sein zu wollen, statt ein hilfreiches Hobbymagazin.




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