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Herrscher der Drachen
Von Oliver Schönen

Rezension erschienen: 14.09.2006, Serie: Gesellschaftsspiele, Autor(en): , Verlag: Mad Man's Magic, Seiten: , Erschienen: 2006, Preis: 42.84 Euro

Die Verpackung ist für die Fülle an Material gut dimensioniert und durch die fast quadratische Form kann man sie auch gut verstauen. Die Karten, Figuren und der Spielplan erscheinen auf den ersten Blick sehr gut designt. Die Figuren waren jedoch in dem mir vorliegenden Spiel leider nicht gut ausgestanzt und wiesen an vielen Stellen kleine Plastikreste auf.
Alleine an der Farbe der Figuren erkennt man, dass es wohl vier Rassen gibt. Die Spieler dürfen also zwischen Elfen, Zwergen, Barbaren und Orks wählen. Die vielen verschiedenen Karten sind vorwiegend gut gestaltet und so hergestellt, dass sie auch bei vielem gebrauch des Spiels nicht so schnell in Mitleidenschaft gezogen werden.
Das Spielbrett ist ebenfalls gut gestaltet und der Spieler kann gut erkennen, dass es verschiedene Reiche gibt.
Soweit zum äußeren des Spiels. Schaut man nun in die Anleitung, dann findet man zunächst eine Einführungsgeschichte, die die ersten Vermutungen bestätigt. Der Spieler muss die ausgebreitete Welt erobern. Es besteht eine gewisse Ähnlichkeit mit Risiko oder eher noch mit der "Herr der Ringe" -Version von Risiko. So geht es grundsätzlich darum, verschiedene Königreiche zu an sich reißen, was durch de Möglichkeit Abenteuer zu erleben aufgelockert wird.

Die Einführungsgeschichte ist gut geschrieben, aber sie bringt leider keine neuen Überraschungen. Das nun folgende Inhaltsverzeichnis erschlägt einen dann ein wenig. Es füllt eine Seite mit zwei Spalten und lässt erahnen, dass es hier viele Regeln im Auge zu behalten gilt.

Die Anleitung ist sehr verwirrend geschrieben. Ohne wirkliches Konzept scheint hier alles niedergeschrieben worden zu sein. Dies beginnt schon damit, dass der Teil, wo aufgeführt wird, welche Spielmaterialien der Spieler erhalten soll nicht vollständig ist und im späteren Verlauf der Anleitung immer wieder ergänzt wird.
Weiter enthält die Anleitung übermäßig viele Wiederholungen. Immer wieder stolpert man über eine Stelle, die zwar in anderen Worten, aber den gleichen Inhalt vermittelt. Störend kommt dazu, dass es verschiedene Begriffe gibt, die nicht übersetzt wurden und leider befinden sich noch viele Rechtschreibfehler in der Anleitung.

Dennoch wird die Mühe der Arbeit mit dem Regelwerk belohnt und man findet heraus, um was es in diesem Brettspiel geht. Wie bereits gesagt, es geht darum vier Königsländer zu beherrschen. Optional können zwei weitere Spielziele anvisiert werden.

• So kann das Standartziel auf drei Länder herabgesetzt werden, was die Spielzeit kürzer macht. Genauso können die Spieler die Anzahl der Länder auf fünf oder sechs erhöhen, um die Spielzeit zu verlängert.
• Als zweite Option steht der Blutrausch zur Auswahl, welcher bedeutet, dass man alle gegnerischen Spieler eliminiert.

Die vier Rassen, die dem Spieler zu Auswahl stehen, haben natürlich alle ihre Vorzüge. So sind die Elfen sehr leise und dürfen einen Schleichangriff einsetzen, der ihnen einen Angriff erlaubt, ohne eine Gegenwehr des Angegriffenen erwarten zu müssen. Die Orks sind mit einer hohen Population ausgestattet, ihre Anschaffung ist daher günstiger. Den Zwergen verleiht ihr handwerkliches Geschick ein höheres Einkommen, wenn sie im Besitz einer Mine sind und die Barbaren zeichnen sich als wahre Seefahrer aus, was ihnen eine höhere Beweglichkeit auf dem Wasser einbringt.

Das Spielprinzip ist rundenbasiert und teilt sich wie üblich in verschiedene Phasen auf. Angefangen mit dem Einkauf der Truppen, über Bewegungsarten, Transfer von Truppen, Kampf und Einkünfte laufen verschiedene Schritte ab.

Als Besonderheit ist die Einöde zu nennen, ein Bereich in der Mitte des Spielbrettes wo die Abenteuergruppen entsenden werden. Wie in einem Rollenspiel dürfen die Gruppen in der Einöde Abenteuer bestehen, Artefakte sammeln und sich Zauberformeln aneignen oder einsetzen. Unter anderem erhält man hier auch die "Geheimwaffe" – den DragonLord.

Gerade diese Abenteuer bringen den Spielverlauf vermehrt in eine andere Richtung. Eine einmal gewählte Strategie muss wieder neu überdacht werden und somit hat das Spiel überraschende Wendungen, was es abwechslungsreich gestaltet.

Fazit: Hundert Prozent überzeugt hat mich das Spiel nicht. Sicherlich ist es in den ersten drei bis zehn Spielabenden sehr abwechslungsreich und spannend. Dann allerdings kennt man alle Karten und alle Überraschungen und es bleibt nur noch der "Risiko"-Faktor, der auch ausreichend sein kann, aber nicht wirklich neu ist. Vom Material erfährt man nicht wirklich etwas Überragendes. Solides Spielmaterial ohne Anspruch an kunstvolle Gestaltung.
Die Anleitung ist in meinen Augen stark überarbeitungsbedürftig. Die Aufgliederung ist sehr befremdlich, teilweise wurde nicht korrekt oder gar nicht übersetzt. Die Rechtschreibung ist ebenfalls an vielen Stellen fehlerhaft und auch der Schreibstil ist gewöhnungsbedürftig. Der ein oder andere Satz muss mehrfach gelesen werden.




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