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Munchkin 4: Rasende Rösser
Von Ingo Schulze

Rezension erschienen: 03.06.2006, Serie: Gesellschaftsspiele, Autor(en): Steve Jackson, Verlag: Pegasus Spiele GmbH, Seiten: , Erschienen: 2006, Preis: 12.90 Euro


Die vierte Erweiterung des auch hierzulande erfolgreichen Munchkinspiels nennt sich "Rasende Rösser" und ist rund um den neuen Kartentyp des "Rosses" konzipiert, denn was ist ein Held ohne sein Reittier?

Unter den 94 Türkarten, insgesamt sind es 128 Karten, wovon wiederum acht speziell für den deutschen Markt konzipiert wurden, sind insgesamt zwölf Rösser. Vom wertwollen +5-Drachenross, von dem schon jeder Munchkin geträumt hat, über Tiger, Wölfe, Dinosaurier bis hin zum +1-Hühnerross, welches aber immerhin automatisch die Flucht ermöglicht. Regeltechnisch werden Rösser als "große Gegenstände" gewertet, was den Vorteil hat, dass Diebe sie nicht einfach stehlen können. Da es einen eigenen Slot ("Ross") belegt, darf ein Ross auch zusätzlich zu einem anderen großen Gegenstand getragen werden, manche Rösser bieten sogar Transportkapazität und ermöglichen den Einsatz weiterer großer Gegenstände oder eine erweiterte Kartenhand.

Dazu gibt es erstmals Mietlinge auch in der original Munchkinreihe, wie man sie schon von Munchkin beißt! (als Lakaien) oder StarMunchkin (als Handlanger) kennt.Dreizehn Mietlinge und zuzüglich zwei Rösser, die alternativ auch als Mietling eingesetzt werden können, sind im Kartensatz vorhanden. Sie geben maximal einen +3-Bonus und ermöglichen, je nach eigener Rasse und Klasse, dem Helden einen Gegenstand einsetzen, der sonst nur von dieser Rasse oder Klasse eingesetzt werden kann.

Dementsprechend sind auch die Regeln für die beiden neuen Kartentypen auf dem Beiblatt eingeführt. Interessant ist, dass man Monsterverstärker zwar auf Mietlinge spielen kann, diese jedoch mit "durch 5" modifiziert werden, also beispielsweise aus +5 ein +1 wird.

Natürlich warten auch dreizig neue Monster darauf, den Helden einzuheizen, angefangen vom Wirbel Katrina über die Kamikatze, Hairy Potter, dem Bipolarbär bis zu den eher schwächeren Vertretern wie dem Ei, dem Plüschschädel oder der klitzekleinen Spinne. Die Monsterverstärker sind immer Ergänzungen, z.B. "... mit Dudelsack", "1/2-..." oder "... in Rüstung", so dass dann das "uralte Halb-Ei in Rüstung" entstehen könnte...

Dazu kommen noch die Rassen und Klassen der ersten drei Boxen, damit man im Riesenstapel auch weiterhin noch realistische Chancen hat, eine zu ziehen, sowie Flüche, die hauptsächlich den Mietlingen und Rössern zusetzen.

In den Schatzkarten finden sich wieder einige originelle Gegenstände und Stufensteigerungskarten. Ob Belehrungshilfe (eine Latte mit rostigem Nagel), das heiße Eisen oder die chemische Keule: Begehrenswert-skurrile Heldenträume werden hier wahr.

Die Illustrationen von John Kovalic sind wie immer einfach gehalten in seinem comichaften, für ihn typischen Stil, der eigentlich immer einen Lacher wert ist. Er bringt den Witz der Karte zumeist auf den Punkt, auch bei den eher ernsten Karten wie Priester oder Zwerg. Entgegen den Voreditionen sind die Türkarten außen aufgehellt gegenüber den Schatzkarten, auch trägt jetzt jede Karte innen ein Rosssymbol, so dass man diese Erweiterung schnell wieder aus den restlichen aussortieren kann.

Im Spiel fügen sich die Karten gut ein und geben alten Munchkinhasen den Kick des Neuen. Erwähnenswert ist noch, dass man nicht wie viele Sammelkartenspiele auf das "Schneller, höher, weiter"-Prinzip setzt, sondern die Boni und Mali im Rahmen der bisherigen Spiele bleiben und stattdessen mit frischen Ideen überraschen.

Fazit: Gelungene Erweiterung des klassischen Munchkinspiels, das auch nach dem vierten Mal noch nicht langweilig wird.




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