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Beowulf
Von Nils Rehm

Rezension erschienen: 11.01.2006, Serie: Gesellschaftsspiele, Autor(en): Dr. Reiner Knizia, Verlag: Kosmos Verlag, Seiten: , Erschienen: Oktober 2005, Preis: 29,99 Euro


"Beowulf, der sagenhafte Drachenkämpfer" ist eine bekannte Sagenfigur, die Pate für dieses Spiel stand. Die Spieler schlüpfen in die Rolle von Beowulfs Gefährten und versuchen möglichst viel Ruhm und Gold beim Durchstehen der zahlreichen Episoden (kleinere oder größere Handlungsabschnitte im Spiel) anzuhäufen. Der beste Spieler kann dann am Ende nach Beowulfs Tod die Nachfolge des Helden antreten.

Genauer funktioniert das so: Nachdem der ungewöhnliche Spielplan aufgebaut wurde (Er ist eigentlich ein Quadrat, dem ein Viertelquadrat fehlt.), ziehen die Spieler die Figur des Beowulf von Episode zu Episode weiter. In jeder Episode müssen Karten gespielt werden, sonst drohen Gesundheitsverlust oder Minuspunkte (Misserfolgsplättchen).

Dazu bieten die Spieler Karten, wobei es sechs verschiedene Symbole gibt. Fünf davon finden sich auf den unterschiedlichen Episodendarstellungen des Spielplans wieder: Reise, Freundschaft, Klugheit, Mut und Kampf. Das sechste Symbol ist der Helm Beowulfs, der auch als Joker fungiert. In den Episoden gibt es prinzipiell zwei Möglichkeiten sich zu messen, die durch einen Pfeil auf der Episodendarstellung angezeigt werden: Die Spieler spielen nacheinander Karten aus und übertrumpfen sich dabei oder sie spielen verdeckt gleichzeitig aus.

Bei ersterer Variante beginnt der Startspieler zur Episode passende Karten auszuspielen (Symbole sind angegeben). Der nächste Spieler entscheidet nun, ob er aussteigt oder ebenfalls Karten ausspielt, die mindestens genauso wertvoll sind. Aussteiger nehmen sich einen der fünf Reihenfolgeanzeiger, uns zwar immer den höchsten noch ausliegenden. Gibt es nur noch einen Spieler, so legt er seine gespielten Karten auf den Ablagestapel. Alle anderen behalten ihre.

Bei zweiterer Variante legen die Spieler verdeckt so viele Karten vor sich ab, wie sie setzen wollen. Nicht passende Symbole darf man zum Bluffen einsetzen. Danach decken alle ihre Karten gleichzeitig auf. Der beste Spieler bekommt den Reihenfolgeanzeiger "1" und darf sich als erster eine der fünf Belohnungen (Ruhmesplättchen, Bündnisplättchen, Schatzplättchen, Karten oder Minusplättchen) nehmen, usw. Der letzte Spieler riskiert bei einigen Episoden Kratzer zu kassieren oder Wunden (drei Kratzer bedeuten eine Wunde und drei Wunden bedeuten Spielausstieg).

So werden die einzelnen Episoden durchgespielt, bis am Ende abgerechnet wird.

Von der Gestaltung her ist "Beowulf" ein Augenschmaus mit seinem stimmungsvollen Titelbild von John Howe und der wertigen, stilistisch passenden Ausstattung. Leider hat das Spiel wenig mit dem Titelbild, das einen etwas ungewöhnlichen Drachenkampf zeigt, zu tun. Hier wird nur Bezug auf die Beowulf-Saga genommen.

Ansonsten ist die Spielanleitung wegen ihrer Übersichtlichkeit und der vielen Beispiel halber lobend zu erwähnen. Zudem gibt es noch eine Spielvariante für Fortgeschrittene.

Fazit: Insgesamt ist "Beowulf" ein gelungenes Gesellschaftsspiel mit Mängeln in der Logik (Gestaltung versus Spielinhalt) und Stärken im Layout. Allerdings macht es mit nur zwei Spielern, wie auch als Möglichkeit angegeben, keinen Spaß. Drei oder besser vier sollten es schon sein.




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