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Daimonion's Sammelsurium #2
Von Volker Thies

Rezension erschienen: 11.07.2006, Serie: Zeitschriften, Autor(en): Gunnar Oldenburg, Verlag: Gunnar Oldenburg, Seiten: 24, Erschienen: 2006, Preis: 2,00 Euro


Ja, so etwas gibt es heute noch: Ein kleines DIN A5-Fanzine, auf echtem Papier gedruckt und 28 Seiten stark. Auch mit der zweiten Ausgabe trotzt Daimonion’s Sammelsurium der Entwicklung der zurückliegenden Jahre, die das Ende vieler Fanzines oder die Verlagerung ins Internet bedeutete.

Inhaltlich merkt man dem Heft eine klare Strategie an: Keine Kurzgeschichten, Glossen oder Szene-Nabelschauen, sondern ausschließlich Material, das sich konkret in Spielrunden einsetzen lässt. In den meisten Fällen ist die Auswahl äußerst gut geglückt und man hat wirklich ein Sammelsurium interessanter Versatzstücke für eigene Abenteuer vor sich. Schwerpunkt ist zwar das keltisch angehauchte Land Alba aus dem Midgard-Setting, doch viele Elemente dürften sich problemlos auch in anderen Kulturen und Spielsystemen verwenden lassen.

Den wohl viel versprechendsten Beitrag dürfte das "befleckte Schlachtross" darstellen. Mit ihm bekommt man ein ungewöhnliches "verfluchtes Artefakt" geliefert: Ein nach einer Gräueltat zur Unsterblichkeit verdammtes Streitross, frei nach Storms "Schimmelreiter". Dieser Aufhänger für das eine oder andere Abenteuer um eine besondere Suche nach Erlösung hätte sich vielleicht noch spannender gestalten lassen, wenn man ihm irgendeinen düsteren und bedrohlichen Effekt für den Reiter beigefügt hätte, interessant ist der Ansatz aber auch so alle Mal.

Einen größeren Block nehmen die Dunklen Druiden ein, ein abtrünniger, dem Chaos verschriebener Zweig der Druidenklasse. Neben der eigentlichen Charakterbeschreibung gibt es Informationen über ein sehr stimmungsvolles Heiligtum sowie über einige Zauber, die sich auch im Arsenal anderer düsterer Priester oder Magier gut machen dürften.

Bei "Saine Marten" wurden geschickt irdische Heiligenlegenden, in diesem Fall über Martin von Tours und über Benedikt von Nursia, verwoben und an den albischen Hintergrund angepasst. Sowohl das Leben des Heiligen selbst als auch die folgende Verehrung werden geschildert und lassen sich in Abenteuer mit religiösem Hintergrund einbauen.

Darüber hinaus werden ein Waldläufer, dem Abenteurer auf der Suche nach einem Führer durch die Wildnis begegnen könne, ein magischer Mantel, ein Gasthaus und verschiedene Sorten des albischen Schnapses Uisge vorgestellt. Beim Tierporträt über die Midges fragt man sich allerdings, was das Besondere an diesen Plagegeistern im Vergleich zu Allerwelts-Moskitos sein soll. Die Beschreibung des Rotfuchses ist für übliche Abenteuerzwecke vielleicht etwas zu ausführlich geraten. Schließlich dürften Informationen zu Paarungszeit und Aufzuchtverhalten nur selten benötigt werden. Allerdings sind Fakten zu Fuchsjagd und mythologischer Bedeutung für ein Abenteuer interessant und förderlich, ebenso die genaue Darstellung der häufig durch Füchse übertragenen Tollwut.

Grafisch hält sich das Fanzine mit einigen wenigen Schwarzweiß-Zeichnungen zurück, was aber nicht stört, da dem spielrelevanten Inhalt dadurch mehr Platz bleibt.

Fazit: Ein empfehlenswertes Fanzine mit viel nützlichem Material für den Ausbau von Kampagnen und Abenteuern.




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