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Der Krieg der Spinnenkönigin VI: Auferstehung
Von Ingo Schulze

Rezension erschienen: 03.01.2006, Serie: Belletristik, Autor(en): Paul S. Kemp, Verlag: Feder und Schwert, Seiten: 464, Erschienen: Oktober 2005, Preis: 10,95 Euro


Etwas überraschend führt nun Paul S. Kemp und nicht Mel Odom, bekannt unter anderem durch einige Shadowrun-Romane, die sechsbändige Saga um den Krieg der Spinnenkönigin zu Ende.

Schon am Ende des letzten Teils war das Schweigen der Göttin Lolth beendet und nun ruft sie nach ihrer Yor'thae - ihrer Auserwählten. Die kleine Gruppe um Hohepriesterin Quenthel und den Magier Pharaun, die eigentliche Hauptfigur der Serie, dringt weiter auf den Abgrund der Dämonennetze vor, der nun abgelöst vom Abyss eine eigene Ebene bildet. In der Einöde dieser Ebene bricht immer stärker der Konflikt zwischen den Kandidatinnen um die Yor'thae hervor: Quenthel und Pharaun auf der einen Seite, die ehemalige Kriegsgefangene Danifae und der halbdämonische Draegloth auf der anderen Seite. Doppeldeutige Aussagen und Anfeindungen sind mittlerweile an der Tagesordnung, so dass man die Zeit bis zu einer blutigen Auseinandersetzung an einer Hand abzählen zu können meint.

Aber auch die Kandidatin zur Yor'thae, Halisstra, ist auf dem Weg, zusammen mit ihren Schwestern der Mondgöttin Eilistraee. Bewaffnet mit der Halbmondklinge soll sie Lolth selbst endgültig töten. Allerdings wird ihr frischer Glaube auf die Probe gestellt, jetzt, wo Lolth wieder zu hören ist. Die dritte Interessenfraktion ist Lolth Sohn, der Gott Vhaeraun, der sich der Hilfe von Dämonenschergen versichert, um sicherzustellen, dass niemand Lolth erreicht...

In Menzoberranzan konnte der Angriff der Duergar und Vhoks halbdämonischer Legionen zurückgeschlagen werden, nun gilt es für den Erzmagier Gromph Banrae das Seelengefäß des besiegten Drowleichnams zu finden, will man nicht bald schon wieder diesem tödlichen Feind gegenüberstehen. Dazu muss er das Haus Agrach Dyrr ausspähen, um dann zum Gefäß vorzudringen. Und das mitten in der Schlacht zwischen dem Haus und denen, die die Situation nutzen wollen, wie dem nachrückenden Haus Xorlarrin. Doch auch die Muttermatrone des Gegners ist auf der Hut. Sie weiß, dass es ihr gelingen muss das Gefäß vor Gromph zu finden, um dem Haus das Überleben zu sichern.

Paul S. Kemp punktet vor allem mit dem zweiten Handlungsstrang. Selten war ein Ausspähen, Gegenspähen und ein Einbruch so spannend geschildert, vor allem mit so vielen kleinen Tricks, wie man es von Dunkelelfen erwarten darf.

Aber auch die Geschehnisse um Lolths Yor'thae werden zu einem würdigem Abschluß geführt. Allerdings ist hier deutlich anzumerken, dass (wieder) ein neuer Autor am Werk ist. Zwischen den einstigen Zankapfeln Quenthel und Pharaum herrscht Friede, Freude, Eierkuchen - natürlich hat die Rückkehr Lolth einiges verändert, aber zumindest in Gedanken sollte nicht eitel Sonnenschein herrschen. Aber auch der Draegloth, immerhin Quenthels Neffe und ihr treuester Diener, steht nun unerschütterlich Danifae ergeben zur Seite und ist gar bereit die Hand gegen Quenthel zu erheben. Dabei will ich gar nicht anzweifeln, dass eine solche Entwicklung möglich ist, hier passiert sie aber nicht kontinuierlich, sondern eher sprunghaft - wobei die Änderungen zwischen den Büchern stattfinden...

Davon abgesehen wird eine durchaus interessante Queste geboten und viel Spannung liegt in der Frage, wer (oder was) nun Yor'thae wird. Kemp gelingt es hier, dass Blatt noch das ein oder andere Mal zu wenden und dem Leser wieder und wieder einen neuen Favoriten anzubieten.

Die Aufmachung der ganzen Reihe ist regelrecht spektakulär, durchgehend in lila und blauen Grundtönen gehalten, das Cover immer einen Charakter der Serie präsentierend. Auch dieses Cover von Brom reiht sich gut ein: eine im Netz gefangene Dunkelelfin (Welche der drei, wird erst hinterher deutlich...).

Fazit: Gelungener Abschluß einer guten Serie mit einem hervorragenden Auftaktband, die dem Leser viel über dunkelelfische Kultur, Menzoberranzan im Besonderen und die Unterwelt im Allgemeinen verrät. Dazu noch Ausflüge in einige der Faerûn umgebenen Ebenen und ein lesbares, auch nachvollziehbares Stück Metaplot.




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