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Der Letzte Held #45
Von Ingo Schulze

Rezension erschienen: 23.12.2005, Serie: Zeitschriften, Autor(en): Andread Michaelis u.a., Verlag: Drachenland-Verlag, Seiten: 32, Erschienen: 2004, Preis: 1,50


Überraschungen erlebt man im Rollenspiel-Fandom immer wieder... So ging es mir, als ich entdeckte, dass ein Fanzine der ersten Stunde wieder erscheint: Der letzte Held. Mit einer Auflage von acht (!) Exemplaren war er das erste deutsche Rollenspielfanzine überhaupt und ab etwa Ausgabe 20 mein erstes Fanzine.

Kurz darauf produzierte man mit einem farbigen Covervordruck, in welches das Cover schwarzweiß eingedruckt wurde, erst in A5 und dann in A4. Immerhin schaffte man noch 20 weitere abwechslungsreiche Ausgaben, bis die Erscheinungszyklen länger und länger wurden und schließlich Nummer 44 die letzte zu sein schien.

Bis sich dann Andreas Michaelis ein Herz fasste und unter dem Motto "Back to the roots" eine Ausgabe in altem Gewand produzierte: also A5, einfarbiges Coverpapier (gelb) und dem Layout der Ausgaben bis zur Nummer 20. Mit 32 Seiten ist man gar noch unter der Seitenzahl der ersten Ausgaben geblieben, dafür hat sie Andreas auch fast im Solo geschrieben.

Ein Soloabenteuer mit 55 Abschnitten bildet dann auch den Mittelpunkt des Heftes, natürlich in der aventurischen Hafenstadt Havena. Allerdings kommt es komplett ohne Regeln aus. Im Traum taucht der Held in ein Dungeon ein und muss hier eine Person befreien. Zwar klassisch, aber stimmungsvoll.

"Am Wegesrand" sind drei originelle Begegnung für nebenbei, kleine Intermezzos, um die Spielwelt detaillierter zu beschreiben: ein unheimliches Baumhaus im finsteren Wald, eine blumenüberflutete Lichtung und ein Lawinenabgang, der eine alte Höhle freilegt. Alle drei blühen vor Phantasie und Lebendigkeit und sind sofort Kandidaten für die Spielleitermappe.

"Kurz beschrieben" bietet zwei kurze Ergänzungen für das vom Letzten Helden gehegte und gepflegte Havena: ein Ehepaar, das mit alchemistischen Utensilien handelt, und die Taverne "Stilles Wissen". Schnell einzubauen und immer geeignet, eine kleine Geschichte darum zu stricken.

"Feenbalz" ist das erfolgreiche Kartenspiel des Drachenland-Verlages in Zusammenarbeit mit Krimsus Kramkiste, hier beleuchtet ein Werkstattbericht die Jahre währende Geschichte. Ein interessanter Einblick in die Entwicklungsarbeit eines Gesellschsftsspiels.

Die Heldensatire um Hugo, Rolf, Sila, Tim und Ture wird endlich fortgesetzt. Diesmal endet der Rauswurf aus dem Badehaus mit der Gründung einer neuen Religion...

Ein wenig wird auch der Werdegang des Letzten Helden beleuchtet, Cover und Inhalte der ersten beiden Ausgaben, ein kleines Quiz um den DLH sowie ein Artikel aus Nummer 2, der den Untergang des "Magiers" als Helden prophezeite ;-)

Kurzum: ein gelungenes Zine mit Anleihen an das alte Layout aber trotzdem hochwertigen Zeichnungen und einer Mischung, die hauptsächlich DSA'ler anspricht aber doch recht universell einsetzbar ist. Nicht zu vergessen, dass alle Inhalte des Heftes auch kostenlos auf der Verlagshomepage downloadbar sind, für alle, denen 1 Euro 50 zu teuer sind.




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