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Eberron: Die Schatten des letzten Krieges
Von Lars-Hendrik Schilling

Rezension erschienen: 01.03.2006, Serie: Rollenspiel, Autor(en): Keith Baker, Verlag: Feder und Schwert, Seiten: 45, Erschienen: Februar 2006, Preis: 12,95 Euro


Die Schatten des letzten Krieges ist ein Abenteuer für Eberron und für vier Abenteurer der zweiten Stufe, das an das Einführungsabenteuer Die vergessene Schmiede aus dem Eberron-Kampagnenbuch anschließt. Zwar heißt es in der Einführung, das Abenteuer könne auch mit einer Gruppe gespielt werden, die das Einführungsabenteuer nicht erlebt hat, aber diese Möglichkeit wird jedoch nicht unterstützt. Alle Handouts gehen davon aus, dass die Abenteurer bereits in der vergessenen Schmiede waren und der Einstieg ins Abenteuer wirkt auch sehr gestellt, wenn sie es nicht waren.

In dem Abenteuer beauftragt Elaydren d'Cannith, eine der wenigen Überlebenden des Hauses Cannith, die Helden, ins Klageland zu reisen, um aus einer unterirdischen Magieschmiede einen Teil eines mächtigen Schöpfungsmusters zu bergen.
Schon auf der Reise dorthin werden die Charaktere mit feindlichen Söldnern konfrontiert. Diesen können sie scheinbar entkommen und Weißschmiede erreichen. Weißschmiede ist ein detailreich ausgearbeitetes Verließ. Schön ist hier auch, dass nicht nur gekämpft werden muss, sondern sich eine Situation besser durch Diplomatie lösen lässt. Der Dungeon ist abwechslungsreich gestaltet und macht dem Namen des Systems alle Ehre. Leider stehen die Überlebenschancen für die niedrigstufigen Charaktere nicht so gut. Eine ausgeglichene Gruppe, in der sich die Charaktere gegenseitig ergänzen, hat kaum Schwierigkeiten. Eine mit sehr ähnlichen Charakteren wird dagegen oft Probleme bekommen. Zum Beispiel gibt es eine Falle, in der die Abenteurer in einen Brunnenschacht fallen und auf Wasser treffen. Solange einer die Probe auf Balancieren schafft, kann er die anderen rausfischen. Stürzen aber alle ab, so stecken sie echt in Schwierigkeiten.
Nachdem die Helden das Schema geborgen haben, stehen ihnen am Ausgang der Schmiede wieder die Söldner gegenüber. Diese Begegnung kann friedlich gelöst werden, wenn die Charaktere eine der Kopien des Schemas abgeben. Dann müssen sie sich nur noch mit wenigen Gegnern herumschlagen. Wählen sie jedoch die Konfrontation, haben sie erneut schlechte Überlebenschancen.

Die gesamte Handlung ist spannend und abwechslungsreich, wenn auch teilweise ziemlich hanebüchen.
Die Aufmachung ist komplett in schwarzweiß und in gewohnt hohem D&D-Niveau. Die Karten sind sehr schön übersichtlich und leicht zu lesen.

Die Kreaturenwerte dagegen werden für ein recht kampflastiges Abenteuer unübersichtlich präsentiert. Sie sind wie immer bei D&D einfach in einem Text hintereinander geschrieben, wenn sie überhaupt vorzufinden sind. Oft wird nämlich nur auf eine Seite im Monster-Handbuch verwiesen. Das ist zwar aus wirtschaftlichen Gründen verständlich, aber untragbar, wenn auch noch verschiedene Kreaturen in einem Kampf vorkommen und man so ständig hin und her blättern muss. Genauso herrscht Verwirrung bei den Werten der Gegner, die nur im diesem Abenteuer vorkommen. Sie tauchen dort mitten im Text auf, wo der Gegner zum ersten mal auftritt. Bei einer einmaligen Begegnung ist das ja völlig in Ordnung. Wenn man aber zwei Figuren öfter begegnet und teilweise beiden in derselben Situation, muss man auch noch im Abenteuer hin und her blättern. Hier wäre es sehr viel zweckmäßiger gewesen, die wichtigen Nichtspielercharaktere in einem Anhang aufzuführen.

Die Schatten des letzten Krieges schließt nicht nur an eine Einführungsabenteuer an, es ist auch eins. Es richtet sich klar an unerfahrene Spieler und vor allem auch an einen unerfahrenen Leiter. Einige Szenen bestehen praktisch nur aus vorzulesenden Passagen. Und das Abenteuer ist vollkommen linear. Egal wie die Charaktere reisen, auf beiden möglichen Wegen begegnen ihnen etwa gleichstarke Gegner und auch wenn ein Weg deutlich länger braucht als der andere, geht das Abenteuer einfach so weiter, als würde die gesamte Welt auf die Spieler warten. Auch die Handlung im Verließ spielt sich durch die verschiedenen Schlüssel nahezu linear ab, was irgendwie dem Prinzip eines Verlieses widerspricht. Und egal durch welchen der beiden Ausgänge man die Schmiede verlässt - die Gegner sind auf beides vorbereitet.

Das eigentliche Abenteuer endet nach 32 Seiten. Der Rest des Heftes wird von einer Kurzgeschichte eingenommen, die in Weißschmiede vor der Entstehung des Klagelandes spielt. Sie ist spannend und schön geschrieben, hat aber keinerlei spielerischen Wert.

Fazit: Für eine unerfahrene Gruppe, die Die vergessene Schmiede gespielt hat, ist Die Schatten des letzten Krieges sicherlich ein schönes Abenteuer, zu dem auch noch zwei weiter Fortsetzungen angekündigt sind. Für alle anderen Gruppen halte ich es jedoch nur für bedingt empfehlenswert.




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