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Codex Sternenreich der Tau
Von Matthias Busch

Rezension erschienen: 08.06.2006, Serie: Tabletop, Autor(en): Andy Hoare, Verlag: Games Workshop Deutschland GmbH, Seiten: 63, Erschienen: 2006, Preis: 14,95 Euro


Die Neuauflage des Codex Tau wartet rein optisch mit einem äußerst gut durchdachten Konzept auf, welches allen bisher erschienenen Codices der 4. Edition zu eigen ist. Der rote Faden dieses Konzepts zieht sich durch den gesamten Codex und fängt beim Cover an, welches im Vergleich zum Vorgängermodell viel düsterer wirkt, führt weiter zu den Artworks und schließlich bis hin zur Anordnung des Inhalts. Gerade die Standardisierung des Aufbaus in den Codices, welche in der vierten Edition eingeführt wurde, hilft ungeheim, sich in dem 63 Seiten starken Band zurechtzufinden.

Der Inhalt lässt sich in drei größere Sektionen aufteilen: in Hintergrund, Regeln und eine zusammenfassende, bebilderte Hobbysektion, in der man zum einen sämtliche Truppentypen der Tau veranschaulicht und zum andern Bemaltipps und Anregungen bekommt.

Der Hintergrund befasst sich auf seinen 23 Seiten mit der Entdeckung der Tau durch das Imperium der Menschen, dem Aufbau ihres Reiches, der Historie ihrer Kriege, den Alienrassen, die sie als Verbündete haben sowie mit der Evolution ihrer Art und ihrer Sprache. Bei den Texten fällt auf, dass sie teilweise unverändert oder kaum verändert aus dem Vorgängerbuch übernommen worden sind. Dies schadet der Qualität des Codex allerdings nicht, da die übernommenen Texte gut sind und die es viele neu dazugekommene Artikel gibt. So wird den Tau mit diesem neuen Codex sehr viel mehr Tiefgang verliehen, zudem beziehen sie jetzt neben den Kroot von einer weiteren Alienrasse Hilfstruppen. Diese Insektoiden, genannt Vespiden, sind äußerst schnell, beweglich und für viele Gegner tödlich bewaffnet. Somit sind sie eine perfekte Ergänzung für die Späher der Tau.

In der Regel- und Armeelistensektion findet man alle Informationen, die man für das Sammeln und Spielen einer Tauarmee braucht. Besonders in diesem Teil des Codex sind viele Neuerungen zu finden, beispielsweise experimentelle Waffensysteme und neue Truppentypen wie die Vespiden, Jagddrohnenteams und Piranha-Schwebeteams, um nur einige aufzuzählen. Mit den drei besonderen Charaktermodellen wird dem Spieler die Möglichkeit gegeben seine Armee nah am Warhammer 40.000-Hintergrund zu halten und eine themenbasierte Streitmacht aufzustellen. Von diesen wurde einzig O'Shovah, auch bekannt als Commander Weitsicht, aus dem alten Codex übernommen. Aun'Va, der höchste geistige Führer der Tau, und O'Shasserra, bekannt als Commander Schattensonne, wurden neu eingeführt. Überfliegt man die Armeeliste der Tau, wird man festellen, dass die stark auf Beschuss ausgelegten Tau mit den vielen neuen Truppentypen vor allem an Beweglichkeit auf dem Schlachtfeld gewonnen haben.

Den Abschluss des Codex bildet die Hobbysektion, die mit ausreichend Bildmaterial sämtliche Truppentypen der Tau vorstellt und unter anderem viele alternative Farbschemata zeigt, sodass man sich nicht strikt an das von Games Workshop angewandte Schema halten muss. Am Ende dieser Sektion, auf der letzten Doppelseite, wird dem Leser und Betrachter anhand einer Beispiel-Streitmacht vorgeführt, wie beindruckend eine vollständig bemalte Tauarmee aussehen kann.

Fazit: Games Workshop hat nun endlich mit der vierten Edition einen Standard für Codices gefunden, der äußerst benutzerfreundlich ist und vor allem von hinten bis vorne einem roten Faden folgt. Bei dem neuen Codex Tau ist es ihnen, meiner Meinung nach, gut gelungen dem recht flachen Hintergrund der Tau Tiefgang einzuhauchen und der auf Beschuss ausgelegten Armeeliste durch zusätzliche Sturmauswahlen Dynamik zu verleihen.




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