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Dogs of War
Von Marcus Pohlmann

Rezension erschienen: 27.05.2006, Serie: Tabletop, Autor(en): , Verlag: Universal Cards GmbH, Seiten: 160, Erschienen: 2006, Preis: 25 Euro


Knapp ein halbes Jahr nach ihrem Erscheinen erhält die dritte Version des Confrontation-Regelwerkes mit Dogs of War seine erste, rund 160 Seiten starke, Erweiterung. Diese Erweiterung teilt sich dann inhaltlich nochmals in drei Bücher auf, von denen jedes über vier mehr oder minder umfangreiche Kapitel verfügt.

Nach einer knappen Einleitung, um was es sich bei Dogs of War eigentlich handelt, erhält der Spieler im ersten Buch auf knapp fünfzig Seiten einige, schon lange ersehnte, Hintergrundinformation zu den verschiedenen Völkern, die Aarklash bewohnen, es werden einige berühmte Freischärler-Kompanien vorgestellt, in deren Fußstapfen man treten kann, und auch den Auftraggebern im Hintergrund sind einige Zeilen gewidmet.

Im Anschluss kommt man zum eigentlichen Herzstück des Buches. Dieses enthält die notwendigen Regeln, die es dem Spieler ermöglichen, sich individuell eine kleine Truppe von Kämpfern seines Lieblingsvolkes zusammenzustellen, mit diesen loszuziehen und bei gefährlichen Missionen Ruhm und Erfahrung (und natürlich auch die eine oder andere Goldmünze) zu erringen.
Im Laufe von mehreren Einzelspielen oder Kampagnen gewinnt die Kompanie stetig an Erfahrung, die es ermöglicht, die Attribute seiner Kämpfer zu steigern oder neue Fertigkeiten für diese zu erwerben. Auch mehrt sich der Ruhm. Je höher dieser ist, um so mehr Kämpfer wollen sich der Truppe anschließen. Schließlich gewinnt man Ressourcen, mit denen man Artefakte, Zauber und Wunder kaufen kann, um seine Truppe besser auszurüsten oder auch für besonders schwierige Missionen mal einen Söldner anheuern.

Der Weg zur Aushebung der Kompanie wird anschaulich Schritt für Schritt erläutert. Sonderfälle werden im Text hervorgehoben und separat erklärt. Begleitet wird der Text durch zahlreiche Beispiele, die es dem Spieler ermöglichen, sich recht schnell in den Regeln zu Recht zu finden und zügig mit dem Spielen zu beginnen. Dann geht es weiter zur Planung und Durchführung einer Mission und natürlich wird auch darauf eingegangen, was man mit der neugewonnenen Erfahrung und den Ressourcen Schönes anfangen kann.

Das zweite, wesentlich kleinere Buch besteht wieder aus vier Unterkapiteln, die sich mit Regelmechanismen beschäftigen, die sowohl für Confrontation als auch seinen großen Bruder Rag’narok relevant sind. Auch hier wir wieder viel Wert auf Beispiele gelegt, so dass kaum Fragen offen bleiben.
Es wird kurz darauf eingegangen, wie sich unabhängige (von keinem der Spieler kontrollierte) Figuren verhalten, was es mit dem Plündern und der Erbeutung von Markern auf sich hat und wie man ein Spiel organisiert, an dem mehr als zwei Parteien beteiligt sind. Danach geht es um die besonderen Regeln für Gelände und um dem Einfluss, den es auf das Spielgeschehen haben kann. Dazu zählen natürlich Befestigungen auf dem Spielfeld und wie man diese erstürmen, zerstören oder auch verteidigen kann. Das dritte Kapitel beinhaltet die korrigierten und erweiterten Regeln aus der Hauszeitschrift Cry Havoc über Nexus (ein Geländeteil, von dem eine aktive, spielbeeinflussende Macht ausgeht), ihre verschiedenen Arten und Einsatzmöglichkeiten. Den Abschluss bilden die Regeln über die so genannten Titanen; mächtige, das Spielfeld beherrschende Wesen, von denen bis jetzt nur der Tarascus, eine riesige Kampfechse, als Figur erschienen ist.

Das im Anschluss auf diese Regelergänzungen folgende dritte Buch beginnt mit einer netten sechsteiligen Kampagne für die neu erstellten Dogs of War-Kompanien, die in einem furiosen Endkampf gegen eine unabhängige und recht mächtige Truppe gipfelt. Die Missonen sind gut geeignet um sich an die Regeln und Besonderheiten von Dogs of War zu gewöhnen, ein Gefühl für die Spielabläufe zu bekommen und auch die ersten Erfahrungen zu sammeln. Das Erscheinen weiterer Szenarien in der Hauszeitschrift Rackhams, Cry Havoc, ist angekündigt.

Am Ende des Buches bekommt man neben allen wichtigen Tabellen und einer kleinen Übersicht über den Ablauf einer Partie, die einem während des Spieles einen Großteil des lästigen Blätterns abnimmt, auch noch einige Kopiervorlagen für verschiedene Geländearten und die Nexus. Auch ist eine kleine Errata für das Grundregelwerk vorhanden.

Die Aufmachung des Buches ist, wie nicht anders von Rackham gewohnt, wieder vom Feinsten: Ein durchgehend farbiges, ansprechendes Layout, sehr hübsche und stimmige Illustrationen und eine solide Hardcover-Bindung heben Dogs of War ein gutes Stück über den normalen Standard der Veröffentlichungen im Tabletop-Bereich hinaus. Jedoch hätte der Text wohl noch einen Korrekturdurchlauf vertragen können, die Satzfehler stören allerdings auch nicht übermäßig. Ganz anders verhält es sich mit den inhaltlichen Fehlern und der teils holprigen Übersetzung. Das alles ist zwar selten so gravierend, dass es schon beim Überfliegen des Buches auffällt, aber spätestens nach dem gründlichen Lesen der Regeln und ein paar Probespielen stolpert man dann doch darüber und es sticht unangenehm ins Auge. Stellenweise kommt man einfach nicht daran vorbei sich in den einschlägigen Foren die betreffenden FAQs durchzulesen, um sich Klarheit über bestimmte Regelpassagen zu verschaffen.
Dies trübt den ansonsten sehr guten Gesamteindruck, sowohl was den Inhalt, als auch was die Optik des Buches angeht leider schon ein wenig. Hier wäre ein höheres Maß an Sorgfalt von Nöten gewesen. Auch ein Index hätte dem Buch gut getan, da grade am Anfang viel Nachschlagen im Text erforderlich ist und so der Spielfluß gestört wird.

Für diejenigen unter uns, die mehr Informationen über Aarklash und seine Bewohner erfahren wollen, wird das Buch alleine durch den umfangreichen Hintergrundteil zum Pflichtkauf. Aber auch der durchschnittliche Confrontation-Spieler wird an
"Dogs of War" seine Freude haben. Es geht viel weiter als die "Incarnation"-Regeln der Vorgängerversion, ermöglicht mehr Tiefgang und ist eine gelungene Ergänzung und Erweiterung zum normalen Turnieralltag. Durch die Möglichkeit jedes Mitglied seiner Kompanie immer weiter zu entwickeln und es so zu einer eigenständigen Persönlichkeit zu machen wird der längerfristige Spielspaß wesentlich gesteigert. Mit kleinen Abstrichen ist Dogs of War ein wirklich gelungener Band, der eigentlich bei keinem Confrontation-Spieler fehlen sollte.




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