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Plunder
Von Jan-Hendrik Strenzke

Rezension erschienen: 22.11.2006, Serie: Gesellschaftsspiele, Autor(en): , Verlag: Mad Man's Magic, Seiten: , Erschienen: 2006, Preis: 15.78 Euro


Wer erinnert sich nicht noch an die Stunden, die er am Computer verbracht hat, um bei "Pirates" aus einer einfachen Pinasse eine mächtige Piratenflotte zu machen und die Karibik in Angst und Schrecken zu versetzen? »Plunder« ist ein weiterer Versuch, das Flair von Piratenabenteuern einzufangen und in ein Kartenspiel umzusetzen. Leider ist dieses Spiel bisher ausschließlich in englischer Sprache erhältlich.

Bereits die Schachtel stimmt durch ihre Gestaltung als Schatzkiste mit Totenkopfflagge auf die Thematik des Spiels ein. Im Inneren findet man dann eine Vielzahl an Plättchen und Markern, die unter anderem Gold, Beutegut und Flaggen symbolisieren. Leider sind diese teilweise ein wenig klein ausgefallen, was sie etwas unhandlich macht. Zudem findet man ein ansprechend gestaltetes, umfangreiches Kartenset, welches Seereisen, Schiffe, Häfen und besondere Aktionen beinhaltet sowie vier Spielpläne und vier Schiffsmarker für die teilnehmenden Kapitäne. Die Illustrationen sind gefällig, jedoch keineswegs überdurchschnittlich. Insgesamt wäre ein etwas höherwertigeres Spielmaterial der Atmosphäre sicher zuträglich gewesen.

Ziel des Spiels ist es, der erste Kapitän mit 60 Silberstücken zu sein. Dies kann man wie erwartet durch das Aufbringen von Schiffen, das Plündern von Häfen oder das Heben von Schätzen erreichen. Der Spielzug eines Spielers besteht hierbei aus fünf Abschnitten.

Im ersten Schritt wickelt man die Begegnung ab, die der vorherige Spieler für einen ausgespielt hat. So könnte man beispielsweise in einem Hafen in eine Kneipenschlägerei verwickelt werden, die Crew könnte betrunken sein oder man wird vom Gouverneur zum Steuerzahlen aufgefordert.

Im zweiten Schritt muss man dann seine Crew bezahlen. Kann man dies nicht, kommt es zur Meuterei und man verliert sein Schiff. Hiermit endet das Spiel jedoch nicht, sondern man beginnt die nächste Runde wieder mit einer einfachen Pinasse.

Im dritten Schritt reist man durch das Auslegen oder Anlegen von Meereskarten, über die man solange ziehen kann, bis man eine Küste oder einen Hafen erreicht. Das Anlegen von Karten durch die einzelnen Spieler lässt so ausgehend vom Piratennest Tortuga in jedem Spiel eine neue Karte der Karibik entstehen. Wer Seekarten ausspielt, zieht hierfür neue Karten nach.

Der vierte Abschnitt ist dann die eigene Aktionsphase. Dabei hat man die Wahl zwischen fünf Möglichkeiten: Man kann eine eigene Aktionskarte ausspielen und so beispielsweise Schiffe überfallen, Schätze heben oder Einfluss auf Krieg und Frieden zwischen den einzelnen Nationen nehmen. Alternativ kann man einen Kaperbrief erwerben, der es erlaubt, in den Häfen einer Nation Beutegut zu veräußern. Befindet man sich in einem Hafen, kann man zudem handeln oder den Hafen angreifen. Die letzte Option ist es, einen anderen Kapitän anzugreifen, sofern sich beide Schiffe auf derselben Karte befinden.

Im fünften und letzten Schritt spielt man schließlich eine Begegnungskarte für den nächsten Spieler aus, deren Anweisungen dieser folgen muss. Auf diese Art läuft das Spiel so lange bis ein Kapitän 60 Silberstücke in seiner Schatzkiste hat.

Besonders positiv bei »Plunder« ist, dass die Autoren die Spielmechanismen sauber durchdacht und relativ einfach gehalten haben. So ist das Spiel leicht zugänglich und die einzelnen Züge lassen sich schnell abwickeln. Interessant ist zudem, dass die Begegnungskarten immer auf den linken Nachbarn gespielt werden, was verhindert, dass sich mehrere Spieler auf einen Kontrahenten einschießen. Dies ist jedoch gleichzeitig einer der Schwachpunkte des Spiels, da es kaum freie Interaktion gibt und man sich nicht einmal für besondere Gehässigkeiten "bedanken" kann. Allerdings sorgt das relativ ausgewogene Kartendeck dafür, dass im Laufe des Spiels niemand wirklich ungeschoren davon kommt. Und ein bisschen Glück oder Pech gehört zum Piratenleben einfach dazu...

Fazit:
»Plunder« ist ein abwechslungsreiches Kartenspiel, das die Piratenthematik sauber umsetzt. Wer strategische Tiefe erwartet, wird eher enttäuscht sein, allen anderen kann das Spiel trotz der relativ einfachen Gestaltung bedenkenlos empfohlen werden.




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