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Arbiträa & BFS
Von Nils Rehm

Rezension erschienen: 29.08.2006, Serie: Rollenspiel, Autor(en): Jan-Tobias Kitzel, André Wiesler, Verlag: Image 3033 Verlag und Werbeagentur GmbH, Seiten: 98, Erschienen: 2006, Preis: 22,80 Euro


"Chaos und Ordnung"" gehört zu den Länderbänden des Unterwasser-SF-Rollenspiels Lodland und widmet sich der näheren Beschreibung der Länder Arbiträa und dem Bund Freier Städte (BFS). Größere Gegensätzlichkeiten zwischen zwei Ländern wären kaum zu finden gewesen und gerade das verleiht dem Band Profil.

Inhaltlich erwarten den Leser Schilderungen zum anarchistischen Land Arbiträa in den Bereichen Geschichte der Häuser (die gesellschaftliche und politische Leitfunktionen übernommen haben), Ansehen und Ehrsystem, Recht, Strafverfolgung, Regieren (dank der Häuser ist trotz prinzipieller Anarchie eine Art Regierung möglich) und Unternehmen. Dazu kommen ein Kapitel über Tacticiens und andere Piratenjäger, ein als Reiseführer gestaltetes Länderportrait und die Entgegnung von Lou, Arne und Nobodys Child über die Lücken, Fehler und Glättungen des Reiseführers. Damit bringt das Autorenteam Kitzel und Wiesler Originalität in das ansonsten eher trockene Geschäft einer Länderbeschreibung, denn die gesammelten Informationen verlieren ihren Absolutheitscharakter und werden zu dem, was das Rollenspiel würzt: Gerüchten und subjektiven Meinungen.

Angeschlossen daran sind sieben grobe Szenario-Ideen (16- bis 30-Zeiler) und das Abenteuer "Das große Spiel", ein Politthriller, durch einen Mord eingeleitet, der die Chraktere schnurstracks in die Geschehnisse hineinzieht. Das Abenteuer ist zudem gut auf das anarchistische Umfeld Arbiträas abgestimmt.

Der BFS ist mit seinem Überwachungsstaat von ganz anderem Kaliber. Entsprechend sehen hier die Schilderung aus: Die Ungerechtigkeiten des BFS, der geheime Sicherheitsdienst (GeSiDi), der Widerstand, Bürokratie, Kirchen des BFS, Klone, ... Und auch hier gibt es den Reiseführer und die Gegendarstellungen von Lou, Arne und Nobodys Child, dazu neun Szenarioideen und das Abenteuer "Zellwende". Dabei ist das Abenteuer wiederum perfekt an den BFS angebunden. Es geht um ein Identitätsdelikt: Ein Mordverdächtiger beteuert seine Unschuld trotz scheinbar eindeutiger Beweise. Nun ist es Aufgabe der Spielerchraktere, den Fall aufzuklären.

Die Gestaltung und das Konzept von "Chaos und Ordnung" zeigen die für Lodlandpublikationen typischen Tugenden: Dazu gehört die absolute Werbefreiheit. Alle Seiten werden auch tatsächlich im Sinne eines Quellenbandes genutzt, sogar die Umschlaginnenseiten, die wie üblich mit Vierfarbrisszeichnungen von Booten belegt sind. Ebenfalls hervorzuheben ist das Layout, das schon seit der ersten Lodland-Publikation konsequent denselben wertigen Stil mit hohem Wiedererkennungswert verfolgt. So fühlen sich Spieler sofort heimisch. Zu guter Letzt bleibt noch das spielleiterfreundliche Konzept zu erwähnen. Neben der klaren Gliederung des Länderbandes gefällt vor allem die unmittelbare Anknüpfung an das Spiel durch Szenarioideen und die beiden Abenteuer. Auch die konkrete Angabe, welche Flecken auf der Lodlandkarte in diesen Regionen "weiß" bleiben und damit vom Spielleiter nach Belieben genutzt werden können, ist vorbildlich.

Fazit: Ich kann mich knapp fassen; Der neue Länderbeschreibungsband für Lodland ist wirklich gut gelungen - deshalb meine uneingeschränkte Empfehlung.




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