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Das Greifenopfer
Von Ingo Schulze

Rezension erschienen: 04.05.2006, Serie: Auditorium, Autor(en): Thomas Finn, Verlag: Horchposten GmbH, Seiten: 452 Minuten Laufzeit (6 CDs), Erschienen: 2006, Preis: 39,90 Euro


Das dritte "Das Schwarze Auge"-Hörbuch setzt nun erstmals einen kompletten DSA-Roman um und basiert auf der Vorlage "Das Greifenopfer" von Thomas Finn. Die Box umfasst sechs CDs mit einer Laufzeit von 452 Minuten und führt den Hörer nach Lowangen, in die Stadt am Svellt.

Der schon aus Thomas Finns Kurzgeschichte "Auge des Morgens", auch vertont als DSA-Hörbuch Nummer zwei, bekannte Phexgeweihte Greifswin ist per Kutsche nach Lowangen gereist, denn eine Vision seines Gottes führt ihn. Nachdem er seine Gastgeberin, Silara von Tannenfels, ein wenig erleichtert hat, will er er das Erbe eines Namensvetters antreten. Aber da die Stadt dessen Besitz schon längst verteilt und sich selbst einverleibt hat, droht eine magischer Prüfung der Identität - ein guter Grund, so schnell wie möglich unterzutauchen. So benutzt er lieber Phexens Gaben, um an die vier Gemälde der "Lowanger Jahreszeiten" zu kommen, um ihnen ihr Geheimnis zu entlocken.

Die Magierin Mayla verfolgt ihn, den sie wurde von Magister Elcarna, dem Leiter der Akademie der Verformung, beauftragt, welchem eines der Gemälde direkt unter der Nase hinfort gestohlen wurde. Zudem vermutet er einen Zusammenhang mit dem zurückgekehrten Greifswin, den die Halbelfin Mayla aus Jugendtagen kannte.

Der Showdown der ersten CD, der Diebstahl des letzten Gemäldes, ist dann auch erst der Auftakt für ein episches Abenteuer...

Der Roman von Thomas Finn steht in direktem Zusammenhang mit Borbarads Rückkehr, schafft es dabei aber, nicht megaloman zu werden und auch Teile der früheren Haupthandlungsstränge in die Gegenwart zu fortzuführen. Beispielsweise spielen die Orks eine große Rolle und neben Saddrack Whassoi gibt es erstmals ein Portrait vom mysteriösen Orkführer Aikar Brazoragh. Und so entwickelt er aus einem kleinen Geheimnis um einige Bilder eine epische, spannungsreiche Geschichte...

Aber auch die Hörbuchumsetzung trägt sehr zum Gelingen der Gesamthandlung bei. Neben Axel Ludwig, der sich von Hörbuch zu Hörbuch steigert, gibt es erstmals einen weiblichen Gegenpart mit Sabine Brandauer, die ebenfalls ein breites Spektrum von Stimmen auf Lager hat. Dazu kommen kurze Zwischenmelodien der eigens für die Hörreihe gegründeten Borbarad Moskitos, die ebenfalls die Handlung deutlich auflockern.

Insbesondere gelingt es diesmal aber Axel Ludwig, den besonders schweren Parts eine eigene Stimme zu verleihen, dazu gehört neben den Orken der Troll Krallulatsch. Er schafft es eine ganz eigene Würde in den Charakter des Trolls zu legen, was angedenk der einfachen, teilweise verdrehten Sprache der Trolle keine leichte Aufgabe ist. Doch statt ihn zu einer Art Jar-Jar-Binks verkommen zu lassen, verschafft er diesem äonenalten Volk eine hohe Glaubwürdigkeit, was ihre Weisheit anbelangt.

Die Aufmachung ist gelungen. Diesmal ist es statt eines Digipacks eine Sechser-Plastik-CD-Box in Papphülle, die einen mächtigen Greif im Profil zeigt. Auch die CDs sind mit dem Cover bedruckt, gerade in kopierfreudigen Zeiten setzt man hier mit einer ordentlichen Ausstattung entgegen. Einzig das Booklet würde ich mir etwas dicker und in Farbe wünschen.

Fazit: Das erste "richtige" DSA-Hörbuch überzeugt nicht nur durch einen guten Plot, sondern auch durch einige Neuerungen gegenüber den kurzen, bisherigen Hörbüchern, die genug akustische Abwechslung in die fast achtstündige Geschichte bringen.

PS.: Auf http://www.alveran.org/index.php?id=1616 gibt es gleich mehrere Hörproben zum Selberreinlauschen und wer sich für Thomas Finn interessiert: Mit www.thomas-finn.de ist ihm eine ungewöhnlich gute Autorenseite gelungen.




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