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Der Spion der Königin
Von Gregor Mascher

Rezension erschienen: 17.09.2007, Serie: Belletristik, Autor(en): Martin Stephen, Verlag: Goldmann Verlag, Seiten: 478, Erschienen: 2006, Preis: 8,95 Euro


England eine Großmacht und Herrin über die Meere? Lachhaft! Zumindest bis zum Ende des 16. Jahrhunderts. Elisabeth, Königin von England hat sich mit DER Großmacht Europas angelegt, Spanien. Und nun wollen die Spanier den aufmüpfigen Briten eine Lektion erteilen, die sie nie vergessen werden. Vor diesem Hintergrund ereignen sich die Geschehnisse in Martin Stephens Roman "Der Spion der Köningin".

Im Zuge der Erbstreitigkeiten um den englischen Thron ist Königin Elisabeth mit dem spanischen Königshaus aneinander geraten. Um sich das Problem England und englische Kaperfahrer, die spanische Schatzschiffe überfallen, ein für alle mal aus dem Weg zu räumen, lässt der spanische König die größte Kriegsflotte aufstellen, die Europa je gesehen hat: die große Armada!
Doch nicht nur in Form von Kriegsschiffen droht Elisabeth Gefahr, auch am eigenen Hofe sind die Feinde zahlreich. Zum Glück sind ihr genügend junge Adlige treu ergeben, auch wenn sie über ihr Aussehen im Geheimen spotten, und zu diesen Höflingen gehört Henry Gresham. Im Auftrag seiner Königin soll er den Machenschaften der Verräter auf die Spur kommen und so seinen Beitrag zur Rettung des Landes leisten. Dazu muss er aber erst einmal beweisen, dass er das Zeug zum Helden hat, und so geht er an Bord eines der schnellen, kleinen Kriegsschiffe des Seehelden Sir Francis Drake. Spionieren tut Gresham schon länger hier und da, immer im Auftrag von Lord Walsingham, dem Mann, der Englands Spionagenetz aufgebaut hat.
Aber was er nun erreichen soll, das ist eine, um nicht zu sagen mehrere, Ordnungen größer als alles, was er bisher tun musste: Henry Grisham soll sich in die spanische Flotte einschleichen und sich auf ein Schiff der großen Armada begeben, um von dort aus Englands Chancen im Kampf gegen den iberischen Riesen zu verbessern. Unnötig zu sagen, dass die Seekrankheit Greshams kleinstes Problem sein dürfte…

479 Seiten hat das Taschenbuch aus dem Goldmann-Verlag, dessen Vorderseite ein Gemälde aus der Bridgeman Art Library ziert. Die Kapitel erscheinen zwar auf den ersten Blick manchmal etwas unkoordiniert aufgeteilt, diese Abgrenzung der einzelnen Szenen hat aber durchaus ihren Sinn.

"Der Spion der Königin" ist bereits Stephens dritter Roman um den englischen Spion und Adeligen Henry Gresham. Der Autor hat recht eingehend recherchiert, was man den Beschreibungen der politischen Ereignisse und von Kleidung, Handlungsorten und Gegenständen deutlich anmerkt.
Die Handlung ist sicherlich etwas übertrieben und unwahrscheinlich, was der Spannung der Geschichte aber keinen Abbruch tut. Die Dialoge sind stimmig und vor dem geistigen Ohr des Lesers hat jede Figur ihre eigene Stimme und Ausdrucksweise. Einzig als kleines Manko ist die manchmal etwas zu moderne Sprache zu werten, die hier und da durchschlägt. Insgesamt aber ist "Der Spion der Königin" ein unterhaltsamer historischer Roman.




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