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Cugels Irrfahrten
Von Katrin Weiser

Rezension erschienen: 03.08.2006, Serie: Belletristik, Autor(en): Jack Vance, Verlag: Fantasy Productions GmbH, Seiten: 505, Erschienen: 2006, Preis: 15,00 Euro


In unserer Welt, deren Fortbestehen von der bald erlöschenden Sonne bedroht ist, wird im ersten von zwei Büchern dieses Bandes der Gauner Cugel vom lachenden Magier beim Stehlen erwischt. Zur Strafe versetzt dieser Magier den Dieb an einen fernen Strand, mit dem Auftrag, dort ein Artefakt zu besorgen und es ihm zu bringen. Dazu pflanzt er ihm ein Wesen ein, dass Cugel zwingt, wirklich mit dem Artefakt wiederzukehren.
So beginnt Cugels Odyssee, auf der er ein kleines Abenteuer nach dem anderen auf dem Weg nach Hause absolviert. Seine Habgier, Skrupellosigkeit und Verschlagenheit bringen ihn dabei mal Gewinn und mal Schwierigkeiten. Diejenigen, denen er auf seinen Reisen begegnet, sind häufig verschlagen und nutzen Cugels grenzenlose Selbstüberschätzung und Naivität aus, ihn ihrerseits aufs Kreuz zu legen. Auch im zweiten Buch findet sich Cugel erneut an dem Strand wieder und macht sich dieses Mal ohne magischen Zwang auf den Heimweg, um sich am lachenden Magier zu rächen. Nach verschiedenen Gelegenheitsarbeiten und Gaunereien und auch einigen Versuchungen, länger an einem Ort zu verweilen, trifft er schließlich auf vier seltsame Zauberer, die ihm helfen, die ultimative Rache an dem lachenden Magier zu üben.

Das Buch liest sich nicht wie ein klassischer Fantasy-Roman. Dies ist zum einen durch die Tatsache zu erklären, dass in diesem Band zahlreiche kurze Geschichten in einem Buch zusammengefasst wurden, die Vance über einen großen Zeitraum geschrieben hat. Diese Geschichten wurden chronologisch geordnet, behalten aber selbstverständlich ihren Charakter einer Verkettung kleiner Abenteuer. Auch die Darstellung des Protagonisten Cugel ist ungewöhnlich, da er aufgrund seiner Skrupellosigkeit nicht gerade liebenswürdig erscheint. Dadurch, dass auch die Personen, denen Cugel begegnet, nicht sympathischer sind, stört es somit weder, wenn Cugel andere übers Ohr haut, noch, wenn er selbst wieder einmal den Ausgang seiner Taten bereuen muss. So erscheint die ganze Geschichte letztendlich voller ausgleichender (Un-)Gerechtigkeit zu sein, was ganz der Philosophie entspricht, denen die Menschen in diesem Werk folgen.

Besonders erwähnenswert ist auch der Schreibstil, in dem das Buch verfasst ist: Zahlreiche altertümliche Worte gepaart mit Mengen von ungewöhnlichen Wortschöpfungen für Orte, Personennamen und Monstern unterstreichen den Eindruck, dass Cugel in einer exotischen Welt lebt.

Fazit: Durch die Kürze der einzelnen Episoden wird zwar auf der einen Seite der Spannungsbogen für das gesamte Buch aufgelöst, andererseits kann man auf diese Weise den über 500 Seiten dicken Wälzer gut zwischendurch lesen und immer wieder zur Seite legen, ohne vor Ungeduld zu zerspringen, wie es den weitergeht. Für Rollenspieler bietet es zudem einige Anregungen für Abenteurer und Inspiration zum Spielen von Halunken.




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