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Kleopatra und die Baumeister
Von Michael Bauland

Rezension erschienen: 01.10.2006, Serie: Gesellschaftsspiele, Autor(en): Bruno Cathala und Ludovic Maublanc, Verlag: Days of Wonder, Seiten: , Erschienen: 2006, Preis: k.a.


Kleopatra und die Baumeister heißt das neue Familienspiel von Days of Wonder. Man schlüpft in die Rolle eines Baumeisters, der Kleopatra einen schönen Palast entwerfen soll.

Auffallend ist die unglaublich umfangreiche Ausstattung des Spiels. Das Material besteht aus vielen modellierten Kunststoffteilen, die zum Bau des Palastes benötigt werden. So gibt es zum Beispiel lange Obelisken, Sphinxfiguren und Säulen. Des Weiteren befinden sich im Spiel Ressourcenkarten und Charakterkarten, Geldplättchen (Talente), Korruptionsplättchen, Spielfiguren, Papppyramiden und zwei Spielpläne (von denen einer auf die Rückseite der Schachtel gelegt wird, so dass man einen dreidimensionalen Spielplan erhält). Neben den Spielregeln auf Papier gibt es eine DVD, auf der die Regeln erklärt sind und weitere Spiele des Verlags vorgestellt werden. Außerdem gibt es, wie bei Days of Wonder üblich, eine so genannte Webnummer, mit der man sich auf der Homepage des Verlages einloggen und für einige Zeit Onlineversionen verschiedener Spiele ausprobieren kann.

Die Spielregeln verteilen sich auf zehn Seiten, wobei die eigentlichen Regeln relativ kurz sind und auf drei Seiten Platz finden. Der Rest des Hefts zeigt den Spielaufbau mit Hilfe eines Fotos sowie ausführliche Erläuterungen zum Bauen und zu den Charakterkarten. Auf der Homepage des Verlags finden sich noch weitere offizielle Regeln für zwei Spieler.

Das Spiel beginnt der Spieler mit den ägyptischsten Merkmalen. Jeder Spieler stellt eine Papppyramide vor sich auf, in der er, wie in eine Spardose, seine Korruptionsplättchen steckt, sofern er welche erhält. Außerdem erhält jeder Spieler drei Karten. Die restlichen Karten werden zur Hälfte verdeckt zur Hälfte aufgedeckt zu einem Nachziehstapel gemischt und drei dieser Karten werden als die drei Märkte ausgelegt. Ein Spieler, der an der Reihe ist, hat zwei Möglichkeiten: er geht auf den Markt oder in den Steinbruch.


  • Markt: Hier darf man sich einen der drei Märkte aussuchen und alle dort liegenden Karten nehmen. Danach bekommt jeder Markt eine neue Karte vom Nachziehstapel. Nach dem Ziehen darf man maximal zehn Karten in der Hand halten. Hat man mehr, muss man die überzähligen abgeben und einen Korruptionsmarker nehmen oder alle Karten behalten und für jede der überzähligen Karten einen Korruptionsmarker nehmen.

  • Steinbruch: Hier darf man mit seinen Ressourcenkarten auf der Hand ein oder mehrere Elemente für den Palast bauen. Je nachdem, welches Element man baut und wie viele man gleichzeitig (je mehr desto besser) baut, gibt es mehr oder weniger Talente als Bezahlung. Zusätzlich geben einige Elemente Bonus-Talente, wenn man sie an bestimmten Stellen baut.


Nach jeder Baurunde werden die Würfel des Hohepriesters geworfen. Dies sind fünf Würfel, die auf einer Seite das Symbol des Hohepriesters haben und sonst leer sind. Es werden immer nur die Würfel geworfen, die noch nicht das Symbol zeigen. Sollten alle fünf Würfel das Symbol des Hohepriesters zeigen, findet eine Opferrunde statt. Dazu bietet jeder Spieler verdeckt eine bestimmte Anzahl von Talenten, die er danach abgeben muss. Der Spieler mit dem höchsten Gebot darf drei Korruptionsmarker aus seiner Pyramide nehmen und zum allgemeinen Vorrat legen. Die restlichen Spieler bekommen in der Reihenfolge ihres Gebots ein, zwei, drei oder vier Korruptionsplättchen hinzu.
Neben den Ressourcenkarten gibt es noch Korruptionskarten, die entweder mehr Ressourcen bieten als eine normale Karte oder eine Aktion erlauben (wie zum Beispiel eine bereits gespielte Karte vom Ablagestapel zu nehmen, oder von jedem Spieler Talente oder Ressourcenkarten bekommen) und die man an beliebiger Stelle seines eigenen Zuges ausführen darf. Die Benutzung solcher Karten bringt jedoch weitere Korruptionsplättchen.
Das Spiel endet, sobald fünf von den sechs Element-Arten vollständig verbaut sind. Nun schaut jeder Spieler, wie viele Korruptionsplättchen er besitzt (es gibt noch eine Möglichkeit im Spiel durch den Bau eines oder zwei Heiligtümer, die Anzahl vor der Endabrechnung zu verringern). Der Spieler mit den meisten Korruptionsplättchen hat verloren. Unter den anderen Spieler wird der Sieger ermittelt, indem die eingenommenen Talente gezählt werden. Wer am meisten Talente besitzt, hat gewonnen.

Das Spiel lebt davon, dass man sich ständig zwischen 'ehrlichem' und 'korruptem' Handeln entscheiden muss. Ein wenig Korruption muss sein, denn sonst hat man keine Chance; allerdings darf man es nicht übertreiben, denn der korrupteste Spieler wird am Ende den Krokodilen zum Fraß vorgeworfen und verliert. Man muss also ständig das Handeln der Mitspieler im Auge behalten und sich ihrem Korruptionsverhalten anpassen. Durch Bau von Heiligtümern, von denen jeder Spieler maximal zwei besitzen kann, ist es noch möglich einige Korruptionsplättchen abzugeben und auch die Opferrunde kann helfen, da man hier als Höchstbietender im Vergleich zu den anderen Spielern viel Korruption loswerden kann; allerdings auch Geld, das man zum Gewinnen benötigt. Der eigentliche Bau des Tempels ist gerade durch die dreidimensionalen Bauelemente sehr nett und es gibt auch einige taktische Überlegungen, wobei diese nicht zu weitreichend sind und durch das Ziehen der Ressourcenkarten ein großer Glücksfaktor vorhanden ist.

Kleopatra und die Baumeister ist ein Spiel für drei bis fünf Personen. Durch die auf der Webpage angegebene Sonderregel für zwei Spieler (hier verliert nicht direkt der Spieler mit den meisten Korruptionsplättchen, sondern ihm werden zur Strafe Talente abgezogen) lässt sich das Spiel auch sehr gut im Duo spielen. Die Zeitangabe von rund 60 Minuten ist insbesondere für die erste Partei zu niedrig gegriffen. Nach einigen Partien und einer gewissen Routine kann man das Spiel aber durchaus in einer Stunde schaffen.

Fazit:
Kleopatra und die Baumeister besticht zuerst vor allem durch seine üppige Ausstattung, aber auch bei näherem Hinsehen ist es noch ein schönes Spiel. Vor allem für Familien und Leute, die keinen Wert auf große strategische Planung legen, ist es empfehlenswert. Der Mechanismus, dass man Korruptionspunkte erhält, diese aber nur einer Person schaden, macht das Spiel ebenfalls interessant.



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