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Bestiarum der Alten Welt
Von Ingo Schulze

Rezension erschienen: 14.04.2006, Serie: Rollenspiel, Autor(en): Ian Sturrock, T. S. Luikart, Verlag: Feder und Schwert, Seiten: 136, Erschienen: 2006, Preis: 29,95 Euro


Das "Bestarium der Alten Welt" ist das Monsterkompendium für das Warhammer-Rollenspiel und damit ein ewigwährender Quell von Gegnern und NSCs, die sich den Spielercharakteren entgegenstellen können. Dabei greift man auf eine Zweiteilung zurück, um einerseits intime-taugliche, wertfreie Beschreibungen zu liefern und andererseits einen Spielleiterteil, der sich Regeln und den tatsächlichen Hintergründen widmet und etwa ein Drittel des 136-seitigen Hardcovers umfasst.

"Gefährliche Bestien - Eine Studie über Kreaturen redlicher als auch garstiger Art" ist intime geschrieben vom reisenden Gelehrten und Magister Odric von Murtbad, wo er dem Volk aufs Maul schaut ("Allgemeine Sichtweise"), andere Kollegen und Experten zu Wort kommen läßt ("Aus der Sicht des Gelehrten") und auch die eigene Sicht der Kreaturen ("Mit unseren eigenen Worten"), so zu Intelligenz fähig, in deren Worten niederschreibt.

Der Schwerpunkt ist dabei auf die Rassen gelegt, die im Warhammer Tabletop bespielt werden. Kreaturen wie Drachen, Greife oder Wölfe kommen nur zum Zuge, wenn sie auch dort als Sonderkreaturen, Reittiere oder Einheiten Verwendung finden.

Grundsätzlich soll dieser Teil den Spielern nicht direkt zugänglich gemacht werden, sondern die Idee ist, dass der Charakter ein Prüfwurf macht und je nach Ergebnis etwas aus dem Buch erfährt. Die "Allgemeine Sichtweise" ist sozusagen typisches Wissen, das man erwirbt, wenn man in der Alten Welt aufwächst. In den teilweise langen Texten steht wirklich kaum etwas an Infos drin und sie dürfen nach einem erfolgreichen Wurf auf "Allgemeines Wissen" zugänglich gemacht werden. Das Gelehrtenwissen kann nach einem Wurf auf eine passende akademische Fertigkeit zur Verfügung gestellt werden. Hier stecken dann auch oft konkretere (manchmal aber niichtsdestoweniger falsche) Informationen drin. Zweite Möglichkeit für beides ist natürlich die eigene Recherche, ob ein Gespräch mit dem Schankwirt, dem Dorfältesten oder dem Ortsvorsteher, der Spielleiter kann dann auf typisches Wissen und Irrglauben zurückgreifen.

Allerdings ist es doch fragwürdig, was da im Einzelnen in dieses Werk aufgenommen wurde, ist schon fragwürdig. So z.B. "Grrrrrooooooooorrrrrrr!" als Kommentar eines unbekannten Tiermenschen oder "Ich mag diese Grün-Dinger. Sie zeigen ... Potential.", so ein Gelehrter über Hobgoblins. Das entbehrt zwar nicht eines gewissen, wenn auch flachen Witzes, ist aber recht untauglich und man darf durchaus fragen, was für ein Gelehrter der gute Odric eigentlich ist.

Die teils langen Passagen sind dann zum Hintereinanderweglesen auch denkbar ungeeignet: wenig Information, viel Füllstoff, so dass sie wirklich nur zum spezifschen Einsatz während des Rollenspiels geeignet sind.

Der Spielleiterteil enthält dann alle Infos in Kurzform, Regeln und Werte, um die Kreaturen dann auch einzusetzen. Hier geht es kurz, bündig und prägnant zur Sache, dazu viele schöne Farbbilder, die das ganze Auflockern.

Für 30 Euro ist das Hardcoverwerk noch recht dünn, die Aufmachung insgesamt aber gelungen.

Fazit: Die Idee eines Intime-Werks hat mir sehr gut gefallen, die Umsetzung hingegen ist nur durchschnittlich. Da gibt es durchaus bessere Werke, die Intime-Atmosphäre mit Lesespannung vereinen. Hier will sich beides nicht so recht einstellen. Desweiteren fehlen die typischen Einzelkreaturen, denen man mal hier und da begegnen könnte. Für Warhammerspieler trotzdem brauchbar, man sollte aber nach Möglichkeit vorher mal einen kritischen Blick reinwerfen.




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