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Envoyer 11/2005
Von Michael Schmitt

Rezension erschienen: 10.01.2006, Serie: Zeitschriften, Autor(en): Christian Fischer (Hrsg.), Verlag: FZ Werbung / Redaktion Envoyer, Seiten: 82, Erschienen: 2005, Preis: 1,80 Euro


Im Editorial verkündet Chefredakteur Christian Fischer nach über 9 Jahren seinen Abschied. Er wird den Posten an seinen bisherigen Stellvertreter, André Wiesler, abgeben. In einigen Bereichen bleibt er den Lesern allerdings noch erhalten. André Wiesler selbst ist ein erfahrener Autor und arbeitet schon länger für den Envoyer. In Zukunft soll es eine neue Linie geben, welche die Leser mehr einbindet und es soll mehr spielbares Material präsentiert werden. Man darf gespannt sein!

Ansonsten ist das Heftchen wieder übersichtlich gestaltet und enthält wenig nervige Werbung. Die Innenseiten sind komplett schwarzweiß und durchgängig mit Grafiken und Bildern versehen. Der Mix aus Text und Grafik passt sehr gut. Der farbige Umschlag trägt ein nettes Titelbild. Auf der hinteren innenliegenden Umschlagseite zeigen sich zwei schöne farbige Landkarten. Wobei man allerdings erst mal nicht genau weiß wozu sie gehören.

In den News gibt es übersichtlich einige Neuvorstellungen mit kurzer Beschreibung. Interessant ist der Bericht über die Mitgliederversammlung, bei der nur zwei Mitglieder anwesend waren, die sich dafür allerdings viel für das kommende Jahr vorgenommen haben.

Der Bereich Rezensionen enthält drei Berichte über Bücher zu zwei unbekannteren Systemen und einem Solo-Abenteuer. Diese sind recht ausführlich und dadurch für den einen oder anderen etwas zu lang. Hilfreiche Einblicke in die Produkte bieten aber auf jeden Fall das abschließende Fazit und die prozentuale Bewertung in verschiedenen Kategorien.

Der Artikel über die Erweiterung zu dem Online-Rollenspiel "The Sage of Ryzom" wirkt eher etwas verwirrend. Vor allem für den Gelegenheitsleser, da auf den ersten Blick nicht ersichtlich ist worum es überhaupt geht.

Sehr schön zu lesen ist der Bericht über die Messe "Spiel 2005", der natürlich nur einen groben Überblick geben kann. Dafür gewinnt man aber einen guten Eindruck über die dortige Atmosphäre.

In der Serie zum "Paliomêl"-Projekt werden zwei Völker näher beschrieben: die Ba'adathalika und die Morosimai. Da es sich um eine Serie handelt, kann der Gelegenheitsleser auch damit eher wenig anfangen. Eventuell kann man aber die eine oder andere Anregung für sein eigenes Spiel umsetzen.

Das Titelthema des vorliegenden Heftes dreht sich um die Lightversion eines freien und somit kostenlosen Fantasy-Rollenspielsystems. Es stammt von dem zukünftigen Chefredakteurs André Wiesler und trägt den Namen "Elek-Mantow". Praktisch ist, dass sich das eigene kleine Buch in der Heftmitte befindet, um es heraustrennen zu können. Dadurch liegt es jedoch in der Mitte eines anderen Artikels, was beim einfachen Durchlesen des Magazins erst mal für Verwirrung sorgt. Die Regeln selbst wirken nicht wirklich innovativ und erinnern stark an andere kommerzielle Systeme. Schön ausgearbeitet ist dafür die Welt mit ihrer Geschichte, den Völkern und Ländern.

Der Comic "Weltretter" und die Glosse "Guter Rat aus Envoria" sorgen für kurzweilige Unterhaltung.

Enthalten sind auch zwei Kurzabenteuer für "Deadlands". Bei dem ersten geht es gegen eine von einem Magier aufgebrachte Zombie-Gruppe, die aus Rache einen Gutsbesitzer vernichten soll. Es handelt sich um ein Standart-Gemetzelabenteuer ohne Tiefgang. Beim zweiten muss die Gruppe auf einem Koloniemond notlanden. Dort gibt es außer einigen Wiedergängern noch eine Gruppe von Soldaten, die ebenfalls versuchen um jeden Preis von dem Mond zu fliehen. Dieses Abenteuer ist etwas besser ausgearbeitet und wesentlich spannender.

Im LARP-Bereich gibt es eine kleine Abhandlung über "Gut und Böse", die zum Nachdenken anregt.

Fazit:
Im vorliegenden Envoyer bekommt man ein komplettes stimmiges Fantasy-Rollenspielsystem, das für interresierte Spieler sicher mal eine Proberunde wert ist. Etwas schwierig ist der Envoyer für Gelegenheitsleser, da diese mit einigen Artikeln, vor allem den Serien, wenig anfangen können. Hier wäre ein kleiner einleitender Absatz hilfreich, bei dem kurz erklärt wird worum es geht. Insgesamt erhält man eine fast durchgängig gut zu lesende Lektüre für Rollenspiel- und Fantasy-Freunde zu einem fairen Preis.




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