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On the Run
Von Nils Rehm

Rezension erschienen: 14.09.2006, Serie: Rollenspiel, Autor(en): Robyn King-Nietschke, Verlag: Fantasy Productions GmbH, Seiten: 60, Erschienen: 2006, Preis: 10,00 Euro


Die meisten erklärten Einsteigerabenteuer, die auf dem Markt angeboten werden, sind vor allem simpel und durch Erklärungstexte aufgebläht. Für erfahrene Spieler bieten sie daher kaum Spielmotivation, sondern wirken eher langatmig.

Fanpro zeigt mit "On the Run", dass es auch anders geht. Selten habe ich ein Rollenspielzubehör gesehen, dass so treffend seine Funktion auf dem Backcover beschreibt: "Das ganze Abenteuer hindurch werden nützliche Tipps gegeben, die neuen Spielleitern einen schnellen Zugang zu Hintergrund und Regeln von Shadowrun 4.01D eröffnen und die Spielrunde Schritt für Schritt in die Möglichkeiten der 6. Welt einführen." und "Durch die strategisch geschickt platzierten Spielinformationen wird ein Nachschlagen im Grundregelwerk vermieden, so dass sich die Spieler voll und ganz auf die Action konzentrieren können."

Die notgedrungen größere Vielzahl an Informationen für Spieleinsteiger führt - so könnte man vermuten - zu unübersichtlich langen Kapiteln, in denen der erfahrene Spieler Orientierungsschwierigkeiten hat. Aber auch das wurde einfach umgangen. Die Schriftgröße ist kleiner gewählt (aber gut lesbar), so dass Textblöcke schnell erkannt und dank der Überschriften auch schnell "überlesen" werden können.

Für Spieler, die bisher mit der älteren 2.01 oder 3.01-Version des Regelwerks gespielt haben, bietet das Heft zudem acht Seiten mit Konvertierungsregeln.

Auch inhaltlich ist das Abenteuer keineswegs simple Einheitskost, obwohl der Auftrag zunächst so wirkt. Die Spielercharaktere sollen einen Datenträger (CD) wiederbeschaffen. Die Anwerbung erfolgt auch ganz klassisch über einen Mr. Johnson, der aber in diesem Fall keine graue Maus, sondern ein auffälliger Troll ist. Tatsächlich geht es im Hintergrund um einen heißen Konflikt in der Musikbranche. Verschollen geglaubte Aufnahmen des angeblich toten Megastars JetBlack sind aufgetaucht und versprechen einen ordentlichen Gewinn. Aber ehe sich die Spielercharaktere versehen, tauchen immer mehr Parteien auf, die sich einmischen, und die Sache wird kompliziert. Außerdem muss am Ende eine für Einsteigerabenteuer untypische Entscheidung gefällt werden: Es geht nicht um richtig oder falsch, sondern (wie bei Shadowrun sonst normal) um verschiedene Grauschattierungen.

Fazit: Prima gelungener Run für erfahrene Spieler oder Neueinsteiger, die gerne ein übersichtliches und gleichzeitg vielschichtiges Abenteuer haben wollen. Zu loben sind auch die guten Handouts.




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