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Affentheater
Von Michael Schmitt

Rezension erschienen: 20.04.2006, Serie: Gesellschaftsspiele, Autor(en): Stefan Olschewski, Verlag: AMIGO Spiel + Freizeit GmbH, Seiten: , Erschienen: 2006, Preis: 8,00 Euro


Bei dem lustigen Kartenwürfelspiel Affentheater für zwei bis fünf Spieler ab fünf Jahre muss die wilde Affenbande sich durch den Dschungel zu einem frischen Bananenfeld kämpfen. Unterwegs lauern viele Gefahren in Form von Hyänen, Krokodilen, Raubkatzen oder Schlangen, die durch geheime Grimassen vertrieben werden können.

In der lustigen und handlichen Verpackungen befinden sich 33 Karten, zehn Spielsteine aus Holz in fünf Farben und zwei Würfel. Die Karten setzen sich zusammen aus 20 Affenköpfen mit fünf verschiedenen Grimassen, je einer Karte leere Bananestaude und volle Bananenstaude, sieben Dschungelkarten und den vier Gefahrenkarten. Sie sind durchweg sehr schön und anschaulich illustriert.

Die farbige Spielanleitung ist logisch aufgebaut und mit guten Beispielen versehen. Nur das schnelle Klären von offenen Fragen während dem Spiel wird etwas erschwert, da weder eine Inhaltsangabe noch Randbemerkungen vorhanden sind. Aber nach ein bis zwei Runden sind eigentlich keine Fragen mehr offen.

Zu Spielbeginn werden die Dschungelkarten offen hintereinander gelegt, so dass ein durchgängiger Weg entsteht. An den Anfang kommt die leere und an das Ende die volle Bananenstaude. Die Gefahrenkarten werden offen nebeneinander neben diesen Weg gelegt. Die Affenkarten werden gut gemischt. Je eine wird offen an jede Gefahrenkarte platziert. Die restlichen Karten bilden verdeckt den Zugstapel. Die Spieler legen ihre Spielsteine auf die leere Bananenstaude, die das Startfeld bildet. Die Würfel werden bereit gehalten.

Jeder Spieler muss sich nun gut merken, welche Affengrimasse an welcher Gefahrenkarte liegt, danach werden die Affenkarten umgedreht. Der jüngste Spieler beginnt.
Wer am Zug ist, würfelt mit dem grünen Bewegungswürfel. Er darf entsprechend der Augen mit einem seiner beiden Spielsteine auf dem Weg vorrücken. Kommt er dabei auf ein Feld, dass schon mit zwei Figuren belegt ist, muss er eine davon bestimmen, die er dann auf sein eigenes Ausgangsfeld zurück stellt. Anschließend darf er nochmal würfeln.
Würfelt er aber ein Ausrufezeichen, lauert ihm ein wildes Tier auf, welches durch den blauen Würfel bestimmt wird. Bei einem Fragezeichen darf er sich eines der vier wilden Tiere aussuchen. Nun muss der Spieler die richtige Grimasse machen um das entsprechende Tier zu vertreiben. Die passende Affenkarte wird aufgedeckt und kontrolliert. Stimmt die Grimasse, darf der Spieler drei Felder vorrücken. Vom Zugstapel wird eine weitere Grimasse gezogen, allen Spielern gezeigt und zusammen mit der bereits anliegenden verdeckt an die selbe Gefahrenkarte angelegt. Beim nächsten mal müssen also schon zwei Grimassen gemacht werden. Stimmt die Grimasse aber nicht, muss der Spieler mit einer Figur zwei Felder zurück gehen. Die Affenkarte wird wieder verdeckt, ohne eine nachzuziehen. Danach ist der nächste Spieler dran.
Würfelt der Spieler mit dem Bewegungswürfel ein Auge, darf er sich alle Affenkarten an einer beliebigen Gefahrenkarte ansehen.
Das Spiel endet, wenn ein Spieler mit seinen beiden Spielsteinen die volle Bananenstaude erreicht hat.

Im ersten Moment sieht das Spiel wie ein einfaches Kartenspiel aus. Aber schon bei dem Spielaufbau wird klar, dass es weit mehr ist und eher den Charakter eines Brettspieles besitzt.
Das Spiel fügt mehrere bekannte Elemente gut zusammen. In erster Linie wird das Gedächtnis gefordert. Jedoch können auch die Figuren taktisch gezogen werden, um andere nach hinten fallen zu lassen, wobei natürlich das Würfelglück überwiegt. Risikobewusste fordern ihr Glück heraus, mit der Chance schneller voran zu kommen, aber dem Risiko einem wilden Tier zu begegnen. Alle diese Elemente fordern und fördern Kinder. Leider sind manche dadurch auch etwas überfordert und der Funke springt nicht über. Alle anderen haben aber viel Spaß daran.

Affentheater ist durch die hübsche Grafik und das Grimassenschneiden ein unterhaltsames Spiel. Die Auswahl der einzelnen Grimassen hätten aber etwas besser ausfallen können (ein Auge zuzuhalten ist schon etwas langweilig und der für Affen typische Laut Uh-uh-uh-uh, in Form eines weit offenen runden Mundes fehlt). Auch sind diese mit zunehmender Anzahl schwer zu merken, da sich die Karten sehr ähnlich sehen. Eine zusätzliche farbliche Unterscheidung im Hintergrund wäre hilfreich.
Das Spiel spricht vor allem Kinder an, aber auch Erwachsene können ihren Spaß dabei haben. Durch den Memory-Effekt werden diese genauso gefordert, verlieren aber mangels Abwechslung schneller das Interesse.
Es lässt sich in jeder Besetzung gut spielen, wobei natürlich bei höherer Spielerzahl das taktische Ziehen und der Ärgerfaktor größer wird.

Fazit:
Affentheater macht den meisten Kindern viel Spaß und auch die Erwachsenen können gut mitspielen. Für den Preis bekommt man relativ viel Spiel in einem handlichen Format.




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