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Artefakt #13
Von Ingo Schulze

Rezension erschienen: 25.01.2006, Serie: Zeitschriften, Autor(en): Christoph Schubert u.a., Verlag: Förderkreis innovatives Spiel e.V., Seiten: 76, Erschienen: 2004, Preis: 3,80 Euro


Das Fanzine des fränkischen Rollenspiel-Verein FIS e.V. bietet auch in seiner dreizehnten Ausgabe viel spielbares Material auf vielen Seiten. Insgesamt sind es 76 Seiten A4 für rund 4 Euro, allerdings wurde die Auflage gesenkt, da das Fanzine nicht mehr über Pegasus vertrieben wird. In Folge dessen ist man zur Rückenstichheftung und zu einem schwarz-weißem Cover zurückgekehrt.

Im Abenteuer "Rendezvous in Saigon" für den Vampire: Die Maskerade-Ableger "Kinder des Lotus" schlüpfen die Spieler in die Rolle von Kuei-jin, den fernöstlichen Vampiren, die nicht durch den Fluch Kains entstanden. Die Geschichte führt einmal quer durch Fernost. Die Charaktere sollen eine abtrünnige Kin-jin, also eine "herkömmlichen" Vampirin, aufspüren, die bereit ist, Informationen über die Pläne ihrer Art preiszugeben. Neben den Spielern wollen da natürlich auch die anderen Fraktionen des Fernen Ostens heran - Technokraten, die Goldenen Höfe und auch die westlichen Vampire, die ihr Machtgebiet ausdehnen wollen. Das Abenteuer setzt auf Action satt im Rahmen einer Detektivgeschichte und nutzt die volle Bandbreite der verschiedenen Welt der Dunkelheit-Settings.

"Der Feind im Inneren" lehnt sich an den Film "Pakt der Wölfe" an und transportiert die Story in Midgards Äquivalent zu Schottland, Alba. So müssen sich die Abenteurer nicht nur auf Bestienhatz begeben, sondern auch hinter die Kulissen in Twinegard blicken, um die Intrigen zu entwirren. Die Beschreibung des Ortes ist dabei dem ersten Abenteuerband des Midgardmagazins "Dausend Dodde Drolle" entnommen und an den richtigen Stellen ausgebaut. Weder Kampf noch Nachforschungen kommen zu kurz.

Das dritte Abenteuer im Bunde, "Agavita in Alaska ist wie Sake in Spanien", ist für den hauseigenen Ableger von Deadlands ausgelegt: Tequila Deadlands. Dieser Ableger nimmt sich selbst nicht allzu ernst und wird üblicherweise bei reichlich Tequilakonsum gespielt. Dabei hat die Story hier durchaus einiges zu bieten. Die Charaktere machen eine Erbschaft und wollen sie in Augenschein nehmen: eine Kneipe im fernen Alaska. Zu ihrem Bedauern müssen sie jedoch bald feststellen, dass der Importtequila langsam versiegt. Zeit zu handeln...

Die Reihe "Dunkles Franken" bringt den zweiten Teil von "Würzburg bei Nacht" für Vampire aus der alten Welt. Leider ist diese ohne den ersten Teil kaum zu verwenden, außer man braucht eine schnelle NSC-Quelle. Während im ersten Teil nämlich die Stadt beschrieben wird, werden hier die Kainiten und ihre Diener vorgestellt. Wer beide Teile hat, besitzt allerdings eine abgerundete Beschreibung von Würzburg in der mittelalterlichen Welt der Dunkelheit.

Als kleines Special wird die Cthulhu-Kampagne "Beyond the mountains of madness" vorgestellt, welche auf einem von Lovecrafts wenigen Romanen aufbaut - Die Berge des Wahnsinns. Im Zuge der Kampagne nehmen die Charaktere an der Starkweather-Moore-Expedition zum Südpol teil und haben einiges zu entdecken. Auf den Verlauf der eigenen Kampagne, die immerhin fast drei Jahre dauerte, wird ebenso eingegangen wie auf zusätzliches Material und von den Spielern zusammengestellte Handouts wie etwa abschließende Forschungsberichte oder ein Presseartikel. Der Bericht macht Lust auf mehr und hat mich damals animiert, mir "Berge des Wahnsinns" zuzulegen und mehr über Lovecrafts bizarren Schauplätzen am Südpol zu erfahren.

Abgerundet wird das Heft von einigen Rezis, die etwa zur Hälfte cthuloides Material vorstellen, und von Spielrundenzitaten, die einfach zu Fanzines dazugehören.

Die äußere Aufmachung ist gut, im Inneren sind jedoch kaum eigene Zeichnungen zu finden und zusammen mit Computergrafiken durchbrechen sie nur selten die Texte. Auch die Zierleisten sind ebenfalls schlichte Computergrafiken, wobei einige durchaus ein gewisses Flair vermitteln. Die Karten bestehen dann auch aus zusammengeschusteten Computersymbolen, Rechtecken und Linien, so dass sie sich keinesfalls mit professioneller Konkurrenz messen lassen können. Vielleicht wären Handzeichnungen hier nicht so genau, aber wesentlich stimmungsvoller.

Eine Anmerkung zum Kauf sei noch gemacht, da das Artefakt nicht im Laden ausliegt. Über die Vereinsseite www.fis-ev.de kann man fündig werden. Sobald die Hefte ausverkauft sind, gibt es eine pdf-Ausgabe, bei denen derzeit vier Ausgaben drei Euro kosten.

Fazit: Auch wenn im Layout noch Potenzial steckt, lohnt sich der Artefakt allein, wenn man sich für eines der Abenteuer begeistern kann. Dazu kommt die Cthulhu-Kampagnenvorstellung, die auch für Nicht-Cthulhu-Spieler lesenswert ist.




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