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Rollenspiele Im Gespräch
Thomas Echelmeyer über den Japan-Quellenband "Teikoku" für Lodland
von Stefan Sauerbier
5. Oktober 2005

Thomas Echelmeyer wurde 1977 in Osnabrück geboren, lebt wieder in der "Hase-Metropole" und absolviert dort zur Zeit eine Ausbildung zum Veranstaltungskaufmann. Neben diesem Broterwerb und vielen Rollenspielrunden arbeitet er als Rezensent und Webmaster für den Envoyer sowie als "Eventmanager" für LodlanD. In dieser Funktion koordiniert der passionierte Rollenspiel-Sammler die Aktivitäten der LodlanD-Crew und der Promo-Spielleiter auf Conventions und Messen. Beim kommenden Quellenbuch "Teikoku" ist er erstmals Teil des Autorenteams.

LORP.de: Wie kommt es, dass ihr zur SPIEL'05 den Japan-Quellenbank veröffentlichen werdet? Im letzten Jahr hatten viele angenommen, dass es ein Band in der Randregion des RDL wird. Japan liegt doch um einiges weiter entfernt von dem Basis-Setting von LodlanD.
Thomas Echelmeyer: Nun, wir haben mit LodlanD noch eine Menge vor. Liberty war der erste Völkerband und ist auf hervorragende Resonanz gestoßen. Mit Hilfe des optionalen Metaplots haben wir eine Anbindung Libertys an die bisherige Spielwelt, das Gebiet des "Rats der Länder" geschaffen. Jetzt wollten wir ein echtes Stand-Alone-Produkt schaffen, das einige Besonderheiten mitbringt, die sich im Gebiet des RDL nicht so einfach verwirklichten ließen. Grundsätzlich spielt Teikoku in der gleichen Welt wie die anderen LodlanD-Produkte, aber in einer anderen, einer isolierten Region. Jeder wird an dem Band noch LodlanD erkennen und es werden auch keinerlei Regeln umgestoßen.

LORP.de: Teikoku ist also aufgrund der räumlichen Entfernung als Stand-Alone-Regionalband zu sehen. Ein Zusammentreffen von Charakteren beider Regionen (Standard-Setting <-> Teikoku) ist ja eher unwahrscheinlich. Welche Beweggründe haben euch außer den bereits geschilderten zu dieser Entscheidung geführt?
Thomas Echelmeyer: Bisher hatten wir ein zusammenhängendes Areal, in dem LodlanD stattfand. Mit Teikoku erschaffen wir eine zweite Plattform, von der aus die Welt sich weiter verändern wird. Wir wollen nicht weg von unserem bisherigen Hintergrund, sondern wir wollen die Welt von LodlanD noch durch mehr von dem erweitern, was das Spiel jetzt schon ausmacht: Ein starker, in sich stimmiger, intensiver Hintergrund, der dem Spielleiter genug an die Hand gibt, ohne ihm Freiheiten zu nehmen. Des Weiteren haben im Gebiet des RDL gerade erst größere Veränderungen stattgefunden. Mit einer direkten Einbindung eines neuen Bandes wäre nach einem Jahr wieder ein Einschnitt passiert, somit wären viele Spielgruppen überfordert dem Metaplot zu folgen.

LORP.de: Worum geht es Euch bei dem neuen Band? Welche Schwerpunkte wird es geben?
Thomas Echelmeyer: Durch die anderen regionalen Gegebenheiten haben sich die Länder in der Region ganz anders entwickelt und haben andere politische, soziale und kulturelle Schwerpunkte. Der gesellschaftliche und technologische Fortschritt ist anders verlaufen und hat zu einem sehr unterschiedlichen Ergebnis geführt. Der Schwerpunkt liegt auf der Entwicklung eines in sich nachvollziehbaren und kohärenten Hintergrundes, der Tradition und Hightech in einer jahrhundertealten Kultur der Zukunft verbindet.

LORP.de: Was ist Deiner Meinung nach die große Besonderheit von Teikoku?
Thomas Echelmeyer: Wir haben in Teikoku erweiterbare Kampfkunst-Regeln entwickelt, so dass das Spiel noch deutlich farbiger und actionreicher gestaltet werden kann. Die bereits jetzt im japanischen Kulturkreis gepflegten Künste haben nun auch in LodlanD ihren Platz. Durch die Andersartigkeit von unserer europäischen Lebenssituation und die hochinteressante Gesellschaft und Kultur bietet sich Japan als Spielhintergrund für LodlanD geradezu an.

LORP.de: Wie hat sich der Unterwassergang der Japaner auf deren Kultur ausgewirkt?
Thomas Echelmeyer: Japan hat sich zu Teikoku weiterentwickelt, aber nicht nur vorwärts. Die Besiedlung des Meeresbodens fand mehrgleisig statt und unten mussten sich die verschiedenen Gruppen dann zusammenraufen um den vielen Bedrohungen, nicht nur von außen, standhalten zu können. Schon das heutige Japan hat beispielsweise mit einer extrem Rohstoff-Knappheit zu kämpfen. Auch das haben wir natürlich bei unserer Fortschreibung der Geschichte berücksichtigt.

