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Angkor
Von Jan-Hendrik Strenzke

Rezension erschienen: 08.03.2006, Serie: Gesellschaftsspiele, Autor(en): Knut Happel, Verlag: Schmidt Spiele GmbH, Seiten: , Erschienen: Oktober 2005, Preis: 29,95


Tempelbau im Dschungel – unter diesem Motto steht »Angkor«, das neuste Spiel aus dem Hause Schmidt Spiele. Zwei bis vier Spieler ab acht Jahren versuchen hierbei, ihre eigenen Tempelanlagen zu erweitern und durch Wassergräben vor dem wuchernden Dschungel zu schützen, dessen Wachstum die Mitspieler beeinflussen.

Die stimmungsvoll gestaltete Verpackung weiß optisch zu gefallen und vermittelt dank einer großflächigen Abbildung des Spielmaterials auf der Rückseite einen guten Eindruck vom eigentlichen Spiel. Bei »Angkor« erhält jeder Spieler einen eigenen Spielplan für den Bau seiner Tempelanlage. Diese bestehen aus Kunststoffplatten, die als Basis für die eigentlichen Spielpläne dienen und gleichzeitig die ansprechend illustrierten Sichtschirme halten, hinter denen man seine Spielplättchen aufbewahrt. Es gibt 108 verschiedene Plättchen, die unterschiedlich wertvolle Tempelelemente, Wasser, Urwald und Prinzessinnen darstellen. Zudem beinhaltet »Angkor« noch je vier Tiger, Brunnen und Statuen als Holzfiguren. Insgesamt bildet das Spielmaterial ein optisch ansprechendes und in sich stimmiges Ganzes. Einziges Manko ist, dass die Verpackung keinerlei Unterteilung zur Aufbewahrung der verschiedenen Spielelemente enthält.

Die mehrsprachige Spielanleitung (deutsch, französisch, italienisch) erläutert in ausführlicher und gut verständlicher Weise die einfachen Regeln von »Angkor«. Die Erklärungen werden zudem unterstützt durch eine Reihe von Bildern. Etwas unglücklich ist, dass man das Titelbild als Hintergrund für sämtliche Seiten der Anleitung genutzt hat, was die Lesbarkeit und das schnelle Auffinden einzelner Punkte erschwert.

Zu Spielbeginn erhält jeder Teilnehmer fünf Plättchen, die er hinter seinem Sichtschirm aufbewahrt. Zieht er eine Prinzessin, wird diese zum Vorrat zurückgelegt und dafür ein anderes Teil nachgezogen. Im Spielverlauf haben die Spieler reihum stets zwei Aktionen, mit denen sie entweder ein neues Plättchen anlegen oder eine Spielfigur einsetzen können. Tempelelemente und Wasser werden an die eigene Tempelanlage angelegt, während der Urwald bei anderen Spielern eingesetzt wird. Dschungel-Plättchen müssen hierbei immer an den Rand des Spielplans oder an bereits liegende Urwald-Elemente angrenzen. Auf diese Art wuchert der Dschungel langsam auf die Tempelanlagen der Mitspieler zu. Wenn sich Urwald und Tempel berühren, dürfen auch bereits liegende Plättchen überdeckt werden. So holt sich der Dschungel teilweise Land von den Tempelbauten zurück oder er muss weiteren Bauwerke weichen. Die einzige Ausnahme sind die Wasserfelder, die nicht durch andere Plättchen überdeckt werden können und hervorragend zum Schutz der eigenen Bauten geeignet sind. Eine Sonderfunktion haben zudem die drei Holzfiguren, die ebenfalls nicht überbaut werden dürfen. Sie bringen bei der Endabrechnung Zusatzpunkte für angrenzende Innenhöfe, die Tempelelemente mit dem niedrigsten Wert, für Wasserflächen und für Dschungelflächen. Hierdurch kann so mancher Nachteil, den man im Spiel hinnehmen musste, schnell in einen Vorteil umgewandelt werden.

Nachdem ein Spieler seine beiden Aktionen ausgeführt hat, füllt er seinen Vorrat auf fünf Plättchen auf. Zieht er hierbei eine Prinzessin, wird diese offen beiseite gelegt und ein weiteres Plättchen nachgezogen. Das Spiel endet sofort, wenn die fünfte Prinzessin gezogen wurde. Es gewinnt der Spieler mit der höchsten Punktzahl durch seine Tempelanlage sowie den Sonderpunkten für die Figuren.

Zu den Stärken von »Angkor« zählen die einfachen Spielmechanismen, dank derer man es in wenigen Minuten erklärt hat. Gerade für Familien mit jüngeren Spielern ist es dadurch gut geeignet. Zudem dauert eine Partie selten länger als eine halbe Stunde, so dass man es auch häufiger an einem Abend oder einfach mal zwischendurch spielen kann. Einziger kleiner Wermutstropfen ist der Glücksfaktor, der gerade bei zwei Spielern eine erhebliche Rolle spielt und auch in größerer Runde gelegentlich für Frustration sorgen kann.

Fazit:
»Angkor« bietet solide Unterhaltung für die ganze Familie zu einem akzeptablen Preis. Wer ein kurzweiliges Spiel ohne großen strategischen Anspruch sucht, der kann hier bedenkenlos zugreifen.




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