Willkommen Gast - LORP.de v2.45.00
LORP.de  
Seite drucken Seite empfehlen Leserbrief schreiben Translate into English with Google
 

Startseite » Rezensionen » Rollenspiel » d20 Produkte » The Iron Heroes Bestiary

The Iron Heroes Bestiary
Von Volker Thies

Rezension erschienen: 09.12.2005, Serie: Rollenspiel, Autor(en): Mike Mearls, Verlag: Malhavoc Press, Seiten: 96, Erschienen: Oktober 2005, Preis: 19,99 Euro


Die Charaktere von Iron Heroes sind wahrhaft mächtige Kämpfer; in der Lage zu Waffentaten, an die Normalsterbliche nicht einmal annähernd heranreichen. Wer könnte für solche Kampfmaschinen anspruchsvollere Herausforderungen bieten, als ebenso beeindruckende Kreaturen mit tödlichen Fähigkeiten? Mehr als 30 dieser Monster bietet das Iron Heroes Bestiary. Das mag auf den ersten Blick nicht besonders üppig erscheinen, verglichen mit anderen Monstersammlungen. Aber ebenso wie Iron Heroes insgesamt eine ungewöhnliche und innovative Überarbeitung des D20-Regelwerks darstellt, überzeugen auch die Monster mit vielen interessanten Konzepten, die sie weit über das übliche "Schwertfutter" hinausheben.

Bei allen Monstern fallen die vielen ungewöhnlichen Sonderfähigkeiten auf. So ist der Piprisug in der Lage, seine Gegner durch die gezielt steuerbare Pheromon-Produktion seines Körpers unter seine Kontrolle zu bringen, der Moss Troll verfügt über eine symbiotische Pflanzenschicht, die ihn im Kampf unterstützt, und der Iron Devil setzt sein glühendes Inneres gegen Feinde ein. Diese außergewöhnlichen Eigenschaften wiegen um so schwerer, weil Iron Heroes auf ein extrem magie-armes Setting ausgelegt ist. Die Helden können den unheimlichen Kräften ihrer Gegner also nur ihre Waffen und die Tricks ihres jeweiligen Kampftrainings entgegensetzen.

Die meisten der vorgestellten Kreaturen fallen in eine von zwei Kategorien: Überbleibsel einer längst vergangenen, magischen Epoche und Bedrohungen von jenseits der Wirklichkeit. Die Monstren aus der Vergangenheit sind meist als Kämpfer oder lebende Kriegsmaschinen längst vergessener Kriege geschaffen worden. Obwohl ihre Epoche schon seit Äonen vorbei ist, streifen sie immer noch umher und verbreiten Verwüstung. Ein Beispiel dafür sind Blade Oozes, gewaltige amorphe Fleischberge, die aus den Leichen von in Schlachten Gefallenen bestehen und mit den in ihrem Inneren eingebetteten Waffen gewaltige Zerstörung anrichten. Neben diesen Monstern werden viele Wesen aus anderen Dimensionen, im D20-Sprachgebrauch auch als "Ebenen" bezeichnet, vorgestellt. Anders als bei den relativ überschau- und einschätzbaren Teufeln und Dämonen des Standard-D&D handelt es sich bei ihnen tatsächlich um furchterregende Bestien, die mit ihren vielfältigen magischen Fähigkeiten die Grenzen der Realität selbst durchbrechen. So kann der Dimensional Prowler praktisch beliebig an irgendeinem Ort des Kampfgebiets auftauchen und mit seinen Klauen sogar Gegner aus deren eigenem Inneren angreifen. Für Charaktere, die nicht über die aus D&D bekannten Geschwindigkeits-, Schutz- und Teleportationszauber verfügen, sind sie eine ernste Bedrohung.

Insgesamt fällt auf, dass viele Monster mit großer Körpergröße und vor allem solche mit hohem Herausforderungsgrad geboten werden. Ersteres ist vermutlich darauf zurückzuführen, dass den athletisch veranlagten Charakterklassen ein Betätigungsfeld zum Erklimmen geboten werden soll. Die hohen Herausforderungsgrade sollen wohl dafür sorgen, dass die Begegnungen mit den Monstern tatsächlich zu Höhepunkten von Abenteuern werden. Für Herausforderungen mit geringerem Gefahrengrad sind die Villain Classes vorgesehen. Im Prinzip handelt es sich dabei um Charakterklassen speziell für Gegner der Spieler. Sie sind so ausgelegt, dass der Spielleiter mit geringem Zeitaufwand einen entsprechenden Gegenspieler erschaffen kann. Das Iron Heroes Bestiary bietet zusätzlich zu den Villain Classes aus dem Spielleiterbuch noch drei weitere: Der Champion ist ein herausragender Kämpfer, der vor allem über eine große Menge an Talenten verfügt. Der Demonic Minion ist ein dämonischer Feind, allerdings einer, der weniger auf offene Konfrontation setzt, sondern auf Zauberei und gemeine Tricks aus dem Hinterhalt. Der Demon Knight wiederum stützt sich vor allem auf seine in der Hölle geschmiedeten Waffen und Rüstungen.

Über die reinen Gegenspieler für die Helden hinaus bietet das Buch eine erfreulich überschaubare Auswahl an speziellen Monster-Talenten, einige Rechenbeispiele, die dabei helfen, die Monster exakt auf die jeweilige Gruppe abzustimmen sowie Ratschläge zum Anpassen von Kreaturen aus anderen D20-Quellen an Iron Heroes. Schließlich gibt es noch eine Tabelle mit Monstern aus anderen Malhavoc-Veröffentlichungen, die wohl vor allem Werbezwecke erfüllen sollen.

Jede Monsterbeschreibung ist mit einer Porträtzeichnung versehen, die im typisch dynamischen Comicstil von Iron Heroes gehalten ist.

Fazit: Das Bestiary ergänzt die bisherigen Iron Heroes-Veröffentlichungen perfekt. Besonders die innovativen Spezialfähigkeiten der Wesen stechen hervor. Allerdings finden sich kaum Monster mit niedrigem Herausforderungsgrad.

Anmerkung: Dieser Rezension liegt die elektronische Ausgabe des Produkts in Form einer pdf-Datei zu Grunde.




LORP.de Copyright © 1999 - 2017 Stefan Sauerbier, Alle Rechte vorbehalten.