LORP.de: Was sind die Unterschiede von Teikoku zu den "klassischen" Settings RDL und Liberty?
Thomas Echelmeyer: Es gibt eine Menge Unterschiede und dennoch lassen sich in Teikoku auch ähnliche Kampagnen spielen. Teikoku ist ein eigenständiger Hintergrund für LodlanD mit vielen Besonderheiten, wie der Gesellschaftsstruktur, der weiterentwickelten Technologie und nicht zuletzt der Kampfkünste. Die Religionen, die Ethik, die Gesetze, die Handwerke und Künste sind dort in vielen Bereichen anders. So bietet der neue Band vielleicht auch Fantasy-Rollenspielern ein interessantes Spielfeld, wenn auch mit deutlichem High-Tech-Flair. Im Fernen Osten laufen die Dinge anders als in Europa und Amerika und bieten daher einen spannenden Spielhintergrund. Dennoch sind alle Regeln des Grundregelwerkes und der Quellenbände natürlich weiterhin komplett gültig.

LORP.de: Wie habt ihr die Problematik der Kuppelstädte um Japan gelöst? Geographisch gesehen wird es doch sicher schwer sein in diesem Gebiet voller Vulkane und Seebeben anständig eine Kuppelstadt zu bauen. Oder seht ihr das eher als eine Chance für die Bewohner, sofern sie auf mobile Städte zurückgreifen, sich mit der Wärme der Vulkane ein funktionierendes Ökosystem aufzubauen?
Thomas Echelmeyer: Die natürlichen Gegebenheiten sind in einer tektonisch so aktiven Gegend wie der im Westpazifik natürlich ein wichtiger Faktor. Dennoch hat sich von derartigen Hemmnissen in der Menschheitsgeschichte noch kein Besiedlungsprojekt abhalten lassen.
Mobile Städte sind in einer Gegend mit sehr wenigen Rohstoffen schwierig zu bauen und noch schwieriger zu warten und in Stand zu halten.

LORP.de: Seht ihr in der Veröffentlichung von zwei vollkommen unterschiedlichen Settings mögliche Gefahren? Falls der Teikoku-Band bei den Spielern gut ankommt, werdet ihr in Zukunft zwei "Baustellen" bedienen und vielleicht einen China-Regionalband veröffentlichen?
Thomas Echelmeyer: Es handelt sich ja nicht um zwei Settings, sondern nur um zwei verschiedene Schauplätze in einer Welt. Zunächst einmal können wir damit vielleicht auch Spieler erreichen, die sich mit dem bisherigen Hintergrund LodlanDs noch nicht anfreunden konnten und sie so von unserem System überzeugen. Wir haben ja auch Liberty schon so gestaltet, dass man dort spielen kann, ohne Kontakt zum "Rat der Länder" zu haben. Zum Zweiten sehen wir das neue Produkt also auch als neue Chance, gegebenenfalls einen neuen Markt zu erschließen. Wir setzen weiterhin das Hauptaugenmerk auf die bisherigen Regionen. Sollten die Fans aber mehr Teikoku wünschen, so werden wir auch auf diese Wünsche eingehen und gegebenenfalls weitere Publikationen veröffentlichten. Zukünftige Publikationen die sich nicht direkt mit dem RDL beschäftigen, zum Beispiel Gefahren unter Wasser, lassen sich aber genauso in Japan einbinden, so das auch hier den Spielern laufend neues Material geboten wird.

LORP.de: Habt ihr Sorge, der Band könnte genauso untergehen wie Myranor/das Güldenland seinerzeit beim Schwarzen Auge?
Thomas Echelmeyer: Wir haben unsere Ziele mit Teikoku sehr realistisch angesetzt und sehen es selber als Experiment an. Dennoch ist bei uns die Problematik nicht gegeben, die die Kollegen motiviert hat ein neues Setting einzuführen. Wir haben in der Welt von LodlanD nur eine Region beschrieben, die eben am anderen Ende der gleichen Welt liegt und grundsätzlich auch den gleichen Gesetzen folgt.

LORP.de: Wird es noch weitere Regionalbände geben? Werdet ihr die geschlagene Lücke zwischen den RDL, Liberty und Teikoku wieder schließen?
Thomas Echelmeyer: Intern haben wir eine ausführliche Produktplanung und ich kann soviel verraten: Es wird weitere Quellenbücher und auch Völkerbände geben. Für genauere Infos lohnt sich ein regelmäßiger Blick auf unsere Homepage oder das Fragen von Crew-Mitgliedern auf Cons, Messen oder bei anderen Gelegenheiten. Ich bitte um Verständnis, dass wir immer nur eine Vorausschau für die nächsten zwei bis drei Publikationen geben. Doch so können wir intern besser auf die Wünsche der Spieler eingehen und unsere Ankündigungen wie bisher auch weiterhin einhalten.

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