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Mykerinos
Von Nils Rehm

Rezension erschienen: 09.05.2006, Serie: Gesellschaftsspiele, Autor(en): Nicolas Oury, Verlag: Ystari Games, Seiten: , Erschienen: 2006, Preis: 24,95 Euro


"Mykerinos" ist ein stimmungsvoll gestaltetes Spiel für zwei bis vier Personen ab zehn Jahren und dauert laut Hersteller 30 bis 60 Minuten. Die Dauer ist stark abhängig davon, wieviel Zeit die Mitspieler zum Nachdenken über die richtige Taktik verwenden.

Die Spieler selbst schlüpfen in die Rolle von Archäologen, die im Auftrag von Mäzenen in Ägypten Ausgrabungen machen. Die Funde werden dann in möglichst prestigeträchtigen Räumen des Museums zu Hause ausgestellt.

Gespielt werden vier Runden, die in jeweils drei Phasen zerfallen.

In der ersten Phase einer Runde mit vier Kontrahenten bekommen die Spieler aus dem allgemeinen Vorrat (100 Steine) acht Steine ihrer Farbe. Die Steine sollen Archäologen symbolisieren. Danach legt der Startspieler aus dem gemischten Stapel von 36 Karten das Gebiet (acht Parzellen in Runde eins und zwei, danach zwölf) aus, in dem in dieser Runde gegraben wird. Die Karten zeigen auf der einen Seite eine Parzelle, ihren Wert an Siegpunkten (0-5) und ein Symbol, das anzeigt, welchem der fünf Mäzene sie zugeordnet ist (diese finden sich auch auf der Rückseite). Jeweils zwei Parzellen bilden zusammen einen Zone.

In der zweiten Phase werden die Archäologen zu Ausgrabungen geschickt, sprich auf eines der sechs Felder einer Parzelle gesetzt. Dabei gibt es natürlich verschiedene zu beachtende Regeln. Am wichtigsten ist aber, dass jedes Feld nur von einem Achäologen besetzt werden kann.

Die zweite Phase selbst bietet jedem Spieler vier Handlungsmöglichkeiten (neue Ausgrabungen starten, bestehende erweitern, passen oder die Hilfe eines Mäzens in Anspruch nehmen), die im Uhrzeigersinn solange wiederholt werden, bis alle Spieler gepasst haben oder sie keine Archäologen mehr haben. Die letzten beiden Phasen sind noch von besonderem Interesse. Wer als erster passt, legt einen Markierungsstein auf das erste freie Feld (der zweite auf das zweite, etc.) einer Leiste. In der Wertungsphase entscheidet die bessere Position auf dieser Leiste bei Gleichständen über die Rangfolge. Die Mäzene schließlich bieten den Spielern unterschiedliche Fähigkeiten, die sie für eine Runde benutzen können.

In der dritten Phase wird ausgewertet. Wer in einer Zone die meisten Archäologen besitzt, kann als erster entscheiden, ob er eine der beiden Parzellen in Besitz nimmt (wird vor dem Spieler abgelegt) oder mit einem seiner Archäologen einen Raum im Museum in Besitz nimmt. Dann folgen die anderen der Reihenfolge nach. Auch die Museumsplatzbesetzung ist wieder komplexer geregelt. Die Räumen haben unterschiedliche Werte von zwei bis fünf (je höher, desto mehr Prestige).

Danach beginnt die zweite Runde, die von dem Spieler begonnen wird, der als letzter auf der Leiste zur Lösung von Gleichständen platziert war.

Nach der vierten Runde erfolgt dann die Schlusswertung. Jedem Museumsflügel ist ein Mäzen zugeordnet. Hat jemand zum Beispiel einen Raum mit Wert fünf im Flügel von Colonel Tangerine besetzt und besitzt zudem vier Parzellenkarten, deren Rückseite auch den Colonel zeigt, so erhält er 20 Siegpunkte (5 mal 4). So werden nacheinander alle Flügel des Museums ausgewertet. Wer keinen Raum eines Flügels besetzt hat, bekommt pro entsprechender Parzellenkarte nur einen Punkt.

Fazit: Das Spiel ist an sich eine solide aber wenig innovative Variante moderner Taktikspiele wie El Grande, Kardinal und König oder Carolus Magnus, was nicht heißt, dass es weniger Spaß machen würde. Technisches Highlight ist die Anleitung, die neben dem Text immer auch eine knappe Zusammenfassung mit aussagekräftiger Grafik bietet.




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