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Accelerando
Von Christian Fusten

Rezension erschienen: 04.10.2006, Serie: Belletristik, Autor(en): Charles Stross, Verlag: Heyne Verlag, Seiten: 558, Erschienen: 2006, Preis: 8,95 Euro

Manfred Marx ist ein Kind des 20. Jahrhunderts, das sich der Welt des 21. Jahrhunderts angepasst hat. Er arbeitet nicht, sondern verschenkt seine Ideen zum technologischen Fortschritt an andere, welche ihm dafür seinen Lebenswandel finanzieren. Um dies zu bewerkstelligen, benötigt er eine Datenbrille, welche ihn bei Tag und bei Nacht mit den notwendigen Informationen versorgt. Durch Manfred dreht sich die Spirale des technologischen Fortschritts immer schneller und schneller, bis zu dem Zeitpunkt, in dem menschliches Leben als Hardware nicht mehr als effizient angesehen wird. Gleichzeitig wird ein außerirdisches Signal untersucht, das von der Anwesenheit von anderen Wesenheiten im All kündet.

Charles Stross versucht in seinem Roman "Accelerando" eindrucksvoll eine mögliche Entwicklung der Technologie mit all ihren Auswirkungen auf Mensch, Sozialstruktur, Wirtschaft und Politik darzustellen. Dies bewerkstelligt er, indem er die Entwicklung mit der Familiengeschichte seines Hauptcharakters Manfred Marx verquickt und dies auch auf seine Tochter und seinen Enkel ausweitet. Dadurch, dass er immer wieder über einen anderen der drei Charaktere erzählt, bleibt die Story interessant und abwechslungsreich, auch wenn sie überhaut keine gewaltsamen Auseinandersetzungen enthält; also nichts mit Laserstrahl feuernden Aliens. Auch durch die immer wiederkehrenden Zeitsprünge und die zwischengeschalteten "Geschichtserklärungen" bleibt es abwechslungsreich und spannend. Einziger Kritikpunkt bleibt vielleicht, dass dieses Buch nur etwas für eingefleischte SCIENCE Fiction Fans ist, da doch schon ein gewisses Grundverständnis für politische, soziale und technologische Entwicklung und Vokabular vorausgesetzt wird.

Ich würde den Roman "Accelerando" am ehesten mit Asimovs Kurzgeschichten vergleichen, da der Aufbau durch seinen immer wieder wechselnden Zeit- und Ortsangaben bei gleichen oder verwandten Personen doch sehr daran erinnert. Auch seine Gedanken zum Umgang der Menschen mit der neuen Technologie und welche Probleme sich dadurch ergeben, erinnern mich an Asimov. Ein interessanter Roman, aber ich muss persönlich zugeben: kein Muss.




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