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Mesopotamien: Wiege der Menschheit
Von Jan-Hendrik Strenzke

Rezension erschienen: 12.03.2006, Serie: Gesellschaftsspiele, Autor(en): Klaus-Jürgen Wrede, Verlag: Phalanx Games b.v., Seiten: , Erschienen: Oktober 2005, Preis: 39,95 Euro


»Mesopotamien« entführt zwei bis vier Spieler in ein frühes Zeitalter der Menschheit. Hier führen sie Stämme, die neues Land entdecken, sich ansiedeln und gemeinsam einen großen Tempel zu Ehren ihrer Götter errichten.

Die ansprechend gestaltete Verpackung vermittelt bereits einen ersten Eindruck von der Spielatmosphäre von »Mesopotamien«. Eine umfassende Darstellung der Materialien auf der Rückseite der Schachtel zeigt die Optik des eigentlichen Spiels. Die gesamte Gestaltung ist als hochwertig anzusehen, Spielsteine und Hütten sind aus Holz und das Baumaterial für den Tempel wird durch kleine Steine symbolisiert. Der variable Spielplan besteht aus ungefähr sechseckigen Landschaftselementen, die durch Ausbuchtungen und Zungen an den Rändern ineinander gehakt werden können und somit einen stabilen Untergrund ergeben. Praktisch ist zudem, dass die Schachtel einen Kunststoffeinsatz mit passenden Aussparungen für die verschiedenen Spielelemente hat.

Die Spielanleitung erläutert sehr ausführlich und mit vielen bebilderten Beispielen die eingängigen Regeln von »Mesopotamien«. Zudem werden sämtliche Handlungsoptionen auf einem separaten Übersichtsblatt mit verkleinerten Beispielbildern zusammengefasst, was zu einem schnellen Verständnis des Spiels führt und praktisch keine Fragen offen lässt.

Bei Spielbeginn verfügt jeder Spieler über eine Hütte und drei Eingeborene. Diese bilden den Grundstock für seinen Stamm, der im Laufe des Spiels auf bis zu acht Eingeborene und fünf Hütten wachsen und hierbei neue Landstriche entdecken wird. Ein Spielzug besteht bei »Mesopotamien« aus drei Phasen:

1. Bewegung der Eingeborenen
2. Aktion(en) durchführen
3. Manapunkte erhalten

In der ersten Phase stehen dem Spieler fünf Bewegungspunkte zur Verfügung, die er beliebig auf seine Spielfiguren aufteilen kann. Zieht ein Eingeborener hierbei durch ein Waldfeld oder einen Steinbruch, kann er den entsprechenden Rohstoff aufnehmen und mit sich tragen, sofern der Vorrat des Felds noch nicht erschöpft ist. Die Rohstoffe werden benötigt, um neue Hütten zu errichten oder am großen Tempel zu bauen. Zudem kann man auch den anderen Spielern Rohstoffe abnehmen, wenn man auf einem Feld mehr Eingeborene besitzt als der Konkurrent. Ausgehend von einer relativ kompakten Startaufstellung bildet sich durch die Erforschung eine variable Spielfläche, auf der die Stämme sich ausbreiten.

Die zweite Phase des Spielzugs ist die Aktionsphase. Hierbei kann der Spieler entweder eine Unterstützungskarte ziehen, Nachkommen zeugen, einen Kultplatz errichten oder eine neue Hütte bauen und somit gleichzeitig einen Opfer-Marker ins Spiel bringen. Man kann genau eine dieser Aktionen pro Spielzug durchführen, dies jedoch mehrmals. So könnte man beispielsweise zwei Hütten bauen, wenn man auf zwei Feldern die Voraussetzungen erfüllt.

Im dritten Abschnitt des Spielzugs erhält der Spieler Manapunkte für seine Eingeborenen, die an einem eigenen oder fremden Kultplatz stehen. Diese werden auf einer separaten Skala festgehalten und werden genutzt, um die Opfergaben im Tempel darzubringen. Hierbei gibt es vier Opfer-Marker unterschiedlichen Werts, die in beliebiger Reihenfolge beim Tempel abgeliefert werden müssen. Wem dies zuerst gelingt, der gewinnt das Spiel.

Um das Spielziel zu erreichen, gibt es eine Vielzahl verschiedener Strategien, die jedoch allesamt annähernd gleichwertig sind. Es gibt also nicht wie bei vielen vergleichbaren Spielen einen dominierenden Weg, der einzig wirklich erfolgversprechend ist. Zudem spielt der Faktor Glück praktisch keine Rolle, da er lediglich beim Ziehen der Unterstützungskarten zum Tragen kommt. Dennoch verliert sich das Spiel nicht in ewig langen Spielzügen, sondern läuft dank der einfachen Mechanismen schnell und flüssig ab. Somit stellt »Mesopotamien« eine äußerst gelungene Mischung aus hoher Spieltiefe und einfachem Ablauf dar und ist damit für nahezu jeden Spielertyp geeignet. Wem die Siedler von Catan gefallen haben, der wird von diesem Spiel begeistert sein!

Fazit:
Eine große Handlungsvielfalt bei einfachen Spielregeln ist die Stärke von »Mesopotamien«. Da es nicht nur einen Weg gibt, den Sieg zu erringen, verläuft jede Partie anders und das Ende bleibt lange Zeit offen. Zudem lässt sich eine schnelle Partie problemlos in einer Stunde spielen, wodurch man das Spiel auch gerne mal spontan aus dem Schrank holen wird. Insgesamt verdient »Mesopotamien« daher eine uneingeschränkte Kaufempfehlung!






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