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Kreuzverhör
Von Michael Schmitt

Rezension erschienen: 29.09.2006, Serie: Gesellschaftsspiele, Autor(en): Sonja Klein, Verlag: Gmeiner-Verlag GmbH, Seiten: , Erschienen: 2006, Preis: 12,90 Euro


Als Ermittler des Bundeskriminalamts geht Ihnen ein "Dicker Fisch" ins Netz. Dieser gesuchte Gangster weiß von einem Verbrechen, das in Kürze stattfinden soll. Verhören Sie ihn und finden Sie heraus,

· welches Verbrechen geplant ist,
· wo es stattfinden soll,
· wer der mutmaßliche Täter ist und
· welches Tatwerkzeug er benutzen will!


Bei diesem Deduktionsspiel mimt jeder der beiden Spieler einen Ermittler. Beide recherchieren gleichzeitig an je einem Fall, den der andere Mitspieler vorgegeben hat. Dabei können sie sich bei ihren Befragungen auf verschiedene Hilfsmittel stützen, aber auch den einen oder anderen Stein in den Weg gelegt bekommen.

Die Schachtel hat die Größe eines durchschnittlichen Buches und würde in einem Bücherregal kaum auffallen. Im Inneren befinden sich neben der Anleitung insgesamt 90 Spielkarten und ein Wertungsblock. Leider hat dieser nur zehn Blätter, was gerade mal für fünf Partien ausreicht. Jedoch können sie auch kopiert oder auf der Homepage des Verlags herunter geladen und ausgedruckt werden.
Die Spielkarten unterteilen sich in 60 Fallkarten (je 30 in grün und rot) und 30 Aktionskarten. Die Fallkarten enthalten jeweils ein Verbrechen, einen Tatort, einen Tatverdächtigen oder ein Tatwerkzeug. Die Aktionskarten unterteilen sich in Ermittlungs- und Verteidigungskarten. Die Karten sind alle zweckmäßig gestaltet und gut ablesbar.
Die Spielanleitung ist ebenfalls ähnlich wie ein Buch aufgebaut, gut strukturiert und mit kleinen Beispielen versehen. Leider greifen sich die Umschlagseiten etwas schnell ab.

Zu Beginn erhält jeder Spieler die 30 Fallkarten einer Farbe und legt diese in vier offenen Stapeln getrennt nach Verbrechen, Tatort, Tatverdächtigen und Tatwerkzeug offen vor sich aus. Die 30 Aktionskarten werden gemischt und je drei verdeckt an die Spieler verteilt. Die restlichen Karten kommen als Nachziehstapel an die Seite.
Jeder Spieler erhält eine Ermittlungsakte und konstruiert darauf einen beliebigen Fall, den der Gegenspieler lösen muss. Er wählt also aus seinen Fallkarten je ein Verbrechen, Tatort, Tatverdächtige und Tatwerkzeug aus und trägt diese an die vorgesehene Stelle ein. Dabei ist darauf zu achten, dass zwischen den Verbrechen und den Tatwerkzeugen nur bestimmte Konstellationen zulässig sind. Auf der Ermittlungsakte werden diese Informationen für den Gegenspieler nicht sichtbar nach hinten geknickt.

Abwechselnd führen die Spieler nun maximal zwölf Befragungen durch, um durch gutes Kombinieren und Ausschließen den vorgegebenen Fall zu lösen. Sieger ist derjenige, dem das zuerst gelingt.
Wer an der Reihe ist, äußert seine einzelnen Vermutungen zu dem Fall, indem er jeweils ein Verbrechen, Tatort, Tatverdächtigen und Tatwerkzeug aus seinen Fallkarten heraussucht und offen in der Tischmitte auslegt. Der Gegenspieler überprüft nun, wie viele Karten davon richtig sind und teilt dem Ermittler nur die entsprechende Anzahl mit. Dieser wiederum trägt die Informationen in seine Ermittlungsakte ein. Danach kann der aktive Spieler noch eine Ermittlungskarte ausspielen, um weitere Hinweise zu erhalten. Bei einem "Einzelverhör" zum Beispiel muss der Befragte ein "Verbrechen" nennen, dass der Ermittler definitiv ausschließen kann. Gleichzeitig hat der Befragte die Möglichkeit eine Verteidigungskarte auszuspielen, um direkt auf die Ermittlungskarte zu reagieren, wie zum Beispiel eine "Aussageverweigerung".
Die Spielanleitung lässt leider offen, ob der Befragte auch Fallkarten nennen kann, bei denen der Ermittler durch vorhergehende Befragungen schon sicher weiß, dass diese ausgeschlossen werden können.
Danach ist der andere Ermittler mit seiner Befragung dran. Durch das Sammeln der Informationen und geschicktes Kombinieren können die Spieler mit der Zeit Einzelheiten ausschließen oder sichern. Hat ein Spieler alle vier Bestandteile eines Falls richtig ermittelt, hat er das Spiel gewonnen.

Die nicht ganz neue Spielidee wurde interessant umgesetzt und es kommt tatsächlich die Atmosphäre einer echten Befragung auf. Die beiden Ermittler geben mit Schadenfreude zwielichtige Hinweise und ärgern sich, wenn der andere viele Einzelheiten - manchmal eher zufällig - schnell herausfindet. Dazu tragen auch die Aktionskarten bei, die das Spiel etwas abwechslungsreicher machen.

Preislich liegt "Kreuzverhör" angesichts der einfachen Ausstattung eher im höheren Bereich.

Fazit:
Insgesamt handelt es sich um ein kurzweiliges Spiel mit ansprechender Atmosphäre, das anfangs viel Spaß macht. Jedoch laufen die Befragungen irgendwann immer nach dem gleichen Schema ab und durch das zufällige Ausspielen der richtigen Karten ist der Glücksanteil recht hoch. Fans des Genres sollten sich das Spiel aber auf jeden Fall mal anschauen.




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