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Die schwarze Sonne 1: Das Schloss der Schlange
Von Ralf Sandfuchs

Rezension erschienen: 23.09.2006, Serie: Auditorium, Autor(en): Günter Merlau (frei nach Bram Stoker), Verlag: LAUSCH - Phantastische Hörspiele, Seiten: , Erschienen: 2006, Preis: 9,99 Euro


Hörspiele sind anscheinend immer noch im Kommen, wenn man sich die Vielzahl von Neuausgaben ansieht, und dabei scheint besonders die Vertonung übernatürlicher Stoffe im Vordergrund zu stehen.
Neben bereits geläufigen Serien wie Lübbes Gruselkabinett versucht sich jetzt auch der Neuling Lausch-Verlag an einer historisch angehauchten Serie, die sich zeitlich wie atmosphärisch irgendwo zwischen Poe und Lovecraft ansiedeln lässt. Inhaltlich bedient sich der Autor Günter Merlau ein wenig bei Bram Stokers Das Schloss der Schlange, was ebenfalls zeigt, dass es hier eher um atmosphärischen Grusel als um blutigen Splatter gehen soll.
Das erste Hörspiel einer geplanten Serie um zwei Detektive des Übernatürlichen erzählt von der Rückehr des jungen Adam Salton in seine britische Heimat, wo er von seinen beiden Onkeln aufgenommen wird. Es zeigt sich bald, dass das Land seiner Ahnen seltsame neue Fähigkeiten in ihm erwachen lässt, und zusammen mit seinem Onkel Nathaniel de Salis stolpert er in eine Geschichte um Jahrhunderte alte und doch noch aktive Schrecken hinein, die die Grafschaft in Angst und Schrecken halten.
Das Drehbuch weiß zu gefallen, wenn es auch teilweise mit allzu bekannten Versatzstücken operiert und der geübte Phantastik-Hörer hin und wieder doch den nächsten Schritt vorahnt. Auch das Ende ist etwas zu abrupt und unklar für meinen Geschmack.
Die Inszenierung fällt jedoch extrem positiv auf. Begabte und engagierte Sprecher treffen auf stimmungsvolle Musik und gutgemachte Soundeffekte; das Ganze macht einen absolut professionellen Eindruck und überzeugt fast ausnahmslos. Wenn man an manchen Stellen die Augen schließt, hat man wirklich das Gefühl, einem Film zu lauschen, und die entsprechenden Bilder drängen sich regelrecht auf.
Nur an ein oder zwei Stellen tun die Hintergrund-Geräusche etwas zu viel des Guten und verschlucken einzelne Sätze. Dann braucht man schon mal die Search-Taste am CD-Player, um die entsprechende Stelle nochmal zu hören.
Insgesamt betrachtet ist Das Schloss der Schlange aber ein mehr als gelungener Einstieg in die neue Reihe, und wenn das unklare Ende im nächsten Hörspiel wieder aufgenommen und gut weitergeführt wird, habe ich auch eigentlich nichts mehr zu meckern.




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