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Rauch und Schatten
Von Ingo Schulze

Rezension erschienen: 27.07.2006, Serie: Belletristik, Autor(en): Tanya Huff, Verlag: Feder und Schwert, Seiten: 496, Erschienen: 2006, Preis: 12,95 Euro


Mit Rauch und Schatten startet Tanya Huffs dritte Reihe bei Feder & Schwert und zugleich ist es ein Ableger ihrer Chroniken des Blutes. Dort ermittelte Privatdetektivin Vicky Nelson über fünf Bände hinweg mit Hilfe des Vampirs Hendry in mysteriösen Fällen.

Nun fällt das Scheinwerferlicht auf eine Nebenfigur der Chroniken des Blutes: Tony, Hendrys Ex-Geliebter. Tony zog es nach Vancouver, wo er einen Job als Produktionsassistent bei der Serie "Darkest Night" fand. Und da kennt er sich ja bestens aus, schließlich ist die Hauptfigur der Serie ein Vampirdetektiv.

Allerdings merkt er schon bald, dass im engen Studio etwas Mysteriöses vorgeht. Wo andere Menschen nichts Ungewöhnliches wahrnehmen, bemerkt er aufgrund seiner bisherigen Erfahrungen, dass die Schatten sich nicht so verhalten wie üblich...

Als nächstes stirbt eine Komparsin und dann der Unfall beim Außendreh mit Spezialeffekten, bei dem nur Hendry den Stuntman retten kann. Tony stellt schließlich Arra, die Spezialistin für Spezialeffekte, zur Rede und bekommt prompt etwas zu hören: Vor gut sieben Jahren ist sie von ihrer Welt geflohen, vor dem Herrn der Schatten, der ihre Welt zu unterjochen suchte. Der Produzent CB stolperte förmlich über sie und engagierte die Magierin vom Fleck weg für seine Spezialeffekte. Doch nun scheint es, dass der Herr der Schatten eine Möglichkeit gefunden hat, zumindest seine Schatten hinter ihr her zu schicken. Leider weiß Tony nicht viel mit diesen Informationen anzufangen, radiert Arra doch während ihrer Erzählung gleichzeitig sein Gedächnis aus...

Tanya Huff ist eine Meisterin der schrägen Plotts und eines ironisch-sarkastischen Untertons. Ihre Welt ist eine Mischung aus Welt der Dunkelheit und Buffy mit einem guten Schuß Satire. Leider ist ihr Humor nicht so wie in der "Chronik der Hüter" ein tragendes Stilelement, sondern sie setzt ihn nur ab und an dezent ein. Dadurch ist aber auch der knapp 500-seitige Wälzer deutlich langatmiger, denn der Plot entwickelt sich nur langsam nach und nach.

Für Charakterdarstellung nimmt sie sich hingegen viel Zeit. Die Hauptfiguren Tony und Arra werden ausführlich ausgeleuchtet und auch Tonys Beziehung zu Hendry wird anschaulich ausgeschmückt. Auch die vielen Nebencharaktere bleiben nicht platt, sondern wirken lebendig. Dazu kommt noch eine Recherche bei der Serie "Krimi Wolfe", welche den Schauplatz plastisch erscheinen läßt.

Mit 12,95 Euro dringt Feder & Schwert mal wieder in neue Preisdimensionen vor, aber Huff-Fans bekommen dafür ein gutes Layout und einen für ihre Verhältnisse recht dicken Wälzer. Dazu kommt das gelungene Coverlayout, welches den Gesamteindruck abrundet.

Fazit: Zum Einstieg in Huffs Romane sind wohl eher die beiden anderen Serien geeignet, für ihre Fans wird hier solide, wenn auch ungewohnt langatmige Kost geboten.




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