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Blutnacht
Von Jan-Hendrik Kalusche

Rezension erschienen: 13.09.2007, Serie: Belletristik, Autor(en): Jonathan Kellermann, Verlag: Goldmann Verlag, Seiten: 510, Erschienen: 2006, Preis: 7,00 Euro


Jonathan Kellerman wird zu den erfolgreichsten amerikanischen Krimi-Authoren gezählt. Er ist bekannt für seinen psychologisch interessanten Figuren und hat für sein Werk sogar schon den Edgar Award gewonnen, einen international renomierten Autoren-Preis.

"Blutnacht" dreht sich um Alex Delaware, einen Psychologen aus Los Angeles, der ab und an für die Polizei als Profiler arbeitet. Nachdem er sich von seiner langjährigen Freundin getrennt hat, scheint sein Leben langsam wieder in geordneten Bahnen zu verlaufen. Er findet eine neue Freundin, er hat Erfolg im Job und er versteht sich sogar mit seiner Ex-Freundin immer noch recht gut. Selbst die Tatsache, dass sein Freund Milo Sturgis von der Polizei Los Angeles ihn bald wieder um die Hilfe in einem Mordfall bittet, verärgert ihn nicht weiter. Eine Malerin, die kurz vor ihrem Durchbruch stand, wurde ermordet und für Alex sieht es ganz so aus, als würde es sich um einen Ritualmord handeln.
Doch schon bald verlieren sich die ersten Spuren und Alex und Milo tappen im Dunkeln. Doch schließlich kann Alex eine Verbindung mit einem weiteren Mordfall herstellen: Ein Blues-Musiker, auch kurz vor seinem Durchbruch wurde umgebracht. Eine fieberhafte Suche nach dem augenscheinlich psychologisch gestörten Täter beginnt, die Alex sogar bis vor die Haustür seiner Ex-Freundin bringt.

"Blutnacht" ist äußerst spannend. Der Einstieg wirkt ein wenig langatmig und es dauert ein bischen, bis Fahrt aufkommt, aber wenn man sich darauf einlässt, sind die Entwicklungen des Falles und der Charaktere nachvollziehbar und durchweg interessant. Ich habe mich beim Lesen nicht so gefühlt, wie häufig bei den Wallander-Romanen von Henning Mankell: Die ersten fünfig Seiten sind spannend, dann kommt erstmal eine Weile nichts und die letzten fünfzig sind wieder spannend.
Blutnacht schafft es, den Leser durchgängig zu fesseln. Zwar nicht so stark, das man das Buch nicht mehr aus der Hand legen kann, aber doch zu einem nicht unangenehmen Grad.
Einziger Kritikpunkt, der mir aufgefallen ist: Die Lösung des Mordfalles wird eher zufällig entdeckt und nicht durch die lange und sorgfältige Detektiv-Arbeit der Protagonisten. Warum dann noch unbedingt ein heldenhafter Ex-Marine eine Rolle spielen muss, ist mir auch schleierhaft.
Ansonsten kann ich diesen Roman all den Leuten empfehlen, die sich für die psychologischen Seiten eines Mordfalls interessieren und an einem gut aufgebauten Spannungsbogen ihre Freude haben.




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