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Caine_01 Das Amulett von Kyan`Kor
Von Ralf Sandfuchs

Rezension erschienen: 27.09.2006, Serie: Auditorium, Autor(en): , Verlag: LAUSCH - Phantastische Hörspiele, Seiten: , Erschienen: 2005, Preis: 9,99 Euro


Mit seiner ersten Serie Caine wildert der neu gegründete Lausch-Verlag um Autor und Regisseur Günter Merlau im Territorium von Gabriel Burns und Offenbarung 23, mischt die üblichen Inhaltsstoffe aber auch mit einigen Neuerungen, vor allem einem außergewöhnlichen Hintergrund irgendwo zwischen post-moderner Bosheit und düsterer Endzeit-Fantasy.
Caine basiert auf einer Romanheft-Serie aus dem Basilisk-Verlag, die mir leider nicht bekannt ist. In der Hörspiel-Umsetzung verspricht die Geschichte jedoch bösartige und zynische Action, bei der der Protagonist mal nicht der übliche hilflose Allerweltsmensch ist, der zufällig über etwas Besonderes, Übernatürliches stolpert.
Nein, hier ist der "Held" ein skupelloser Auftragskiller, der bei einem seiner Aufträge verhaftet und daraufhin hingerichtet wird. Nach seinem Tod gerät er jedoch in die Gewalt der Dunkelelfen von Kyan'Kor, die einen Jahrhunderte andauernden Kampf gegen die Dämonenbeschwörer der Aganoi um die Herrschaft auf der Erde führen. Mit einem magischen Amulett, dem Penumbra, versehen soll Caine auf der Seite seiner Entführer (oder Retter?) in diesen Kampf eingreifen.
Wie bei jeder neuen Serie wird auch hier die erste Folge vor allem dazu benutzt, die Welt und die handelnden Personen vorzustellen. Dabei kann man nur sagen, dass man einen weiten Bogen um diese Reihe machen sollte, wenn man ein Problem mit "gefallenen" Charakteren hat. Hier scheint niemand zu den klassischen Guten zu gehören, und es fällt schwer, am Anfang allzu viel Mitleid mit dem gequälten Killer zu haben. Doch im Laufe der Handlung kommt man der Hauptperson langsam näher und ist auch gespannt, wie sie sich in der chaotischen Situation, in der sie sich befindet, wohl zurecht finden wird.
Die Sprecher sind absolut professionell und mit offensichtlichem Talent und viel Einsatz bei der Sache, und auch die Hintergrund-Geräusche sind hervorragend auf die Handlung abgestimmt, so dass sich die jeweils geschilderte Situation immer klar und deutlich vor dem geistigen Auge des Zuhörers abzeichnet. Letztendlich weiß auch noch die treibende, modern gehaltene Musik zu gefallen, so dass es vom technischen Standpunkt her nichts zu bemängeln gibt.
Wer sich also für eine der angesprochenen Vergleichs-Serien interessiert und nicht sofort von der Grundidee, einen gnadenlosen Mörder ins Zentrum einer Hörspielserie zu setzen, abgestoßen wird, der sollte sich ruhig mal eine Portion Caine in die Ohren blasen.
Ich jedenfalls habe jede Sekunde genossen, aus dem tiefsten Grunde meiner (manchmal) schwarzen Seele.




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