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Star Munchkin
Von Jan-Hendrik Strenzke

Rezension erschienen: 19.01.2006, Serie: Gesellschaftsspiele, Autor(en): , Verlag: Pegasus Spiele GmbH, Seiten: , Erschienen: Oktober 2005, Preis: 14,95 Euro


Das Kartenspiel »Star Munchkin« ist ein eigenständiger Ableger der Rollenspiel-Parodie »Munchkin«, der jedoch auch mit dem Original kombiniert werden kann. Hier schlüpfen drei bis sechs Spieler in die Rollen von Weltraum-Abenteuern, die durch geschickten Einsatz ihrer Karten versuchen, Monster zu töten, Schätze zu klauen und ihre Kumpels zu hintergehen.

Das Spiel wird in einer stabilen Pappschachtel vertrieben, deren Cover-Illustration bereits einen guten Eindruck von der Optik der Karten vermittelt. Wem der Zeichenstil von John Kovalic gefällt, der wird von den unterhaltsam gestalteten 170 Spielkarten begeistert sein, wer ihn nicht mag, sollte besser direkt die Finger von »Star Munchkin« lassen. Insgesamt findet man eine Vielzahl von karikierten Anspielungen auf Filme und Serien aus dem Science Fiction-Genre wie auch aus der realen Welt. Neben den Karten enthält die Schachtel noch eine vierseitige Anleitung im Din A4-Format, die ausführlich und humorvoll die eingängigen Regeln erklärt.

Ziel des Spiels ist es, vom einfachen Menschen der Stufe 1 zu einem Weltraumhelden der Stufe 10 aufzusteigen. Auf dem Weg dahin wechselt man bisweilen schon mal die Rasse und wird vom Menschen zum Mutanten, zum Cyborg oder zur Katze. Zudem kann man, wenn man die richtigen Karten zieht, auch noch verschiedenen Klassen angehören und zum Medium, zum Gadgeteer, zum Händler oder zum Kopfgeldjäger werden. Jede Rasse und jede Klasse bringt einem spezielle Fähigkeiten.

Zu Beginn des Spiels werden die Stationskarten und die Schatzkarten gemischt und jeder Spieler erhält von jedem Stapel zwei Karten. Ein Spielzug besteht aus insgesamt vier Phasen, Tür öffnen, Kampf, Plündern und Reduzieren der Handkarten. Zunächst deckt man eine Stationskarte auf. Zeigt diese ein Monster, muss man es entweder bekämpfen oder weglaufen. Hierfür werden die aktuelle Stufe des Helden sowie sämtliche Boni durch Gegenstände addiert und mit der Stufe des Monsters verglichen. Ist die eigene Stufe höher, würde man das Monster besiegen. Allerdings können die Mitspieler noch in den Kampf eingreifen und mit ihren Karten das Monster verstärken oder zusätzliche Gegner in den Kampf schicken. So kann aus einem an sich harmlosen Blob der Stufe 2 schon mal ein radioaktiver Blob aus einer anderen Dimension werden, der dann Stufe 17 hat. Kann man ein Monster nicht besiegen, darf man sich auch von einem Mitspieler helfen lassen, der hierfür in der Regel einen Teil der Beute verlangen wird. Gelingt es alleine oder gemeinsam, den Gegner zu erschlagen, steigt der aktive Spieler eine oder zwei Stufen auf und eine bestimmte Anzahl an Schätzen wird unter den am Kampf beteiligten Helden aufgeteilt. Dies können nützliche Gegenstände oder auch automatische Stufenanstiege sein.

Sollte man beim Öffnen der Tür kein Monster aufdecken, kann man eine Kreatur aus der eigenen Hand ausspielen und bekämpfen oder den leeren Raum plündern. In diesem Fall zieht man einfach verdeckt noch eine weitere Karte vom Stapel der Stationskarten und hebt diese zur späteren Verwendung auf. Außer Monstern verbergen sich hinter den Stationstüren unter anderem noch Fallen oder auch Rassen- und Klassenkarten. Hat man am Ende seines Spielzugs mehr als fünf Karten auf der Hand, werden die überzähligen Karten an den Spieler mit der niedrigsten Stufe abgegeben. Auf diese Art führen die Teilnehmer abwechselnd ihre Spielzüge aus. Es gewinnt, wer als erstes die zehnte Stufe erreicht.

Neu bei »Star Munchkin« sind die Handlanger-Karten. Hierbei handelt es sich um Assistenten des Helden, die meistens eine Sonderfähigkeit mit sich bringen. Darüber hinaus können sie im Kampf geopfert werden, damit der Charakter automatisch entkommt. Die zweite wesentliche Neuerung ist die Möglichkeit, Waffen miteinander zu kombinieren. So kann man sämtliche Laserwaffen, die man findet, zu einer einzigen zweihändigen Strahlenkanone zusammenfügen und die Boni aller Komponenten aufaddieren. Ansonsten funktioniert »Star Munchkin« genau wie das Original, lediglich einige Begriffe wurden noch dem Genre angepasst.

Fazit:
»Star Munchkin« ist ein würdiger Nachfolger des Originals, der Freunde des Futuristischen begeistern wird. Die neuen Regelerweiterungen bringen noch mehr Leben ins Spiel und sorgen für einen etwas zügigeren Spielverlauf. Hierdurch bietet das Spiel auch für alte Hasen noch einige neue Anreize, so dass es allen Rollenspielern und Munchkin-Fans bedenkenlos empfohlen werden kann.





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